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Johann Baptist Ritter von Spix (* 9. Februar 1781 in Höchstadt an der Aisch; + 13. Mai 1826 in München) war deutscher Mediziner, Zoologe und Brasilienforscher.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geboren wurde Spix am 9. Februar 1781 als siebtes von 11 Kindern in Höchstadt an der Aisch. Sein Vater Johann Lorenz Spix war von Beruf Bader. Das ehemalige Baderhaus steht noch heute, wurde im 19. Jahrhundert zum Gerberhaus umfunktioniert und beinhaltet mittlerweile das Spix Museum.
Nach der Volksschule ging Spix in das Aufsess'sche Studienseminar in Bamberg. 1801 machte er seinen Studienabschluss als Doktor der Philosophie und studierte auf Wunsch der Eltern später in Bamberg, dann in Würzburg Theologie. 1804 wechselte er zur Medizin und den Naturwissenschaften. 1806 machte er sein Examen in Bamberg und arbeitete kurze Zeit als Assistenzarzt. Als junger Forscher für vergleichende Anatomie und Zoologie erwarb er ein Stipendium und ging 1808 nach Paris und an die Atlantikküste. 1809/11 ging er nach Südfrankreich, Italien und die Schweiz. 1811 wurde er Adjunkt der mathematisch-physikalischen Abteilung der Königlich-Bayerischen Akademie der Wissenschaften, wo er dann zum Konservator der zoologisch-zootomischen Sammlung wurde. In Erlangen lernte er den Botaniker Martius kennen, mit dem er später seine Brasilienexpedition antrat. 1813 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Königlich-Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt.
Am 10.04.1817 brach Spix auf Wunsch von König Maximilian I. zusammen mit Martius zu einer Brasilien Expedition auf. Diese dauerte drei Jahre. Am 10.12.1820 kam Spix zurück nach München, wo er einige Reiseberichte und Bilderbände veröffentlichte. Am 13. Mai 1826 starb er im Alter von 45 Jahren an einer Krankheit an der er schon in Brasilien erkrankte, vermutlich Bilharziose. Beerdigt wurde er auf dem alten südlichen Friedhof in München. Für seine Leistungen in Brasilien wurde ihm der Rittertitel verliehen.

Die Brasilien Expedition

Da gerade die Vermählung der österreichischen Erzherzogin Leopoldine mit dem Kronprinzen Dom Pedro I. von Brasilien bevorstand, konnte sich die Expedition um Spix der Hochzeitsgesellschaft anschließen und mit ihnen von Triest aus auf der Fregatte Austria nach Rio de Janeiro reisen.
Nach drei Monaten Schifffahrt, am 14.07.1817 erreichte die Fregatte Brasiliens Hauptstadt Rio de Janeiro, welche erstmal gründlich von Spix und Martius erkundschaftet wurde. "Unser aller Augen weideten sich an einer Gegend, deren Lieblichkeit, bunte Mannigfaltigkeit und Pracht alle Naturschönheiten weit übertraf, welche wir noch je gesehen hatten", schrieb Spix über seinen ersten Eindruck von Brasilien. Am 08.12.1817 begann die Forschungsreise in das Landesinnere. Am 14.06.1820 fuhren sie auf dem brasilianischen Dreimaster Nova Amazonia zurück nach Europa und anschließend über Lissabon nach München.
Bemerkenswert ist die Menge der zoologischen und pflanzlichen Exponate, welche Spix aus Brasilien mitbrachte. Tausende Gegenstände fanden auf dem Schiff platz und auch lebendige Tiere mussten die Fahrt über versorgt werden.
Gegenstände, welche nicht mitgenommen werden konnten wurden skizziert, so zum Beispiel viele Bäume.
Zoologische und Botanische Ausbeute:

85 Arten von Säugetieren
350 Vögel
130 Amphibien
116 Fische
2700 Insekten
80 Spinnen
80 Krustentiere
57 lebende Affen und Papageien
6500 Pflanzenarten

Diese bilden bis heute die Grundlage der Zoologischen Staatssammlung in München.
Spix Hauptinteresse lag in der Sammlung von Fischen, Vögeln und Reptilien um deren Verwandtschaftsbeziehungen zu verstehen. Außerdem erforschte er Klima, Geologie und die Kultur der dort lebenden Völker. Im zweiten Jahr der Expedition beschäftigte sich Spix vor allem mit den Indianern, die er auch als "Söhne des Waldes" bezeichnete. Er besuchte viele verschiedene Stämme, allerdings kam durch seine europäische Voreingenommenheit gegenüber der südamerikanischen Kulturen nie ein richtiger Dialog mit den Indianern zustande. Seine Art des Sammelns von Exponaten wird gerade heute zu seinen größten Verdiensten gezählt. So sammelte er repräsentative Stücke, ertauschte sich diese mit den Indiandern und dokumentierte ihre Kultur. Eine der ältesten Maskensammlungen aus Brasilien steht im Museum für Völkerkunde in München und wurde von Spix zusammengestellt. Noch heute wird Spix in Brasilien für seine Leistung geehrt.

Sonstiges

Das Spix Museum, Badgasse 7 in Höchstadt an der Aisch befindet sich im Geburtsthaus von Spix und stammt aus dem 13. Jahrhundert.
1994 wurde der Ritter von Spix Förderverein Höchstadt an der Aisch e.V. Gegründet, mit dem Ziel des Erhaltes des denkmalgeschützten Geburtshauses von Spix. Das Museum hat Sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

<googlemap lat="49.702849" lon="10.803667" zoom="19" controls="small"> 49.702726, 10.80359, Spix Geburtshaus und Museum </googlemap>


Spix wird wegen seiner Verdienste auch als der bayerische Alexander von Humboldt bezeichnet.
Außerdem wird seit 1981 von der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) die "Ritter von Spix Medaille" für besondere Verdienste in der zoologischen Sammlung und Forschungsarbeit verliehen.
Spix und Martius brachten auch zwei Indianerkinder mit nach München. Dies wird heute kritisiert. Innerhalb einen Jahres starben die Kinder an Erkältungskrankheiten.

Eine Bilderstrecke aus dem Spix Museum in Höchstadt an der Aisch:

Ausschnitt der Veröffentlichungen von Spix

Literatur

Weblinks