Andreas Köpke

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Andreas Köpke (Links)
©: Harald Sippel/NZ
Andreas Köpke (* 12. März 1962 in Kiel) ist der Torwarttrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und lebt in Nürnberg. Als aktiver Fußball-Torwart bestritt Köpke zwischen 1990 und 1998 59 A-Länderspiele und acht Spiele für die Olympia-Auswahl des DFB. Die meiste Zeit seiner Profi-Karriere verbrachte er beim 1. FC Nürnberg (1986 bis 1994 und 1999 bis 2001). Außerdem spielte er bei Eintracht Frankfurt (1994 bis 1996), beim französischen Erstligisten Olympique Marseille (1996 bis 1999), bei den damaligen Zweitligisten SC Charlottenburg (1983/84) und Hertha BSC sowie beim Amateur-Oberligisten KSV Holstein Kiel (bis 1983), seinem Heimatverein.

Insgesamt brachte es der Weltklasse-Torhüter, der 1993 zum deutschen „Fußballer des Jahres“ und 1996 zum „Welttorhüter des Jahres“ gewählt wurde, auf 346 Bundesliga- und 173 Zweiliga-Einsätze. International kann er neben seinen Länderspielen 68 Erstliga-Einsätze in Frankreich und 14 Spiele im UEFA-Pokal vorweisen. Weniger erfreulich ist allerdings diese Statistik, mit der er gar nicht gerne konfrontiert wird: In Köpke sportlichem Lebenslauf stehen auch fünf Abstiege.

Die Abstiege kann man ihm nicht anlasten. Köpke glänzte stets mit erstaunlichen Reflexen und einer souveränen Strafraumbeherrschung und sorgte mit permanent guten Leistungen jahrelang dafür, dass der 1. FCN von Abstiegen verschont blieb. 1994 konnte aber auch er nicht mehr helfen. Um seine Karriere in der Nationalmannschaft nicht zu gefährden, wechselte er daraufhin zu Eintracht Frankfurt. Nach dem Abstieg der Hessen zwei Jahre später stand er auf der Wunschliste des spanischen Renommierklubs FC Barcelona, doch auch der Bundesligist VfB Stuttgart wollte sich seine Dienste sichern. Nach einigen Wirrungen landete er schließlich in Marseille. Als er sich dort 1999 mit seinen Trainer Rolland Courbis überwarf und nur noch zweite Wahl war, folgte er dem Lockruf seines alten Arbeitgebers 1. FC Nürnberg. Den Abstieg konnte er zwar auch nicht mehr verhindern, feierte aber zwei Jahre später zum Ausklang seiner Karriere mit dem Club den Wiederaufstieg unter Trainer Klaus Augenthaler.

Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab Köpke am 30. Mai 1990 in Gelsenkirchen bei einem Freundschafts-Länderspiel gegen Dänemark im Vorfeld der WM 1990. Aber erst 1992 konnte er seinen Rivalen Bodo Illgner, gegen den er kurz zuvor in einem Bundesligaspiel einen Elfmeter verwandelt hatte, verdrängen. Bei der WM 1994 entschied sich der damalige Bundestrainer Berti Vogts dann aber doch für Illgner als Nummer eins. „Er hat es mir am Tag vor der Abreise gesagt. Das war dann ein wunderbarer Flug über den Teich, das können Sie sich denken“, erinnerte sich Köpke in einem Interview mit der NZ. Und hätte Vogt nicht unmittelbar nach der WM eingeräumt, in der Torwartfrage einen Fehler gemacht zu haben, wäre er zurückgetreten. So aber avancierte Köpke zur Stammtorhüter beim Gewinn der Europameisterschaft 1996 in England (2:1 n. V. und Golden Goal gegen Tschechien) und stand auch beim der WM 98 (Aus im Viertelfinale nach einem 0:3 gegen Kroatien) noch zwischen den Pfosten.

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn arbeitete der dreifache Familienvater für den Sportrechte-Vermarkter „Sport Five“ und engagierte sich als Nürnberger WM-Botschafter. Im Herbst 2004 holten ihn der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, zwei früheren Weggefährten im DFB-Team, für das „Projekt 2006“ ins Team. Am 15. November 2004 trat Köpke die Nachfolge des langjährigen DFB-Bundestorwarttrainers Sepp Maier an, der sich mit Klinsmann überworfen hatte. Bis heute ist Köpke, der noch nie ein Mann der lauten Töne war, dort ob seiner fundierten Kenntnisse und seiner sachlichen Art überaus geschätzt.

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