Albrecht-Dürer-Haus

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Das Albrecht-Dürer-Haus ist eine Einrichtung der Museen der Stadt Nürnberg. Die Besucher des Albrecht-Dürer-Hauses erhalten einen Einblick in das Leben und Wohnen der Zeit um 1500 und in eine dürerzeitliche Malerwerkstatt.

Im Zentrum des Fotos: Außenansicht des Albrecht-Dürer-Hauses

Inhaltsverzeichnis

Das Haus

Das Albrecht-Dürer-Haus wurde 1420 in der ehemaligen Zisselgasse (heute: Albrecht-Dürer-Straße 39) errichtet. Albrecht Dürer erwarb das stattliche Anwesen 1509 auf der Höhe seines Ruhmes. Hier arbeitete und lebte er mit seiner Frau Agnes, seiner Mutter, den Lehrlingen und Gesellen bis zu seinem Tod 1528. Da die Ehe kinderlos geblieben war, wechselte das Haus ca. 24 Mal den Besitzer. Erst im 19. Jahrhundert, im Zuge der romantischen Wiederentdeckung Nürnbergs, wurde es als Wohn- und Arbeitsstätte des bedeutendsten deutschen Künstlers gewürdigt. Nachdem im Jahre 1826 die Stadt Nürnberg im Hinblick auf Dürers 300. Geburtstag das Haus erworben hatte, wurde dem Architekten und Denkmalpfleger Carl Alexander von Heideloff der Auftrag erteilt, die Wirkungsstätte behutsam zu renovieren. 1871 wurde die Dürer-Verehrungsstätte anlässlich des 400. Geburtstags Albrecht Dürers zu einem öffentlich zugänglichen Museum umgebaut. Trotz schwerer Beschädigungen hat das Dürer-Haus die fast vollständige Zerstörung der Nürnberger Altstadt am Ende des Zweiten Weltkrieges erstaunlich gut überstanden. Bereits 1949 konnte das Dürer-Haus der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Zur großen Jubiläumsausstellung anlässlich des 500. Geburtstages 1971 wurde an der Westseite des Gebäudes ein moderner Anbau errichtet. Seit 2010 erfolgt eine Modernisierung der inhaltlichen Konzeption, deren Anfänge bereits im Eingangsbereich zu bestaunen sind: In Gestalt des berühmten Selbstporträts von 1500 begrüßt nun der Meister persönlich die Besucher. Leben und Werk werden in einer neuen Medienstation digital anhand von 43 ausgewählten Werken aus Dürers 43 Schaffensjahren erfahrbar gemacht.

Das Museum

Die Dauerausstellung zeigt den Künstler Albrecht Dürer in all seinen Facetten: Leben, Wohnen, Arbeit und Werk. In seiner Gesamtheit ist das Dürerhaus ein einzigartiger Museums- und Gedenkort für einen der herausragendsten bildenden Künstler der frühneuzeitlichen Kunstgeschichte. Das erste Obergeschoss mit der historischen Küche und den historisch gestalteten Wohnräumen gewährt dem Besucher einen Einblick in das Alltagsleben des gehobenen Bürgertums zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Eine besondere Attraktion ist die Maler- und Druckwerkstatt mit graphischem Atelier, in dem künstlerische Techniken demonstriert werden. Im Raum daneben können die Besucher mehrmals täglich Druckvorführungen auf der großen Hochdruckpresse beobachten und sogar aktiv daran teilnehmen. Im Dachgeschoss des Hauses befindet sich das Graphische Kabinett, das im Rahmen der inhaltlichen Neuorientierung 2010 entstanden ist. Es soll nach außen signalisieren, dass die reichen Bestände der Graphischen Sammlung der Museen der Stadt Nürnberg genau dort, wo Dürer vor 500 Jahren die Kunst der Graphik revolutionierte, ihr "Schaufenster" haben. Als Raum für Wechselausstellungen bedeutet es einen Qualitätssprung. Hier ist es gelungen, in die historische Architektur eine moderne, aber zurückhaltende Ausstellungsinstallation auf hohem technischen Niveau zu integrieren.

Angebot

Durch die ehemaligen Gemächer führt eine Schauspielerin in historischer Hausfrauenrobe als Agnes Dürer. Während dieser Kostümführung plaudert Dürers Ehefrau aus dem Nähkästchen und erzählt dem interessierten Besucher allerlei unbekannte und persönliche Details aus ihrem Leben an der Seite eines großen Künstlers. Die Führungen mit Agnes Dürer finden zu festen Zeiten statt. Ansonsten lässt sich die Hausherrin von einem Audio-Guide vertreten und ist so über Kopfhörer neben deutsch auch in englisch, französisch, italienisch und japanisch zu hören. Außerdem gibt es spezielle Kinderführungen. Museumstheater "Ein ehrenwertes Haus"

"Das historische Musiktheater mit ohne Albrecht Dürer" zeigt den aus dem 19. Jahrhundert stammenden, zeitreisenden Kunstprofessor Wilhelm Wanderer, der ins 15. Jahrhundert zurückkehrt, um schon mal die zur Restaurierung des Hauses notwendigen Vermessungsarbeiten zu leisten. Während seines Kurzaufenthalts in der Vergangenheit begegnet er Dürers Ehefrau Agnes, entwickelt romantische Gefühle zu ihr und bittet sie, ihm in seine Zeit zu folgen...

Leitung

Dr. Thomas Schauerte

Kontakt

Albrecht-Dürer-Haus
Hausanschrift Albrecht-Dürer-Haus
Albrecht-Dürer-Straße 39
90403 Nürnberg
Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag: 10 - 17 Uhr
Donnerstag: 10-20 Uhr
Samstag und Sonntag: 10 - 18 Uhr
Besonderheiten Während des Christkindlesmarktes auch von Montag: 10 - 17 Uhr
Telefon 0911 231-2568
Fax 0911 231-2443
E-Mail museen@stadt.nuernberg.de
Website www.museen.nuernberg.de/duererhaushaus/index.html


Literatur

  • Claus Giersch, Robert Giersch: Das Dürer-Haus. Ergebnisse der archivalischen Untersuchungen und der Bauforschung. In: Das Dürer-Haus. Neue Ergebnisse der Forschung. Nürnberg: Verlag des Germanischen Nationalmuseums 2007, S. 61-80, ISBN 978-3-936688-24-5 (Dürer-Forschungen; 1, Hrsg.: Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg)
  • 500 Jahre Albrecht-Dürer-Haus. Blicke auf Dürer - ein Universalgenie im 21. Jahrhundert. In: Museen der Stadt Nürnberg, Pressemitteilung, Juni 2009 - PDF-Datei
  • Ursula Naumann: Der späte Enkel ruft Dein Bild zurück... Ansichten von Dürers Haus. In: Bayern Online 2009 - BR-Online
  • Christian Mückl: Konnte dem Meister ein Werk so misslingen? Dürerhaus-Chef zweifelt an Herkunft von Dürer-Gemälde. In: Nürnberger Zeitung Nr. 203 vom 3. September 2009, S. 27 - NZ
  • Isabel Lauer: Der Kunsthistoriker Thomas Schauerte: Es kann gar nicht genug Dürer geben. In: Nürnberger Zeitung Nr. 258 vom 7. November 2009, S. 10 - NZ

Siehe auch

Weblinks

Karte

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