Abtei Münsterschwarzach

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Kloster Münsterschwarzach blickt auf eine 1000-jährige Tradition zurück. Das Kloster liegt im Landkreis Kitzingen (Regierungsbezirk Unterfranken).
Kloster Münsterschwarzach

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ursprünge

Noch vor 800 wurde hier ein Frauenkloster errichtet; ein karolingisches Hauskloster. Dieses Kloster war 877 ausgestorben. Der Bischof von Würzburg Arn (855-892) ließ daraufhin das 816 bei Ullstadt gegründete Kloster hierher übersiedeln. Auch diese Niederlassung endete mit einer letzten urkundlichen Erwähnung 918.

Den nächsten, andauernden, Versuch, hier ein Kloster wiederzubegründen, unternahm Bischof Heinrich I. (996-1018) von Würzburg, der Mönche aus St. Emmeram in Regensburg hierher berief. Die Mönche brachten auch das Patrozinium der hl. Felicitas mit.

Geschichte von 1000 bis 1803

Die Mönche von St. Emmeram erbauten sich eine Kapelle, welche 1034 eingeweiht wurde. Auch die Wissenschaft war mit einer Bibliothek vertreten. Im Jahr 1047 wurden Mönche aus Gorze berufen und das Kloster einer Reform unterworfen. 1136 hielt durch Abt Theoderich die Hirsauer Reform ihren Einzug. Durch viele Wirnisse hindurch kamen Mönche aus Bursfeld, auf Druck des Würzburger Bischofs Rudolf II. von Scherenberg (1466-1495), nach Münsterschwarzach. Seitdem erfolgte ein geistiger und wirtschaftlicher Aufschwung. Das Kloster hatte im 16. Jahrhundert im Bauernkrieg, im Schmalkaldischen und im Markgrafenkrieg viel zu erdulden und machte den wieder in Gang gebrachten Aufschwung zunichte. Im 30-jährigen Krieg wurde 1632 das Kloster durch die Schweden besetzt; erst 1635 konnten die geflohenen Mönche zurückkehren. Mit Ende des 17. Jahrhunderts zeigten sich die ersten Früchte des wirtschaftlichen Aufschwungs und es wurden Pläne für ein neues Kloster samt Kirche in Auftrag gegeben. Der letztendlich ausgeführte Plan für die Kirche stammte von Balthasar Neumann. Der Bau der Kirche wurde von 1727-1743 ausgeführt. Die Kirche stellte mit einer mittleren Scheitelhöhe von 52 m in der Kuppel Deutschlands höchsten sakralen Innenraum dar. Im Jahr 1802 übernahm Bayern die Klosteranlage und die Aufhebung erfolgte zum 7.5.1803. Das Kloster wurde an Private veräußert, die Inneneinrichtung der Kirche versteigert und in alle Winde verstreut. Die Kirche und Klosterbauten wurden nach einen Blitzeinschlag 1810 als Steinbruch verwandt, da es nicht möglich war, die Baulast zu klären.

Wiederbesiedelung

1913 konnten die Benediktiner von St. Ottilien die durch die Säkularisation privatisierte Immobilie zurück erwerben. Wiederbesiedelung und Wiederaufbau zogen sich bis in das vierte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hin.

Die als Speyer am Main bezeichnete Kirche St. Felicitas wurde ab 1935, nach Plänen des Architekten Albert Boßlet, errichtet und fand ihren feierlichen Abschluss in der Einweihung 1938. Zur gleichen Zeit wurden die nach Osten anhängenden Klostergebäude errichtet.

Durch einen sogenannten Klostersturm der Nationalsozialisten wurde den Benediktinern das Kloster Mai 1941 enteignet und zu einem Lazarett für im 2. Weltkrieg verwundete Soldaten umgewidmet. Nach dem Ende der NS-Diktatur erhielt der Orden seinen Besitz zurück. Das Kloster wurde noch 1945 wieder eröffnet.

Äbte

1000-1801

  • Theoderich genannt 1136

ab 1933

  • P. Placidus Vogel (1914-1937)
  • P. Burkhard Utz (1937-1959)
  • P. Bonifaz Vogel (1959-1982), Neffe des Abtes Placidus,
  • P. Fidelis Ruppert (1982 - 24. April 2006)
  • P. Michael Reepen (Wahl: 20. Mai 2006, erhielt die Weihe am 26. Juni 2006)

Karte

<googlemap lat="49.805533" lon="10.231876" zoom="14"> 49.805278, 10.231667, Abtei Münsterschwarzach, 97359 Schwarzach am Main </googlemap>

Literatur

  • Erich Schneider, Die barocke Benediktinerabteikirche Münsterschwarzach
  • Georg Dehio, Bayern I Franken, Seite 520
  • Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Bayern, Seite 487
  • Die Kunstdenkmäler von Unterfranken und Aschaffenburg, Seite 191 ff.

Siehe auch

Weblinks

  • Abtei Münsterschwarzach - Abtei
  • Abtei Münsterschwarzach - Wikipedia