Abendzeitung / 8 Uhr-Blatt (Nürnberg)

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Zeitungstyp regionale Tageszeitung
und Boulevardzeitung
Sitz Nürnberg
Verlag „Die Abendzeitung – 8-Uhr Blatt“

GmbH & Co. KG

Erstausgabe 18. Oktober 1919
Erscheinungsweise montags bis samstags
Auflage zuletzt 14.000
Herausgeber Verlag „Die Abendzeitung – 8-Uhr Blatt“ GmbH & Co. KG
Chefredakteur Peter Groscurth
Anschrift Burgschmietstraße 2-4

90419 Nürnberg

Logo

Die AZ Nürnberg war eine Boulevardzeitung. Von 1964 bis 2010 war sie die nordbayerische Ausgabe der Münchner Boulevardzeitung „Abendzeitung“ (AZ).

Inhaltsverzeichnis

Zur Geschichte

Das „Acht-Uhr-Abendblatt“ wurde am 18. Oktober 1919 von der katholischen Sebaldus Druck und Verlag GmbH in Nürnberg herausgebracht. Es war die erste Boulevardzeitung, d.h. Straßenverkaufszeitung, Deutschlands. Der Direktor des Unternehmens, der päpstliche Kammerherr Prälat Balthasar Möckel, musste zuvor mit dem Bamberger Erzbischof Johann Jakob von Hauck verhandeln, um die Zustimmung für sein gewagtes Zeitungsexperiment zu erhalten. Das Blatt erreichte schon 1920 eine Auflage von 25.000 Exemplaren.

Trotz dieses wirtschaftlichen Erfolges konnte sich der Bischof nicht mit dem „Acht-Uhr-Abendblatt“ anfreunden. Er veräußerte die Zeitung 1930 an den Nürnberger Verleger Max Willmy (Graphische Betriebe Franz Willmy), der damals im Olympia-Verlag die Sportzeitschrift Kicker sportmagazin herausgab.

Das „Acht-Uhr-Blatt“ war neben der NSDAP-eigenen „Fränkischen Tageszeitung“ das einzige Blatt, das während des Zweiten Weltkriegs von 1939 bis April 1945 erschien. Es konnte daher erst 1949 wieder erscheinen, nachdem der von den Amerikanern verhängte Lizenzzwang aufgehoben worden war.

1964 übernahm die von Werner Friedmann gegründete Münchener Abendzeitung das Acht-Uhr-Abendblatt, das seinen Namen seitdem nur noch im Untertitel führt: „Abendzeitung / 8 Uhr-Blatt“. Die Nordausgabe der Abendzeitung wird in ganz Franken verbreitet.[1] Die Verlegerfamilie Friedmann ist auch mit 18,75 Prozent am Süddeutschen Verlag beteiligt.

2010 ging das Blatt in den Besitz des Nürnberger Unternehmens „Media Regional“ über, das dem Telefonbuchverleger Gunther Oschmann gehört. Seit dem 30. Mai 2011 wurde die Zeitung wieder komplett in Nürnberg produziert, mit dem ursprünglichen roten anstatt des vorher blauen Titels. Am 29. September 2012 wurde die Abendzeitung eingestellt, nachdem mehrere Sanierungsversuche gescheitert waren. 35 Arbeitsplätze gingen verloren.[2]

Auflage

Die Auflage der „Abendzeitung Nürnberg“ verringerte sich in den vergangenen Jahren von etwa 19.000 verkauften Exemplaren auf zuletzt rund 14.000 Exemplare. Im selben Zeitraum fiel die Münchner „Abendzeitung“ von rund 148.000 auf jüngst 140.538 verkaufte Exemplare. Im Vergleich dazu verkaufen die „Nürnberger Nachrichten“ 2012 laut IVW 290.000 Exemplare. Zwei Jahre früher lagen sie noch bei 300.000.

Impressum

Herausgeber

  • Verlag Die Abendzeitung - 8-Uhr-Blatt GmbH & Co. KG
  • Geschäftsführer: Roland Finn
  • Anzeigenleitung: Hartmut Schmidt

Redaktion

  • Chefredakteur: Peter Groscurth
  • Stellvertreter des Redaktionsleiters: Jürgen Eisenbrand
  • Chefreporter: Helmut Reister
  • Chefkolumnist: Klaus Schamberger
  • Lokales: Winfried Vennemann
  • Sport: Eberhardt Ergenzinger
  • Layout: Marco Leibetseder
  • Leitung Online: Stefan Fejfar

Anschrift: Verlag und Redaktion

Verlag „Die Abendzeitung – 8-Uhr Blatt“ GmbH & Co. KG
Burgschmietstraße 2-1
90419 Nürnberg

Druck

  • Süddeutsche Societäts-Druckerei GmbH, Lise-Meitner-Straße 7, 82216 Maisach-Gernlinden

Bekannte ehemalige Mitarbeiter

Der Frankenreport

Der Frankenreport ist der Wochenkurier der Abendzeitung in Nürnberg.

Literatur

  • Ernst Meier: Zeitungsstadt Nürnberg. Berlin: Duncker & Humblot, 1963, 128 S. (Schriften des Instituts für Publizistik an der Universität Erlangen-Nürnberg; Heft 2)
  • Guido Fuchs: Ich bitte um Milde. Kleine Sünder vor dem Kadi. Zur Erfolgsserie der Abendzeitung. Dachau: Verlags-Anstalt Bayerland, 1993, 120 S., ISBN 3-89251-167-5
  • Deutschlands ältestes Boulevard-Blatt feiert 75. Geburtstag. In: Abendzeitung Nürnberg, Jubiläums-Ausgabe vom 18. Oktober 1994
  • Walter Schatz: Abendzeitung. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999
  • NZ/dpa: Telefonbuchverleger Oschmann kauft die Nürnberger «Abendzeitung». In: Nürnberger Zeitung vom 3. Februar 2010 - NZ
  • NZ: Weiter Kooperation mit München. Oschmann kauft Nürnberger AZ. In: Nürnberger Zeitung Nr. 27 vom 3. Februar 2010, S. 22 - NZ
  • nn: Oschmann übernimmt Nürnberger Abendzeitung. Der Unternehmer rettet das kränkelnde Blatt vor der Pleite. In: Nürnberger Nachrichten vom 3. Februar 2010 - NN
  • dpa: Verkauf der Nürnberger »Abendzeitung» genehmigt. Der Unternehmer rettet das kränkelnde Blatt vor der Pleite. In: Nürnberger Nachrichten vom 13. März 2010 - NN
  • dpa/NZ: Kartellamt genehmigt «AZ»-Verkauf an Telefonbuchverleger. In: Nürnberger Zeitung vom 13. März 2010 - NZ

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Walter Schatz: Abendzeitung. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999
  2. Nürnberger Nachrichten, 27. September 2012: Endgültige Aus für die Nürnberger Abendzeitung
  3. Klaus Friedlein: Maximilian Kerner, Kurz-Porträt