Ballrussn

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Nein, die Bezeichnung war weder rassistisch noch entwürdigend gemeint – dennoch ist sie mittlerweile kaum mehr zu hören. Wohl auch deswegen, weil es den Personenkreis, der damit gemeint war (und ist), auf den Sportplätzen kleinerer Vereine kaum mehr gibt. Vielmehr sind diese meist jungen Menschen (fast) nur noch in den Arenen und Stadien anzutreffen, wo sie einheitlich gewandet auftreten: die Ballruss’n.

Deren Aufgabe bestand und besteht vornehmlich darin, die Bälle schnellstmöglich wieder herbeizuschaffen, die ins Aus geschossen worden waren. Oder dann, wenn die eigene Mannschaft knapp in Führung liegt und das Spiel sich dem Ende entgegenneigt, weggeschossene Bälle möglichst (unauffällig) gemächlich zu holen und an den Spieler der gegnerischen Mannschaft zu übergeben. Und das auch dann, wenn dieser Gästeakteur seinerseits auf Eile drängt, um den Einwurf möglichst rasch auszuführen, damit sein Team noch den Ausgleich (oder Siegtreffer) erzielen kann. Im Profifußball funktioniert diese kleine Unsportlichkeit allerdings kaum mehr. Die Verantwortlichen versuchen, solchen Spielverschleppungen durch die Ballruss’n dergestalt entgegenzuwirken, dass sie darauf bestehen, mehrere runde Spielgeräte an den Außenlinien bereitzuhalten.


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