Bleistiftindustrie

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Bleistiftindustrie

Namen wie Faber-Castell, Staedtler, Schwan Stabilo oder Lyra begründen nach wie vor den Ruf der Metropolregion Nürnberg als Zentrum der deutschen Bleistiftindustrie. Seit dem 16.Jahrhundert ist das „Blei“ bekannt, das aber nichts mit Blei zu tun hat, sondern es handelt sich um Grafit. Dieses wurde erstmals in England zum Markieren der Schafe verwendet. Die Methode machte Schule und es sprach sich bald schnell herum, dass man mit der grauschwarzen Masse sehr gut schreiben konnte. Aus den Grafitbrocken wurden dünne Stäbchen gebrochen und mit ihnen, ähnlich wie mit einem Griffel, geschrieben. Bald schon begann man in England diese Stäbchen in Holz zu fassen. Damit wurde das Zerbrechen der Stäbe verhindert und sauberer war es zudem noch. Reisende Handwerker brachten die Holzstifte nach Deutschland und hier nach Nürnberg. Bereits in den sechziger Jahren des 17. Jahrhunderts wurden in Nürnberg manuell Bleistifte gefertigt. Holz gab es es ja reichlich, nur das Grafit musste man weiter aus England beziehen, denn das in Bayern und Österreich gefundene war nicht rein genug. Die Engländer verlangten viel Geld für ihr Monopol und stoppten sogar zeitweise die Ausfuhr. Erleichtert wurde die Bleistiftherstellung erst mit der Pulverisierung von verunreinigtem Grafit, das dann mit Ton und Wasser vermischt wurde. Die getrocknete Masse wurde anschließend in Holzkohle verpackt, in Keramikgehäuse eingeschlossen und bei hoher Temperatur gebrannt. Dieses Verfahren ist heute noch Grundlage der Bleistiftherstellung.

Siehe auch


Weblinks