Alfred Raab

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Alfred Raab (* 4. November 1925 in Nürnberg, † 3. März 2012 in Nürnberg) war ein Mundartautor.

Alfred Raab

Inhaltsverzeichnis

Volksbildner, Spracharbeiter und Sprachpfleger

Der Filmklub Nürnberg e.V.

Der Film-Fan Alfred Raab gründete 1951 gemeinsam mit Professoren und Studenten den Filmklub Nürnberg e.V. Seit 1953 bis heute war und ist Raab Geschäftsführer des Filmklubs Nürnberg. Zu den Mitgliedern gehörte seinerzeit auch Gerhard Mammel, der Leiter der Volkshochschule Nürnberg.

Der Filmklub Nürnberg wurde im Herbst 2008 im Vereinsregister gelöscht.

Der Film- und Fernsehkritiker

Raab gehört zu den ersten Lesern der von Joseph E. Drexel im Oktober 1945 gegründeten Nürnberger Nachrichten. Raab schrieb für die Fernsehseite der Nürnberger Nachrichten unter dem Kürzel „rab“ von 1953 bis 2001 einmal in der Woche Film- und Fernsehkritiken.

Dozent an Sprachschulen

Nebenberuflich war Raab Leiter von Dolmetscherkursen, Lehrer an der Atlas-Sprachschule und ab 1958 außerdem Dozent an der Volkshochschule bzw. am Bildungszentrum Nürnberg, wo er Deutsch, Englisch und Esperanto unterrichtete, und am Pädagogischen Institut. Aus den Erfahrungen seiner Unterrichtstätigkeit und der Spracharbeit an Fortbildungseinrichtungen gingen verschiedene Lehrbücher hervor.

Mundartautor

Alfred Raab verlegte sich seit seiner Pensionierung auf Übersetzungen von Klassikern in die Nürnberger Mundart.

Bereits als Zwölfjähriger lernte Raab Goethes „Faust“ in vielen Passagen auswendig. Aber der Frage, ob man den „Faust“ ins Nürnbergerische übertragen könne, ging Raab erst Anfang 1989 nach seiner Pensionierung nach. Er übersetzte als erster den „Faust“ ins Fränkische. Drei Monate später stand die erste Fassung, ein Jahr später, 1990, erschien sein Buch „Unsä Göte“ im Nürnberger Verlag Albert Hofmann. Später folgten eine Hörspielausgabe und eine Fünf-Minuten-Version für das Literaturtelefon. Der Bayerische Rundfunk, brachte „Unsä Göte“ am Ostermontag, den 16. April 1990.

Seit den 1990er-Jahren stellt Raab seine „Nämbercher“ Faust-Version vor, kontrastiert durch die Fassung des Malers Toni Burghart und ergänzt durch „rechtliche Aspekte“ in Goethes Hauptwerk, über die sich Stadtrechtsdirektor Hartmut Frommer Gedanken machte. Anschließend übersetzte Raab auch den „Struwwelpeter“ und „Max und Moritz“.

Im Max-und-Moritz-Jubeljahr 1990 übertrug er die Lausbubengeschichte „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch ins Fränkische. Auf Anregung des Kölner Universitätsprofessors Manfred Görlach, der Fassungen von „Max und Moritz" in allen deutschen Mundarten herausgeben wollte,[1] übersetzte Raab die Geschichte 1997 neu. Das Ergebnis veröffentlichte die „NZ am Wochenende“.


Publikationen

  • 1000 Sätze Englisch. Ein neuartiges Übungsbuch mit 50 Anfänger-Lektionen für Schulen und zum Selbstunterricht. Nürnberg: Serz, 1959, 64 S.
  • Englisch. Nürnberg: rab-Verlag
    • Englisch macht Spaß. 1962, 13 Bl.
    • Wir üben Englisch. 2. Auflage, 1967, 22 S.
  • Wie lernt man Englisch? Leitfaden für Schüler höherer und mittlerer Schulen und für Schülereltern. München: Manz, 1965, 60 S. (Wir und die Schule; Band 9)
  • Homophone der deutschen Sprache. Gesammelt und hrsg. von Alfred Raab. Nürnberg: rab-Verlag, 1971, 19 S.
  • Pflichtwortschatz für Berufsaufbauschulen - 2500 Grundwörter. Ausgewählt und hrsg. von Alfred Raab. Nürnberg: Auxilium-Verlag, 1972, 56 S., ISBN 3-920092-53-8
  • Unsä Göte. Dä Faust und nu mehr Gwärch vom Göte in dä Närmbercher Mundort. Nürnberg: Hofmann, 1990, 95 S., ISBN 3-87191-150-X
  • Die Weihnachtsgschicht vom Lukas. In: Walter Sauer (Hrsg.): Die Weihnachtsgeschichte in deutschen Dialekten. Husum: Husum-Druck- und Verlags-Gesellschaft, 1993, 198 S., ISBN 3-88042-656-2 (Husum-Taschenbuch), S. 155
  • Dä Struwlbeda oda Büldla, däi wou fei oardli sin, vom Dr. Heinrich Hoffmann in die Nämbercher Mundoard iwadrong vom Alfred Raab. [Hrsg. von G. H. Herzog und Alfred Raab]. 2., verbesserte Auflage. Frankfurt am Main: Sinemis, 1995, 32 S., ISBN 3-921345-06-5
  • Keine Kastastrofe!! Das Schreib-STÜCK DES MONATS. In: Plärrer, September 1996, S. 178 [„Der Verfasser hält ab 15. Oktober 1996 am Bildungszentrum einen Kurs zur Rechtschreibreform.“]
  • Wird das Sprach-Gold versilbert? Der Ortoberater hat das Wort. In: Plärrer Nr. 1, Januar 1997, S. 112 [Der Artikel ist unterzeichnet: „Alfred Raab, Rechtschreib-Dozent am BZ“.]
  • Max und Moritz. Juxgschichtn vo zwa berihmte Lausa vom Wilhelm Busch. In di Nämbercha Mundoart iwatrong vom Alfred Raab. In: Nürnberger Zeitung Nr. 152 vom Samstag, 5. Juli 1997, NZ am Wochenende, S. 10 [Neufassung für Universitätsprofessors Manfred Görlach, Köln]
  • Viel Orto um nichts (Ein humoristischer Reflex auf Prof. Dr. Icklers Vortrag am 10. April 2000). In: Mitteilungen des Pegnesischen Blumenordens Nr. 28, Juni 2000 – im Netz

Literatur

  • Neues Programm des Bildungszentrums auf der Höhe der Zeit: „Orthografie als Verdrusssache“. In: Nürnberger Zeitung vom 12.Januar 1999, S. 10
  • Filmkritiker blickt zurück. Dienstlich vor der Glotze. Alfred Raab urteilte seit den 70er Jahren über Sendungen. Interview: c.s. [= Claudine Stauber]. In: Nürnberger Nachrichten vom 30. Januar 2003
  • Horst Mayer: Der Vater des fränkischen „Faust“. Der Mundartautor und Studiendirektor Alfred Raab feiert seinen 80. Geburtstag. WIE GEHT ES IHNEN, HERR RAAB? In: Nürnberger Nachrichten vom 17. September 2005, Nürnberg Extra, S. 1

Siehe auch

Weblinks

  • Alfred Raab als junger Bursche auf dem Christkindlesmarkt von 1938. In: Fränkischer Kurier, 1938 - im Netz
  • Alfred Raab bei der Wahl in den Pegnesischen Blumenorden - im Netz
  • Wahl zum Vorsitzenden des Sprachpflegeausschusses am 28. Januar 2004 - im Netz
  • Liste der Mitglieder des Pegnesischen Blumenordens - Wikipedia
  • Gesinnungsfreund Alfred Raab aus Nürnberg präsentiert „Faust“ auf fränkisch. Esperanto-Gruppe Erlangen - im Netz

Einzelnachweise und Anmerkungen

    • Wilhelm Busch: Max und Moritz in neun Dialekten. Hrsg. Von Manfred Görlach. Ditzingen: Reclam-Taschenbuch, Juli 2001
    • Wilhelm Busch: Max und Moritz mundartgerecht: plattdeutsch, berlinisch, sächsisch, thüringisch, kölsch, hessisch, schwäbisch, bairisch, wienerisch, züridütsch. Hrsg. Von Manfred Görlach. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, Dezember 2007