Armin Dörfler

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Armin Dörfler (* 31. August 1960 in Nürnberg) ist der Gründer des „Bujinkan Nürnberg“ - Bujinkan Dojo Nürnberg - des ersten offiziellen Deutschen Bujinkan Dojo (Schule) und einer der Pioniere in der japanischen Kampfkunst Ninjutsu.

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Inhaltsverzeichnis

Leben

Armin Dörfler begann in Nürnberg im Alter von 12 Jahren mit der asiatischen Kampfkunst. Bereits nach einiger Zeit waren sein großes Talent und seine ungewöhnliche Ausdauer in diesem Alter erkennbar. So konnte er bereits 1979 den ersten Schwarzgurt im Karate beim Deutschen Karatevrband bestehen. Nach späterem Eintritt in die Sportschule der Bundeswehr Sonthofen und Mitglied im deutschen Nationalkader im Karate beendete er seine Karriere und widmete sich nun den traditionellen Künsten, dem japanischen Ninjutsu (1988 Bericht in der NZ-NN Wochenende-Ausgabe eine Seite "Armin Dörfler: auch Weglaufen kann Kampfsport sein"). Gründung des ersten deutschen Bujinkan-Dojo-Nürnberg (Kampfkunstschule).

Durch mehrmalige Aufenthalte in Japan bei seinem Großmeister Dr. Masaaki Hatsumi bestand Armin als erster Deutscher die Meisterprüfung zum Shidoshi, ferner die Erlaubnis, ein "Bujinkan-Dojo-Nürnberg" zu gründen.

„Budo Journal“ 2008 November

Text von Armin Dörfler

Bujinkan Budo Taijutsu ist die heutige Kunst der japanischen Shinobi(Ninja) welche sich vor 1500 Jahren aus verschiedenen Asiatischen Einflüssen im feudalistischen Japan entwickelt hat.

Bujinkan – Tempel vom Gott der Kampfkünste Budo- Weg des Lebenskampfes Taijutsu- Körperkunst

Bujinkan Budo Taijutsu soll als Lebensphilosophie verstanden werden, die das Ziel hat Wege zu finden, um in Frieden und Harmonie mit der Natur und sich selbst zu leben. Die kämpferi-schen Aspekte sind Mittel und Wege, um das verwirklichen zu können. Desweiteren stellen sie den ewigen Kampf mit dem eigenen Ego dar. In den 80er Jahren gab es einen regelrechten NINJA –Boom wobei das Image, welches ohnehin durch Unverständnis sehr schlecht war, durch billige Filme und falsche Schulen noch mehr negativ dargestellt wurde.

Bujinkan Dojo in aller Welt geben heute den wahren Geist dieser Kunst weiter. Soke Dr. Hatsumi Oberhaupt des Bujinkan ist ein lebender Kulturschatz Japans und steht unter dem persönlichen Schutz des japanischen Kaisers. Im Jahr 2002 wurde Soke Dr. Hatsumi als einziger Budo Lehrer eine Ehrung des Papstes zuteil und wurde im Vatikan offiziell gewürdigt für seine Verdienste um der Vermittlung des Friedens und der wahren Kunst des friedvollen Kriegers!

Im Bujinkan Budo Taijutsu lernt man als erstes den Körper als eine Einheit zu bewegen, d.h. man benutzt den ganzen Körper bei allen Aktionen und nicht nur einzelne Gliedmaßen. Bewegung spielt hier also ein große Rolle genannt Taijutsu.

Beherrscht man das Taijutsu, so werden traditionelle Waffentechniken, die zum Trainingsprogramm gehören, keine Schwierigkeit darstellen. All diese Übungen spiegeln in ihren Prin-zipien die Schwierigkeiten des Lebens wieder auf die es immer Lösungen gibt. Also Bujinkan ein Lebensweg! Nicht das Lernen des Tötens sondern die Möglichkeit den Geist, die Ausdauer zu schulen, um mit der Natur in Einheit fließen zu können. Ist dies einmal verinnerlicht wird selbst die fortgeschrittenste Technik „keine“ Technik mehr sein.

Portrait Interview Armin Dörfler Shihan 10.Dan Bujinkan

K: Wie bist du zu Ninjutsu gekommen?

A.Dörfler: 1973 habe ich mit Karate im DKB bei Alfred Heubeck in Nürnberg begonnen zu-gleich habe ich mich immer schon auch gleichzeitig für andere Asiatische Kampfkünste interessiert. So bin ich auf einen Artikel von 1969 im Blackbelt Magazin über Ninjutsu mit Dr.Hatsumi gestoßen später besuchte ich einige Seminare bei Wolfgang Ettig, Initiator des Ninjutsu in Deutschland, zu dem ich heute noch guten Kontakt habe.

K: Welches Verhältnis hattest du zu deinem Lehrer und heute?

A.Dörfler: Mein Lehrer im Bujinkan damals und heute war immer einzig seit 1987 Soke Dr.Hatsumi! 1987 am ersten Europa Taikai in London mit Dr.Hatsumi entstand eine, wie ich heute erkenne, echte Lehrer-Schüler-Beziehung. Bis heute stellt sie eine große Verbundenheit dar.

K: Was hat dir am Bujinkan am meisten Eindruck gemacht? A. Dörfler: Die Natürlichkeit Herzlichkeit und Offenheit des Übens wie es Soke Hatsumi weiter gibt. Ich sehe hier aus meiner Erfahrung die wahre Erhaltung und Weitergabe der Künste im Geiste von Boddhidarma dem Gründer des Shaolin.

K: Wie war Dein sportlicher Erfolg?

A.Dörfler: Wie schon erwähnt begann ich mit Karate im DKB. Hier habe ich sehr ernsthaft trainiert täglich bis zu 6 Std. Jahre lang daraus folgten Dan Prüfung bei BT Ochi und einige Wettkampf erfolge (Niederlagen waren zu 90% Hansokumake) Mitglied im Kumite Landeskader von Bayern sowie Mitglied im Junioren und Senioren Nationalkader des Deutschen Karate Bundes.

K: Worauf führst du Deine Erfolge zurück?

A.Dörfler: Ausdauer, Fleiß und Geduld.

K: Wann und bei wem hast Du deine Dan Prüfung gemacht?

A. Dörfler: Da ich das Glück habe, Schüler von Dr. Hatsumi zu sein, wurde ich auch bis heute von ihm graduiert. Hier sei erwähnt, das ich bis heute bei allen Dan Prüfungen nie angetreten bin sondern immer machen musste. Gürtel hatten mich wie auch bis heute noch nie interessiert mir ging es immer um die Kunst und das Üben. So auch 1989 in Japan als ich zum ersten Mal Soke Hatsumi besuchte und eines späten Trainingsabends ca. 23:30 Uhr, Soke Hatsumi sagte: „So, 5. Dan Saki Test! Die zum Test bitte vortreten!“ Ich war voller Freude! Da war ich das erste Mal in Japan und bei einem Training und dann bekam ich die Gelegenheit, auch noch den berühmten 5. Dan Saki Test sehen zu können. Aber nein, träumte ich? Sagte Hatsumi gerade: „ Armin San bitte vortreten?“ Ich dachte wohl gerade: „Ich sterbe.“ Bis heute kann ich es nicht ganz verstehen, wie ich es geschafft habe. Mein Bujinkan Bruder Pedro Fleitas bestand damals ebenso diese Prüfung. So wurde ich damals der erste deutsche Shidoshi (Lehrer ab 5.Dan im Bujinkan-Bericht auch 1989 im KBJ Magazin). Heute habe ich den 10. Dan nur eine Zahl und wie auch mein Soke sagt: „Zero-Neuanfang.“

K: Welches waren und sind Deine Vorbilder? A.Dörfler: Meine Vorbilder im Budo waren und sind Alfred Heubeck, Horst Handel, Hirokazu Kanazawa und natürlich mein Meister Lehrer Dr.Hatsumi. Ein Vorbild kann für mich immer nur einer sein mit dem man unmittelbar zu tun hat oder der einem zum Weg bringt.

K: Welche Budo Disziplin gefällt dir noch? A. Dörfler: Jede Traditionelle Budodisziplin in echter Weg Übung. Denn Sport ist nur Sport.

K: Welches sind Deine schönsten Erinnerungen und welche sind Deine schlechtesten. A.Dörfler: Immer wenn ich bei meinem Lehrer Hatsumi war. Wie damals bei der ersten Be-gegnung 1987 als er mich ansprach und sagte dass er etwas von einem echten Budo Geist in mir sieht und ich ihn doch bitte in Japan besuchen möchte. Mein negativstes war wohl eine Heimfahrt im PKW nach einer Deutschen Meisterschaft im Karate 1980 als mir mein deutscher Freund türkischer Abstammung und heutiger Dr. Med. mitteilte, er sei im Umkleidebereich von zwei Karateka aufs übelste beleidigt und getreten worden. Mein Freund wusste wie ich regiert hätte, deshalb sagte er dies erst im Auto (seit diesem Tag machte mein Freund ein damaliges Talent keine Karate mehr oder Kampfkunst).

k: Wie stehst Du zum Krafttraining und wie sieht dein Trainingsplan aus? A. Dörfler: Früher im Spitzensport Karate und in der Sportschule der Bundeswehr ist gutes Schnellkrafttraining wichtig wie heute - wie gesagt es ist SPORT! Heute ist Learning und Training by Teaching für mich, zu Hause mache ich für mich fast nur Kokiyoku (das jap. Qi Gong des Bujinkan)

K: Was ist Dein Hobby, Beruf-Arbeit Dein Familienstand? A.Dörfler: Mountenbiken sowie Motorrad Oldtimer Fahren und Restaurieren. Ich bin seit 20 Jahren Angestellter im Öffentlichen Dienst und verantwortlich für die Sicherheit einer Bundesbehörde und seiner Mitarbeiter. Seit 1985 bin ich mit meiner Frau Christine verheiratet und wir haben zwei Söhne.

K: Wie siehst Du die Entwicklung im Ninjutsu und International? A. Dörfler: Das Bujinkan ist durch viel Arbeit und Geduld Heute international anerkannt als Budo Kunst wie alle Trad.Budo Arten. Durch meine vielen Kontakte in Budo gebe ich auch Seminare zusammen mit anderen Künsten wie Judo, Karate, Aikido, Jujutsu usw. und konnte die früher oft negativen Images schnell wiederlegen. Natürlich gibt es auch heute noch Budoka die schlecht reden aber sie haben noch nie gutes Bujinkan gesehen, oder sie wollen es nicht.

K: Was ist für Dich Ninpo? A.Dörfler: Ninpo oder Bujinkan ist für mich - Menschen begegnen und Freundschaften schließen! Denn alles wird von einander bedingt. Deswegen kann man auch sagen: “Jeder ist abhängig von jedem.“ Zu dieser Art Innenschau eignet sich der Budo-Weg. Die Vollendung der Technik heißt, sich mehr kümmern zu müssen, damit das Ich verschwindet. Das „Ich“ das einer vollendeten Ausführung der Übung und Freundschaften im Wege steht. “Wen du irgendwo hingehst, wo du Buddha nicht findest, geh weiter. Wenn du irgendwo hingehst, wo du Buddha findest lauf erst recht weiter.“ Dies bedeutet nichts anderes, als dass man sich auf dem Weg keiner Anhaftung hingeben sollte, also weiter machen soll. (O-Ton von Soke Hatsumi Keep going). Die Übung ist der Weg und das Ziel ist der Weg etwas anderes gibt es nicht. Was unterscheidet den Meister vom Schüler? Eigentlich gar nichts, denn wenn Du dich Schüler nennen darfst bist du ja schon da wo der Meister ist auf dem Weg-bei der Übung! Außerdem ist es ratsam sich vorzunehmen, immer etwas weniger zu tun als man fähig ist zu tun aber das auch durch halten. Vorsätze die man sich selbst macht soll man einhalten. Die Freiheit soll beibehalten werden, indem sich bewusst gemacht wird, dass der Geist an sich frei ist, doch das wir die Verantwortung für die Entscheidungen tragen. Die Übungen sind nicht schwer. Es ist jedoch schwer ein Übender zu werden.

K: Wie stehst du zum Frauenkampf? A.Dörfler: Frauen im Budo ein Muss und SV auch! Aber nicht im Kontakt Wettkampf! Hier entsteht eine Vermännlichung und das Weibliche geht verloren.

K: Was hat dir das Bujinkan gegeben? A.Dörfler: Ich bin dankbar dass ich Schüler eines echten Lehrers des Budo sein darf, der mir in vielen Dingen meines Lebens geholfen hat, eine natürliche Gelassenheit zu bekommen und das geheime und wunderbare im Einfachen und Gewöhnlichen zu finden.

K: Welches sind Deine Spezialtechniken? A.Dörfler: Meine Vielseitigkeit und die Fähigkeit der Situationsanpassung!

K: Wo liegen Deines Erachtens Deine persönlichen Schwierigkeiten? A. Dörfler: Das positive in jedem Menschen zu sehen und jedem zu helfen! Den Budo weg als etwas Besonderes zu sehen mit dem man keine dubiosen Geschäfte macht! K:Welches sind deine Zielsetzungen als aktiver Lehrer im Budo und Privat? A.Dörfler: Weiter zu machen die Lehren meines Soke und meine Erfahrungen weiterzugeben! Der Öffentlichkeit das Positive des Budo zu vermitteln. Wie auch schon in Vorplanung einer Teilnahme an einer Großen Budo Gala. die im November 2009 in der Stadthalle in Fürth statt finden wird. Ein besonderer Event mit Top Budoka das seit 1999 zum 5-mal stattfindet! Ein Gedicht noch von mir zum Abschluss! Alles im Universum was da ist - wirkt erst dadurch wie Du bist! Darum öffne voll Liebe DEIN Herz! Denn mein Lieber, das macht keinen Schmerz! Nein! Denn sonst ist ALLES was da ist und DU bist am Ende Allein und nichts! Ishinden shin- Von Herz zu Herz Armin Dörfler Shihan Bujinkan


(Artikel-Auszug vom Budo Magazin " Karate Journal " 1989: Deutscher bestand Prüfung zum 5. Dan).

Wenn es einem nach jahrelangem Üben gelingt, bei geschlossenen Augen und ausgerichtetem Geist eine Fremdeinwirkung zu erkennen, ist man bereit zum Sakki-Test, der Prüfung zum 5. Dan Shidoshi. Diese Prüfung bestand als 1. deutscher Trainer Armin Dörfler nun direkt in Japan, als Sensei Hatsumi seinem Bokken (Holzschwert) hinter ihm stehend, beide Augen geschlossen, versuchte, den Kopf des Prüflings zu treffen. Gewandt wie eine Katze wich Dörfler im richtigen Moment aus und bestand somit diese hohe Prüfung.

Im Jahre 2006 Erstellung und technischer Berater sowie Darsteller des Filmprojektes "Ninja - Mythos & Wahrheit" in RTL - Welt der Wunder, eine über einjährige Arbeit und weltweit erste historische Verfilmung der Geschichte des Ninjutsu (Erstausstrahlung Oktober 2006), seitdem etwa drei monatliche Wiederholungen bei RTL2 und dem NTV-Nachrichtensender.

Bericht in der NZ 2008

  • Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!

Nürnberger Zeitung, 8. April 2008

Armin Dörfler ist Ninjutsu-Lehrer

Zwischen Kampf und mentaler Selbstfindung

Von Stephanie Händel - NZ Redaktion-

Eigentlich ist Armin Dörfler einer, der eher im „Schatten“ steht. Der zumindest beruflich- im Hintergrund die Fäden zieht und nur dann in Erscheinung tritt, wenn es irgendwo brenzlig wird. Als Sicherheitsbeamter bei der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit muss Dörfler dafür sorgen, dass alles ruhig bleibt an der Regensburger Straße, kümmert sich um Vorkehrungen zum Brandschutz genauso wie um den direkten Personenschutz.

Wenn es Abend wird, tritt Dörfler allerdings aus seinem dezenten Walten im Hintergrund heraus. In der kleinen Turnhalle der Bundesagentur sind Augen und Ohren seiner Ninjutsu-Schüler auf ihn gerichtet, verfolgen aufmerksam jede seiner Bewegungen und lauschen seinen Anekdoten über listige Schwertkämpfer und mutige Drachenbezwinger. Dörflers Schüler wissen, dass ihr Lehrer einer der Besten seines Faches ist. Der 47-jährige Nürnberger beherrscht die Kunst des Ninjutsu nämlich wie kaum ein anderer und gehört zu den besten Ninja-Kämpfern Deutschlands. Seit einigen Jahren gibt er sein Wissen über die häufig als „Schattenkrieger“ betitelten Ninja an andere weiter.

Wie viele Teenager ließ sich auch Dörfler während seiner Jugend Anfang der 70er Jahre- von diversen Kampfkunst-Streifen wie „Das Schwert des gelben Tigers“ mitreisen. „Ich habe dann im Verein Karate begonnen und mich Stück für Stück nach oben gearbeitet“ , erzählt er. Andere Kampfsportarten und Varianten kamen hinzu. „ Und ich fing an, mich verstärkt mit den theoretischen Hintergründen der Ninja-Kunst zu beschäftigen“ Der Ursprung dieser Kampfkunst lässt sich nicht mehr einwandfrei zurückverfolgen. Man geht aber davon aus, das die Wurzeln des Ninjutsu bis ins sechste Jahrhundert nach Christus zurückreichen und zunächst recht wenig mit körperlicher Auseinandersetzung zu tun hatten. Anleitungen zur Kriegs-Spionage solen es gewesen sein die einige Chinesen damals mit nach Japan brachten.

Verhüllte „Schattenkrieger“

Dort wurden diese in ein bereits bestehendes System des Ninjutsu eingebaut und stetig weiterentwickelt. Etwa 200 Jahre später entstand schließlich die Kunst des lautlosen Kämpfens mittels unterschiedlichster Techniken und Utensilien. „Ninja-Kämpfer wurden häufig mit Dämonen gleichgesetzt, man hat ihnen sogar übermenschliche Fähigkeiten nachgesagt“ , sagt Dörfler. Dass die Schattenkrieger gerne unerkannt blieben und sich aus diesem Grund häufig von Kopf bis Fuß verhüllten, gab dem Image des skrupellosen Kriegers einen zusätzlichen Schub. Zahlreiche Filme bedienten sich des Ninja-Mythos. Als blutrünstige Meuchelmörder werden sie allzu oft dargestellt, die vor nichts und niemanden zurückschrecken. „Da ist über die Jahre hinweg ein verfälschtes Bild entstanden“ meint Dörfler. Nicht Attentate und Spionage seien Grundgedanken des Ninjutsu, sondern vielmehr die Entwicklung eines freien und gerechten Geistes. Der Mythos von den übermenschlichen Fähigkeiten rühre außerdem aus der Effizienz, mit der Ninja-Kämpfer zu Werke gingen.

Und eben diese will Dörfler auch an seine Schüler weitergeben. Eine Trainingseinheit besteht neben den zahlreichen Partnerübungen zur Selbstverteidigung stets auch aus kleinen Anekdoten, die die Philosophie der Kampfkunst näherbringen sollen. Gerne erzählt Dörfler etwa die Geschichte von einem alten Samurai, der einen gefährlichen Drachen nur durch die Kraft seiner Worte in die Flucht schlug.

„Es gehört mehr zum Ninjutsu als das Kämpfen: Es ist für mich auch eine Art Selbstfindung, die sich auf alle bereiche des Lebens übertragen lässt“ , sagt Dörfler. Ihm geht es weder um sportliche Höchstleistungen noch um das Einüben festgelegter Bewegungsabläufe oder das Befolgen starrer Regeln. „ Bei uns kann jeder mitmachen, egal welche Vorrausetzungen er mitbringt oder wie oft er ins Training kommen kann.“

Möchtegern-Ninja, die glauben, sie könnten nach Belieben mit Säbel oder Schwert herumfuchteln, sind bei Dörfler jedoch fehl am Platz. „Mit dem Waffentraining beginnt man sowieso erst ab dem Schwarzgurt“. Dörfler selbst besitzt den zehnten Dan, eine der höchsten Auszeichnungen, die es im Ninjutsu überhaupt gibt.

Entsprechend locker sieht es aus, wenn er seinen Trainingspartner mit ein paar gekonnten Bewegungen zu Boden drückt und ihn in einem unlösbaren Griff gefangen hält. Ein paar letzte Partnerübungen noch, einige lockere Sprüche dann ist die Trainingseinheit auch schon wieder vorbei- Dörfler tritt wieder in den Hintergrund, wird erneut zum modernen Schattenkämpfer unserer Zeit.

Chronik

  • 1973 Anfang mit Shotokan Karate im Deutschen Karate Bund
  • 1976 Beginn der Studien des Ninpo
  • 1977 Wing Tsun - Kung Fu in Nürnberg (erste Wing-Tsun-Schule in Bayern) mit Albrecht Engelhardt
  • 1979 1.Dan-Schwarzgurt (Deutscher Karate Verband) und Mitglied im Bayerischen Landeskader
  • 1980-1983 Sportschule in Sonthofen (zusammen mit Manfred Nerlinger - Gewichtheber Olympia Silber - und Norbert Schramm - Eiskunstläufer-Europameister und -Vizeweltmeister)
  • 1981 Mitglied im deutschen Nationalkader des DKV -Deutschen Karate Verbandes -
  • 1983 zusammenarbeit mit Wolfgang Ettig gründer der Europäischen Ninpo Organisation
  • 1984 Beendigung der Karate- Laufbahn (3. Dan-Schwarzgurt und Aktiver Kämpfer im Nationalkader)
  • 1987 London Taikai Seminar: Shodan von Dr. Hatsumi somit ist Armin erster deutscher Dan schwarzgurt + direkter Schüler von Großmeister Dr.Hatsumi
  • 1987 Gründung des ersten offiziellen Deutschen Bujinkan Dojo (Schule) - Bujinkan Nürnberg - "Bujinkan Dojo Nürnberg" von Armin Dörfler
  • 1988 2. Dan + 3. Dan am Stockholm Taikai Seminar von Dr. Hatsumi
  • 1989 4. Dan von Dr. Hatsumi Dezember in Japan + Sakitest 5. Dan. Somit erster deutscher Shidoshi (5. Dan) und immer noch einziger in Japan geprüfter deutscher Shidoshi (Meister Lehrer).
  • 1990 6. Dan von Dr. Hatsumi
  • 1994 A. Dörfler bekommt nach vier Jahren Arbeit auf dem Frankfurt Taikai durch Dr. Hatsumi den 8. Dan verliehen. (W. Ettig bestand den Sakitest 5. Dan) Dörfler bekommt von Hatsumi die Aufgabe, das Bujinkan Deutschland zu leiten.
Armin Dörfler wird von Soke Hatsumi für sein wahres Bushin–Krieger Herz mit dem Golden Award aus Japan (den nur wenige - unter anderem USA Kampfkunstexperte S. Hayes - erhalten haben) ausgezeichnet und wird somit im Lexikon der Kampfkünste eingetragen. (Quelle: Sportverlag Berlin „Lexikon der Kampfkünste“ von Werner Lind)
  • 1996 wurde Dörfler am Amsterdam Taikai Seminar der 9. Dan von Dr.Hatsumi verliehen.
  • 1998 wurde Armin Dörfler Renshi Karate 6. Dan Japan verliehen.
  • 2001 wurde Armin Dörfler am Madrid Taikai der 10. Dan von Dr.Hatsumi verliehen.
  • 2002 wurde Armin Dörfler der 10. Dan Chi-gyo von Dr.Hatsumi verliehen.
  • 2003 Auftritt bei der Budogala in der Stadthalle Fürth
  • 2005 wurde Armin der Judan Fu Gyo -10. Dan in Japan von Dr.Hatsumi verliehen
  • 2008 Show Auftritt bei der Internationalen Bonsai Ausstellung in der Pyramide -Fürth
  • 2008 Leitung von Deeskalations Seminaren sowie zusammenarbeit mit den Frauenbeauftragten der Polizei
  • 2009 wurde Armin Dörfler der 10.Dan Ku Gyo in Japan von Dr.Hatsumi verliehen
  • 2009 - verstärkte übungen des inneren Weges - durch Leitung von Entspannungssemminare für Tai Chi und Chi Gong

Als einer der Pioniere in Europa hat Armin durch viele Seminare in Jugoslawien, Österreich, Schweiz und Polen das Bujinkan mit aufgebaut.Sowie Gründung des Bujinkan Nürnberg. Er hat bis heute über 100 Leute zum Dan(Schwarzgurt) geprüft (1. - 10. Dan). Außerdem ist er Gründer der BUJINKAN BUDO NÜRNBERG SANDOKAI DOJO (einzigartiges in der BRD original Japanisches Leistungszentrum für Bujinkan in Nürnberg

(Anmerkung: Seit 1995 wurde von Dr. Hatsumi Ninjutsu Bujinkan durch BUJINKAN BUDO TAIJUTSU ersetzt. Zu verstehen als globale allumfassende Kampfkunst.)

Filme

  • Deutscher Lehrfilm "Ninjutsu" 1987
  • Franken Fernsehen 1995 "Der Ninja aus Franken"
  • Bayerischer Rundfunk TV 2000 Bericht Armin von der Budogala Fürth
  • Bujinkan Taikai Madrid Lehrfilm DVD
  • RTL Welt der Wunder Sondersendung "Ninja - Mythos & Wahrheit" 2006 Oktober TV Sendung
  • DVD 95 min. Oktober 2008 Wissensthek - Wissenschaft und Technik im Mittelalter "Die Ninja - Japans weise Schattenkrieger"
  • Info Film Ninjutsu ZDF mit Spende für "Aktion Mensch"
  • Pro7 Sendung 2010 Galileo Armin Dörfler mit Ninja Wurfsterntest "
  • Pro7 Sendung 2011 Galileo Armin Dörfler Samurai Schwerttest"

Literatur

  • Armin Dörfler. Auch Weglaufen kann Kampfsport sein. NZ-NN Wochenend-Ausgabe vom 20-21.Februar 1988
  • Armin Dörfler, Ninjutsu-Lehrer zwischen Kampf und Selbstfindung. In: Nürnberger Zeitung vom 8. April 2008
  • Lexikon der Kampfkünste -Sportverlag Berlin
  • Ninjutsu- von W.Ettig
  • Nahkampf- W.Ettig
  • Ninpo - Pal Szabo -Ungarn
  • Schattendrache- 2007 Urian Verlag
  • BUDOWORLD- BUDO-KARATE
  • Karate Journal
  • Blackbelt Magazin
  • Japan Aktuell
  • Dojournal 1-6

Weblinks