16 Kilometer rund um Gasseldorf

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Das Totenstein-Massiv bei Veilbronn im Leinleitertal lässt schon langsam erahnen, dass der Frühling nicht mehr all zu weit ist. Die ersten grünen Knospen wagen sich bereits heraus und befreien den Wald von den winterlichen Brauntönen.
©: Alfred Bachmann
Von Gasseldorf über Unterleinleiter mit seinem Rokokoschloss, Volkmannsreuth, dem Totenstein, Veilbronn und dem Hammerstein führt diese etwa 16 Kilometer lange Rundwanderung. (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken).
©: Info-Grafik/NZ
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Auf den Spuren eines vom Schicksal gebeutelten Ritters

Von Alfred Bachmann

Auch wenn das Wetter vielleicht ein bisschen wechselhaft ist, laden wir unsere Leser zu einer etwa 16 Kilometer langen Rundwanderung ab Gasseldorf (unweit von Ebermannstatt) ein, die auch am sogenannten "Totenstein" vorbeiführt.


In Gasseldorf kann man sein Fahrzeug auf dem Parkplatz in der Leinleiterstraße gut parken. Nun machen wir uns auf den Weg und suchen zuerst den Brunnenweg. Gleich zu Anfang, begeben wir uns in ein schmales Gässchen, das an einem Fliesenmarkt vorbeiführt. Dann erreichen wir die Hauptstraße, die wir vorsichtig überqueren und anschließend in das Sträßlein "Erzleite" einschwenken, Richtung [Unterleinleiter laufend. Unser Augenmerk gilt der Markierung gelbe Raute, die uns bis nach Unterleinleiter lotst. Zunächst streifen wir links einen Baustoffhandel, dann nehmen wir einen Schotterweg unter die Füße und streben dem Wald zu. Nach wenigen Kilometern durch Wald und Flur erreichen wir den Ortsrand von Unterleinleiter. Wir marschieren die Kellerstraße abwärts zur Hauptstraße. Dort biegen wir links ab und gehen bis zum Kruzifix rechter Hand. Von dort folgen wir weiter der Hauptstraße bis zum Schild "Mehrzweckhalle", wo wir nach rechts abschwenken. Nun mühen wir uns mit der Grünring-Markierung dem Sträßlein bergauf. Später lacht uns auf der rechten Seite eine Bank entgegen, die zum Ausruhen einlädt und folgen dann weiter dem Weg bergauf. Dann tangieren wir rechter Hand ein Einzelgehöft und stoßen kurz darauf an der Straßenkurve wieder auf eine Bank. Hier verschwindet die Grünring-Markierung im Wald, wir bleiben weiter auf dem Sträßlein, wo wir bald auf eine Querstraße treffen. Nun rechts abbiegen und Richtung Volkmannsreuth wandern. Dann an der Kurve bei der Pferdekoppel rechts von der Straße ab, einem Schotterweg geradeaus folgen. Am Ende der Koppel geradeaus weiter auf dem Schotterweg laufen.

Schaurige Geschichte am Wegesrand

Später führt der Pfad eine leichte Linkskurve aus und leitet uns zum Ortsrand von Volkmannsreuth. Bei einem Einzelhaus schwenken wir nach rechts auf einen Feldweg und erreichen in wenigen Minuten eine Weggabelung mit dem Schild zum "Totenstein". Das Wegzeichen Gelbpunkt leitet uns über einen Waldweg direkt zum Felsmassiv Totenstein. Woher hat das Massiv diesen Namen? Wie eine Chronik berichtet, war ein Ritter namens Hans Wilhelm von Streitberg mit irdischen Gütern reichlich gesegnet. Jedoch sein sehnlichster Wunsch war ein Stammhalter. Die Freude war groß, als ihm seine Frau Agnes den lange gewünschten Sohn schenkte. Doch die Freude währte nur kurz. Nach einem Jahr verunglückte der Knabe, denn er fiel durch ein Missgeschick der Kinderfrau in einen Kessel mit kochendem Wasser und fand darin einen qualvollen Tod. Die Frau des Ritters Hans Wilhelm von Streitberg brachte nur noch ein Mädchen zur Welt und so blieb Streitberg ohne Erben. Aus dem freundlichen Ritter wurde ein finsterer und streitsüchtiger Geselle, der sein Glück bei Trinkgelagen und Würfelspiel suchte. Als er eines Tages nach Spiel und Zecherei nach Hause fuhr, verfehlte der Kutscher bei stockfinsterer Nacht den Weg. Hier bei Veilbronn stürzte das Pferdegespann samt Kutscher und Ritter über die Felswand in den Tod. Seitdem nennt das Volk die steile Felswand bis auf den heutigen Tag den "Totenstein". Nachdem wir diese schaurige Geschichte verkraftet haben, genießen wir die herrliche Sicht auf Veilbronn, das von dem auf einem Felsen thronenden Naturfreundehaus überragt wird. Dann steigen wir auf einen Pfad mit der Gelbpunkt-Markierung steil bergab zur Straße. Nun hier links ab mit wenigen Schritten bis vor die Brücke gehen. Dort links ab in den Talgrund unter der Brücke hindurch. Wir treffen auf einen Rad- und Fußweg, an dem wir nach rechts abbiegen. Dieser Weg leitet uns nach Veilbronn, wo wir uns für den weiteren Weg stärken können. Nach dem Einkehrschwung orientieren wir uns an dem Wegzeichen senkrechter roter Strich. Es leitet uns ein kurzes Stück auf der Straße bergauf. Bei der scharfen Linkskurve der Straße führt uns die Markierung in den Wald. Wir folgen nun konsequent dem Wegzeichen senkrechter roter Strich . Nach wenigen Kilometern erreichen wir die oberen Häuser von Unterleinleiter. Dort wird der Weg wieder steiler und führt uns in höhere Gefilde. Die Markierung roter Strich begleitet uns nun weiter auf unserer Wanderung bis zur Aussichtskanzel Hummerstein. Dort genießen wir die Sicht ins Wiesenttal mit seinen Ortschaften. Danach laufen wir das kurze Stück des Weges zurück bis zu dem Punkt mit der Markierung gelbes Dreieck. Diese leitet uns nun bergab nach Gasseldorf, wo wir direkt am Parkplatz ankommen. Bevor wir die Heimfahrt antreten, können wir noch einen Blick auf die Gedenkstätte von Johann Georg Lahner werfen, der im Jahr 1772 hier geboren wurde und als der Erfinder der Wiener Würstchen gilt.

Quelle: NZ vom 01.03.2008

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