Adidas

Aus Franken-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das neue Bürogebäude am Adidas-Firmensitz in Herzogenaurach
Die adidas AG ist ein fränkischer Sportartikel-Hersteller mit den drei Marken adidas, Reebok und TaylorMade. Firmensitz des weltweit tätigen Unternehmens ist Herzogenaurach.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Anfänge

Bereits seit 1920 fertigten die Brüder Adolf ("Adi") und Rudolf Dassler (Rudi) in der Wohnung ihrer Mutter Turnschuhe, die - damals eine Neuheit - optimal an den Fuß des jeweiligen Sportlers angepasst waren.

Am 1.7.1924 gründeten die Brüder Rudolf und Adolf Dassler die „Gebrüder Dassler Schuhfabrik“ in Herzogenaurach.

1936 gewann Jesse Owens bei den Olympischen Spielen in Berlin vier Goldmedaillen in Dassler-Schuhen.

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs produzierte man in Herzogenaurach neben Schuhen auch Waffen, darunter den sog. "Panzerschreck", eine Art deutsche Bazooka.[1] Adolf und Rudolf Dassler waren ab 1933 NSDAP und verbrachten nach dem Krieg ein Jahr in US-Gefangenschaft. Angeblich bezichtigten sich beide gegenseitig, vom anderen denunziert worden zu sein, was zu dem tiefen Zerwürfnis geführt haben soll.[2]

Bruch

Nachdem es immer wieder heftige Streitereien zwischen den Brüdern gegeben hatte, kam es schließlich zum endgültigen Bruch: Während sich Rudolf mit seinem Unternehmen Puma 1948 selbstständig machte, gründete der Schuhmachermeister Adolf 1949 adidas. Mit der Familie trennten die Brüder später ganz Herzogenaurach in zwei Lager.

Der Sportartikler adidas

Ursprünglich wollte Adolf Dassler bereits 1948 seine Sportschuh-Fabrik in Herzogenaurach unter dem Namen „Addas“ - eine Kombination aus den Anfangsbuchstaben seines Vor- und Nachnamens - eintragen lassen. Er scheiterte jedoch, da bereits eine Firma gleichen Namens existierte, die Einspruch erhob. Daher nahm er einen Buchstaben mehr aus seinem Vornamen „Adi“ und „Das“ für Dassler und ließ am 18. August 1949 den Firmenname "adidas" eintragen.

Ein Jahr darauf meldete Adolf Dassler die bis heute unverwechselbaren drei Streifen als Markenzeichen an.

Ende der 70er Jahre war adidas das größte Sportartikelunternehmen der Welt mit 10.000 Beschäftigten weltweit.

Als 1978 Firmengründer Adi Dassler starb, übernahmen seine Frau Käthe und seine Kinder das Unternehmen.

Mit zunehmender Konkurrenz auf dem Sportartikelmarkt geriet das Unternehmen jedoch in den 80er Jahren immer mehr in Schwierigkeiten bis im Jahr 1990 die Familie Dassler 80 Prozent ihrer Firmenanteile an den französischen Unternehmer Bernard Tapie verkaufte. Nach dessen Insolvenz gingen diese Anteile an den französischen Unternehmer Robert Louis-Dreyfus, der als Retter der Firma und ihres Standorts in Herzogenaurach gilt.

1993 wurde das Unternehmen zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt und 1995 an die Börse gebracht.

Heute ist die Herzogenauracher adidas-Gruppe weltweit die Nummer zwei der Sportartikel-Hersteller hinter dem US-Konzern Nike. Weltweit sind über 46 000 Mitarbeitern bei adidas beschäftigt (Stand 2011).

Vorstandsvorsitzender ist seit 2001 Herbert Hainer, der bereits 1987 von Procter & Gamble zu adidas gekommen war.


Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Robert Kuhn und Thomas Thiel: "Panzerschreck im Schuhimperium", SPIEGEL
  2. Adi Dassler machte Adidas zum Weltkonzern, Nürnberger Zeitung vom 3.11.10