Burggrafen (Nürnberg)

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Die Burggrafen von Nürnberg

Als Burggrafen von Nürnberg wurden zu Beginn des zwölften Jahrhunderts zunächst die aus Niederösterreich stammenden Grafen von Raabs belehnt. Gottfried II. von Raabs und seinen vier Nachfolgern gelang es, das Einflussgebiet der Burggrafschaft Nürnberg territorial auszudehnen. Erst als der Konrad II. von Raabs um 1191 ohne männlichen Nachkommen verstarb, gelangte dessen Schwiegersohn Friedrich I. aus dem Hause Zollern an die Macht. Der Name des schwäbischen Adelsgeschlechtes, das sich ab der Mitte des 14. Jahrhunderts Hohenzollern nannte, blieb bis zum Ende des alten Reiches fest mit den Geschicken der Reichsstadt verbunden. Die Zollern erwiesen sich als äußerst geschickt im Erwerb von Pfründen und verstanden es, ihr Einflussgebiet konsequent auszubauen. So beerbten sie die Grafen von Abenberg, wodurch sie nicht nur in den Besitz der dortigen Stammburg gelangten, sondern sich außerdem auch die Cadolzburg und die Schirmherrschaft über das Kloster Heilsbronn sicherten. 1248 gelangten sie in den Besitz der oberfränkischen Ländereien der Grafen von Andechs-Meranien, in deren Zentrum sich Bayreuth befand. Neben zahlreichen anderen Erwerbungen erlangten die Zollern außerdem 1331 die Vogtei zu Ansbach, die später zu ihrer Residenzstadt werden sollte.

Das ambitionierte Voranschreiten der Hohenzollern brachte ihnen ernsthafte Konflikte mit anderen Reichsständen - wie den bayerischen Wittelsbachern – ein. Der mächtige Herzog von Bayern-Ingolstadt marschierte 1420 schließlich in Nürnberg ein und zerstörte die Burggrafenburg. Sie wurde 1427 schließlich mitsamt des Burggrafenamtes an die Reichsstadt Nürnberg verkauft. Zwar führten die Hohenzollern auch weiterhin noch den Namen der Burggrafen von Nürnberg im Titel, das eigentlich Amt hatte aber aufgehört zu existieren. Damit war der Machtkampf innerhalb der Mauern zwar beendet, doch die ehemaligen Burggrafen zogen auch das ihnen 1273 von Rudolf von Habsburg verliehene Landgericht nach Ansbach ab. Aus dem Territorium der Hohenzollern gingen mit der Zeit die Territorien der Markgraftümer Brandenburg-Kulmbach und Brandenburg-Ansbach hervor.

Mit den Markgrafen von Ansbach hatte die Reichsstadt Nürnberg im 15. und 16 Jahrhundert die Markgräflerkriege auszufechten, denen auch zahlreiche Adelssitze in der fränkischen Schweiz, so u.a. die Burgen Neideck und Streitberg.

Literatur

  • Adolf Schwammberger: Die Erwerbspolitik der Burggrafen von Nürnberg in Franken (bis 1361). Zugleich: Universität Erlangen, Phil. Diss. Erlangen: Palm & Enke, 1932, XII, 99 S. (Erlanger Abhandlungen zur mittleren und neueren Geschichte; Band 16)

Siehe auch