Bundesland Franken

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Ein eigenes Bundesland Franken ist ein Wunsch mancher Franken. Er wird von manchen Personen mit vollem Ernst vertreten, meist aber ebenso augenzwinkernd wie die Forderung nach Wiedereinführung der Monarchie in Bayern. Motto: wir brauchen keinen König, aber schöner wär's schon...

Inhaltsverzeichnis

Zur Geschichte

Seit den 1980er-Jahren fordern Franken ein eigenes Bundesland. Sie organisierten sich im Fränkischen Bundschuh und im Fränkischen Bund e.V. - Der Wunsch nach Eigenständigkeit spiegelt sich auch darin, dass einige Franken noch weitere Verse des Frankenliedes dichteten:

Das Frankenlied als Widerstandslied

In anti-bayerischen Fassungen des Frankenliedes, die den Spottnamen „Rucksack-Bayern“ enthalten, kommt der Ärger mancher Franken über die Vereinnahmung Frankens durch Bayern und über den Raub fränkischer Kulturgüter deutlich zum Ausdruck.

7. O heil'ger Veit von Staffelstein,

beschütze deine Franken
und jag' die Bayern aus dem Land!
Wir wollen's ewig danken.
Wir wollen freie Franken sein
und nicht der Bayern Knechte.
O heil'ger Veit von Staffelstein,
wir fordern uns're Rechte!

8. Napoleon gab als Judaslohn

- ohne selbst es zu besitzen -
unser Franken und eine Königskron'
seinen bayrischen Komplizen.
Die haben fröhlich dann geraubt
uns Kunst, Kultur und Steuern,
und damit München aufgebaut.
Wir müssen sie bald feuern!

9. Drum, heil'ger Veit von Staffelstein,

Du Retter aller Franken:
Bewahre uns vor Not und Pein,
weis' Bayern in die Schranken!
Wir woll'n nicht mehr geduldig sein,
denn nach zweihundert Jahren,
woll'n wir - es muss doch möglich sein -
durch's f r e i e Franken fahren![1]

Der Wunsch nach Eigenständigkeit zeigt sich – vielleicht unbewusst - auch im Namen des Internetlexikons der Nürnberger Zeitung, das nicht Bayern-Wiki, sondern Franken-Wiki heißt. Deutlich ausgesprochen wird dieser Wunsch im Franken-Wiki in einem ebenfalls hinzugedichteten neuen Vers des Frankenliedes:

7. Du heil'ger Veit von Staffelstein, hilf bitte deinen Franken!

Zerschlag der Bayern Übermacht, wir wollen es dir danken.
Wir wollen freie Franken sein und keine Rucksack-Bayern.
Das war' (richtig: wär') das Glück ganz ungemein und uns ein Grund zum Feiern.
Valleri, vallera, valleri, vallera, und uns ein Grund zum Feiern.[2]

Alternative Version mit den „Rucksack-Bayern“:

O heiliger Veit von Staffelstein,
beschütze Deine Franken
und jag die Bayern aus dem Land,
wir wollen's ewig danken!
Wir wollen freie Franken sein
und keine Rucksack-Bayern.
O heiliger Veit von Staffelstein,
das würden wir gern feiern![3]

Position der Partei für Franken

Die im Oktober 2009 gegründete Partei für Franken hat in ihrem Grundsatzprogamm auf den ausdrücklichen Wunsch nach einem eigenen Bundesland noch verzichtet. Allerdings will sich die Partei eine solche Forderung offenhalten, falls eine Neuordnung der territorialen Aufteilung der Bundesrepublik Deutschland einmal eine realistische Option sei. Grundsätzlich kritisiert die Partei für Franken allerdings, dass der Freistaat Bayern nicht den Doppelnamen „Bayern-Franken“ trägt, etwa wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern.

Literatur

  • Rudolf Endres: Der „Fränkische Separatismus“ - Franken und Bayern im 19. und 20. Jahrhundert. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (MVGN), Band 67, 1980, S. 157-183 - MVGN
  • HH: „Offensive gegen weißblauen Rautenkult“ - Fränkischer Bund will alle Franken vereinen und fränkische Kulturgüter zurück. Foto: Sie wollen ein Bundesland Franken von (links) Detlev T. Tartsch, Heribert M. Reusch und der Ex-Grünen-Stadtrat Roland Schwab. In: Schweinfurter Tagblatt vom 7. Oktober 2006
  • „Fränkischer Bund“ kämpft für eigenes Bundesland. Freche Franken fordern Freiheit. In: Nürnberger Zeitung vom 21. Mai 2007, Nürnberg plus, S. + 1
  • A. Zitzmann: Echte Franken sind nur die Unterfranken. Zum Thema „Franken und Bayern“. Leserbrief. In: Nürnberger Zeitung Nr. 168 vom 21. Juli 2008, S. 25
  • dpa: «Beutekunst»-Streit: Bewegt sich was Richtung Franken? In: Nürnberger Zeitung Nr. 155 vom 9. Juli 2009, S. 27 - NZ

Siehe auch

Weblinks

  • Bayern-wolln-mer.net. Frankenblog! Frei statt Bayern! Freiheit für Franken! - im Netz
  • Fränkischer Bund e.V. - Bund
  • Moderner Nachtrag des Frankenliedes von Gerd Bachert, Hermann Wirth, Karl Frisch: Bitte der Franken - retzstadt.de

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Frankenlied - retzstadt.de
  2. Aus Frankenlied. Kopien mitsamt Rechtschreibfehlern, z.B. „räudig Schällein“, „war’“, findet man mit Datum vom 5. März 2008 bei Peter Körner:
    • Frankenhymne bei Peter Körner - PK-Homepage
    • Frankenhymne im Franken-Blog von Peter Körner „Frei statt Bayern“, Bundesland Franken - Franken-Blog
    Vgl. dazu
    • Das Frankenlied mit Originaltext und Noten bei Elmar R. Göller, Heilbronn - ERG
  3. Quelle: spin.de Darin ist eine englische Erläuterung über diese politischen Widerstandslieder enthalten: The following is a parodical anti-Bavarian version. Franconia, formerly under the rule of the Bishop of Würzburg, was incorporated into Bavaria by Napoleon in 1803, and the prince-elector of Bavaria assumed the title King of Bavaria in 1806. Still today, many Franconians do not consider themselves as Bavarians; "Beute-Bayern" ("Loot-Bavarians") or "Rucksack-Bayern" ("Rucksack-Bavarians") are some of the typical nicknames used for the inhabitants of the regions which were annexed to Bavaria during the napoleonic rule. However, songs like this are today rather a part of the typical "joke-wars" you can find among many regions in Germany than real songs of political resistance.