Aufseß
Aus Franken-Wiki
| Aufseß | |
|---|---|
| Ortstyp | Gemeinde |
| Landkreis | Bayreuth |
| Regierungsbezirk | Oberfranken |
| Bundesland | Bayern |
| Höhe | 414 m ü. NN |
| Fläche | 29,39 km² |
| Einwohner | 1.333 |
| Gemeindeschlüssel | 09472115 |
| KFZ-Kennzeichen | BT |
| Anschrift der Verwaltung | Schlossberg 98 91347 Aufseß |
| Telefon | 09198 998881 |
| Website | http://www.aufsess.de |
| Bürgermeister | Ludwig Bäuerlein (CSU / Unabhängige Wähler) |
Aufseß ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bayreuth. Aufseß ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hollfeld.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
In Aufseß befand sich eine Judengemeinde, die 1933 dem Bezirksrabbinat Bamberg unterstand. Nach der Pogromnacht 1938 veließen die letzen acht Juden Aufseß. Zu einer Deportation kam es allem Anschein nicht.
Von 1296 an erscheint Ritter Otto von Aufseß in Urkunden als der bedeutendste Vertreter der Familie. Mit seinen sieben ritterlichen Söhnen hat er auch in der allgemeinen Politik eine Rolle gespielt. So hat er auf Seite Kaiser Ludwigs von Bayern an der Schlacht bei Mühldorf 1322 teilgenommen. Als unabhängiger Ritter bot er mit seinen Söhnen seine Dienste und seine Burgen Aufseß, Wüstenstein, Freienfels, abwechselnd dem Burggrafen von Nürnberg, dem Bischof von Bamberg und den Grafen von Truhendingen und Henneberg an.
Die Burg Ritter Ottos war sein freies Eigentum und in kriegerischer Hinsicht für die benachbarten Landsherren von besonderem Interesse. Denn sie sperrte wichtige Verkehrslinien, so von Ost nach West die Straße Bayreuth-Plankenfels, Heiligenstadt-Bamberg und von Süd nach Nord die Aufseßtalstraße Streitberg-Wüstenstein-Hollfeld. Die Landsherren versuchten daher wiederholt durch Burgöffnungsverträge mit den Herren von Aufseß den freien Durchzug und die Besetzung mit eigenen Streitkräften zu sichern.
Die Burg war im Mittelalter viel umfangreicher als jetzt. Um die innere Burg, wie sie heute noch besteht, schloss sich eine äußere Burg, die mit Mauern und Toren befestigt war, und den ganzen jetzigen Ortsteil Haag umfasste. Es war eine sehr umfangreiche Burganlage, die schon fast einem kleinen Städtchen gleichkam.
Im Jahre 1420 bestieg der Domherr Friedrich von Aufseß als Fürstbischof den bischöflichen Stuhl zu Bamberg. Er geriet in die schwere Zeit der Hussitenkriege, die als Rache für die Verbrennung ihres Reformators Huss und aus tschechischem Nationalhass 1430 in Franken einbrachen und schwere Verwüstungen anrichteten, auch die Burg Aufseß völlig niederbrannten.
Zur Reformationszeit hat der Bauernkrieg 1525 wie alle übrigen adeligen Schlösser auch Aufseß nicht verschont und die ganze Burg schon zum zweiten Mal in Asche gelegt. Die aufrührerischen Bauern mussten sich einem schweren Strafgericht durch den Bischof unterwerfen, wozu auch die Herren von Aufseß ihre erlittenen Schäden in einer umfangreichen, noch im Archiv erhaltenen Pergamentschrift angemeldet hatten.
Die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts brachte dem fränkischen Adel offenbar eine Zeit hohen Wohlstandes.
Dann kam der 30-jährige Krieg, der diesem Wohlstand ein gründliches Ende bereitete. Im Jahre 1634 drang eine kaiserliche Truppe von Kroaten in Aufseß ein und zerstörte (nun zum dritten Mal) die Burg durch Feuer und plünderte die Ortschaft. Zumdem brach auch noch die Pest in Aufseß aus, der die gesamte Bevölkerung mit Ausnahme der geflüchteten Burgherrn zum Opfer fiel. Die leerstehenden Bauernanwesen wurden hierauf an neuzugezogene auswärtige Bauern verliehen, die den Grundstock der jetzigen Einwohnerschaft bilden.
Der gemeinschaftliche Besitz der Burg führte von 1677 an zu schweren Steitigkeiten zwischen den Brüdern Friedrich und Carl Heinrich von Aufseß. Der letztere entschloss sich daher im Jahre 1690, auf einem Berg eine Viertelstunde oberhalb der Stammburg, wo bisher ein offener Ökonomiehof gestanden hatte, ein festes Schloss mit Mauern und Türmen zu erbauen, welches er Oberaufseß benannte.
Die katholische Linie Unteraufseß starb 1800 aus, sodass Ober- und Unteraufseß besitzmäßig wieder vereinigt waren. Erst 1850/51 fand wieder eine Teilung statt. Oberaufseß fiel an Alexander von Aufseß. Unteraufseß dagegen gelangte an den geschichts- und kunstbegeisterten Hans von Aufseß, der 1852 das Germanische Nationalmuseum zu Nürnberg gründete.
Politik
Ortsteile
Aufseß; Dörnhof (Aufseß); Heckenhof (Aufseß); Hochstahl (Aufseß); Hundshof (Aufseß); Kobelsberg (Aufseß); Neuhaus (Aufseß); Oberaufseß (Aufseß); Sachsendorf (Aufseß); Zochenreuth (Aufseß);
Nachbarorte
- 91332 Heiligenstadt in Oberfranken
- 91346 Wiesenttal
- 91364 Unterleinleiter
- 95515 Plankenfels
- 96142 Hollfeld
Sehenswürdigkeiten
- Felsformationen: Alter Fritz, Himmelsstäuberer, Galeriefelsen.
Siehe auch
Weblinks
- Wikipedia: Aufseß
