Bamberger Dom

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Der Bamberger Dom
Das Kaisergrab im Bamberger Dom. Grablege der beiden Heiligen, Kaiser Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde. Geschaffen in der Werkstatt von Tilman Riemenschneider.

Der Kaiserdom St. Peter und St. Georg ist eines der Vermächtnisse Kaiser Heinrichs II. Der Dom beherbergt nicht nur das Kaisergrab des heilig gesprochenen Kaiserpaares, sondern auch das Grab von König Konrad III., welcher in Bamberg geboren wurde und im Jahre 1152 dort verstarb. Als einzig erhaltenes Papstgrab nördlich der Alpen ist die Grabtumba Clemens II. im Westchor zu sehen. Clemens II. war Bischof Suidger von Bamberg, der 1046 zum Papst ernannt wurde und seiner "geliebten Braut", der Kirche Bamberg, weiterhin als Bischof vorstand.

Der nun bestehende Dom, der sowohl Stilelemente der Spätromanik und Frühgotik aufweist, hat bis heute überdauert. Sehenswert ist der mysteriöse "Bamberger Reiter", der durch einen unbekannten Bildhauer geschaffen wurde. Bis heute ist man sich darüber uneins, wen diese Figur abbildet(1).

Die Basilika ist dreischiffig und verfügt über zwei Chöre, welche beide von einem schlanken Turmpaar flankiert werden. Der spätromanische Georgschor im Osten, der frühgotische Peterschor im Westen(1). Seit 1928 befinden sich Teile des Domes unter Gerüst verborgen vor.

Inhaltsverzeichnis

Kirche vor dem Dombau

Heinrichsdom (Erster Dom)

Der Heinrichsdom, Vorgänger des heutigen Bamberger Doms, wurde im Jahr 1004 von Kaiser Heinrich II. in Auftrag gegeben und nach sehr kurzer Bauzeit 1012 fertiggestellt. Der Dom war eine dreischiffige Säulenbasilika mit Hauptchor und Querhaus. An der Ostseite befanden sich zwei niedrige Türme und den Abschluss bildete eine halbkreisförmige Apsis. Dieser Dom wurde am 6.Mai 1012 durch den Patriarchen von Aquileja eingeweiht. Der Heinrichsdom brannte am Karsamstag den 3. April 1081 nieder.

Zweiter Dom

Der sogenannte zweite Dombau wurde unter Einbeziehung der Reste des 1. Domes unter Bischof Rupert (1075-1002) errichtet. Soweit schlüssig nur um das Abhalten von Gottesdiensten zu ermöglichen. Die eigentliche Wiederherstellung geschah unter Ruperts Nachfolger Bischo Otto I. (1102-1037); dieser wurde später als "Apostel der Pommern" heiliggesprochen. Im Juli oder August des Jahres 1185 brannte auch dieser Dom mit seiner ganzen Umgebung ab. Inwieweit dieser dann für gottesdienstliche Zwecke wiederhergerichtet wurde, entzieht sich der Kenntnis der Wissenschaft.

Eckbertdom

Wohl nach der Heiligsprechung Kaiserin Kunigunda im Jahr 1200 kam der Gedanke an einen Neubau des Domes auf. Ob die Sammlungen und Stiftungen die während der Regierungszeiten der Bischöfe Otto II. (1177.1196) und Thiemo (1196-1202) getätigt wurden bereits für einen Neubau bestimmt waren, lässt sich nicht feststellen.

Erst unter Bischof Ekbert von Andechs-Meranien (1203-1237) ist der Neubau des Domes anzunehmen. der bereits am 6. Mai1237 eingeweiht wurde, dessen Bauvollendung jedoch noch mehrere Jahrzehnte in Anspruch ńahm.

Äußere Baubeschreibung

Der Domkranz

Osttürme

Der Vorgängerbau des heutigen Bamberger Doms - dokumentiert auf einer Münze aus der Zeit Bischof Ruperts - hatte zwei gedrungene Türme. Die vier jetzt vorhandenen Türme im Osten sind in ihren Untergeschossen romanischen Ursprungs, während die beiden westlichen Türme Kennzeichen gotischer Baukunst sind. Im Jahre 1766 wurden die Turmhelme neu gestaltet und der Dachreiter im Mittelschiff entfernt.

Über den beiden östliche Portalen sind romanische Rundfenster zu sehen hinter denen sich Kapellen - welche bis zur Barockisierung des Doms in Gebrauch waren, befanden. Nach der Profanierung, welche die Altarsteine mit den eingelassenen Reliquien unberührt beließen, sind diese aus dem 13. Jahrhundert stammenden Altäre und Gedenkstücke die ältesten erhaltenen des Bamberger Doms.

Ostchor

Der hoch gelegene Chor wird durch hohe Mauern begrenzt und besitzt eine Fußbodenfläche, die aus unterschiedlichen Ebenen besteht. An der Außenseite des Ostchors befindet sich das so genannte Sonnenloch, eine kleine Öffnung, die zu einem Schrank führte, in dem der Schädel der heiligen Kunigunde aufbewahrt wurde.

Sonnenloch

Plastiken

Reiterhäuschen

Adamspforte

Die Adamspforte (Rote Türe) war der Haupteingang zum Dom. Sie ist das älteste Portal und wurde erst nach der Fertigstellung der benachbarten Gnadenpforte gestaltet. Der Gang durch die Adamspforte war vermutlich Teil einer Bußpraxis, bei der am Gründonnerstag die Menschen auf eine symbolische Art und Weise aus dem Paradies vertrieben wurden nach der öffentlichen Buße durch die [Gnadenpforte]wieder in den Dom zurückgelangten. Die Adamspforte wurde früher von der Öffentlichkeit genutzt.

Gnadenpforte(Marienpforte)

Die Gnadenpforte im südwestlichen Turm wurde ursprünglich nur an besonderen Festtagen oder feierlichen Anlässen genutzt.

Eselstall

Fürstenportal

Dieses Hauptportal an der Nordseite des Domes ist nur bei Prozessionen und anderen Festlichkeiten geöffnet.

Veitspforte

Die Veitspforte war der Zugang zur Pfarrei St. Veit innerhalb des Domes. Diese Pfarrei bestand aus dem Altar St. Veit welcher an der Stelle des Mühlhausener-Alteres stand. Die Pfarrei St. Veit war für die zivile Bevölkerung, also den Bediensteten der Domherrn, vorbehalten.

Westtürme

Südwestturm

Christopherus-Pforte

Christopherus-Pforte ist gegenüber der Adamspforte an der Westseite des Domes und hat keine weiteren Status.

Innere Beschreibung

Ostchor

Der Ostchor wird seit 1928 von einer Malerei in der Apsis beherrscht. Die Ausstattung des Chores ist ein im 19. Jahrhundert geschaffenes Chorgestühl unter Verwendung alter Holzplastiken. Der Aufbau Choraltares - Christus am Kreuz - ist ein Werk von Schwanthaler; der Altartisch eine Arbeit des Bamberger Bildhauers Schäfer. Bis zum Umbau des Domes 1969-1972 war dies der Chor des Bischofs, sein Thronsessel mit Baldachin war auf der nördlichen Seite aufgestellt,

Westchor

Altäre im Dom

  • Veit-Stoß-Altar, der Weihnachtsaltar
  • Gattendorfer-Altar
  • Mühlhausener-Altar
  • Altar des Ostchores
  • Altar des Westchores, genannt Glesker-Altar. Ein Werk des aus Frankfurt stammenden Justus Glesker.
  • Hochaltar

Grabdenkmäler im Dom

Beachten Sie bitte, dass nicht alle im Dom bestatteten Bischöfe ein Grabdenkmal erhielten, bzw diese um 1840 in die Kirche St. Michael dem gleichnamigen ehemaligen Benediktinerkloster transferiert wurden. Die Grabdenkmale der Schönbornbischöfe befinden sich in Würzburg. Gräber der Bischöfe sind teilweise durch die Namen in den Fußbodenplatten sichtbar gemacht worden. Viel Spaß beim Suchen.

Bamberger Dom um 1900

Ostchor

Mittelschiff

  1. Zwischen der Stufenanlage, den Aufgang zum Ostchor, steht seit 1972 das Hochgrab des heiliggesprochenen Kaiserpaares Kunigunde und Heinrich II., das von Tilman Riemenschneider gestaltet wurde. Im südliche Seitenschiff befinden sich folgende Grabdenkmäler:

Westchor

  1. Grab des Bamberger Bischofs Suidger der 1047 Papst wurde und als solcher als Clemens II. in die Geschichte einging.

Südliches Seitenschiff

  1. Lupold von Bebenberg
  2. Berthold von Leiningen
  3. Anton von Rotenhan
  4. Friedrich von Hohenlohe
  5. Ekbert von Andechs-Meranien
  6. Grab des Weihbischofs Michael Landgraf befindet sich im Eingang zur Antoniuskapelle.
  7. Grab des Weihbischofs Senger befindet sich im Eingang zur Antoniuskapelle.
  8. Philipp Valentin Voit von Rieneck
  9. Johann Christoph Neustetter, gen. Stürmer
  10. Peter Philipp von Dernbach
  11. Philipp von Henneberg

Nördliches Seitenschiff

  1. Georg Karl von Fechenbach
  2. Jakobus von Hauck
  3. Friedrich von Truhendingen
  4. Albert von Wertheim

Antoniuskapelle im Dom

Die Sakramentskapelle des Domes, ist reserviert für Beter vor dem Allerheiligsten. Von außen sichtbar ist das Rosenkranzgemälde, welches Lukas Cranach zugeschrieben wird. Die Antoniusfigur über einer jetzt geschlossenen Pforte zur Nagelkapelle gab diesem Teil des Domes den Namen.

Nagelkapelle am Dom

Die Nagelkapelle ist für den Besichtigungsverkehr geschlossen und steht nur für Gottesdienste zu Verfügung.


Karte

<googlemap lat="49.891386" lon="10.88346" zoom="17">49.89093, 10.882924, Bamberger Dom</googlemap>

Literatur

  • "Franken" - Ralf Nestmeyer S.256 (Michael Müller Verlag) ISBN: 3-923278-27-6
  • Heinrich Mayer, Bamberg als Kunststadt, Seite 29ff, Bamberg 1955

Siehe auch

Weblinks