Carl Friedrich Kunz

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Carl Friedrich Kunz (* 19. Juli 1785 in Zerbst/Sachsen-Anhalt; † 27. Januar 1849 in Bamberg) war Verleger und Schriftsteller. Auch bekannt unter seinem Pseudonym Zacharias Funck.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Carl Friedrich Kunz ist der Sohn des Inspektors des Zucht- und Arbeitshauses Carl Gottlieb Kunz und dessen Ehefrau Auguste Luise, geborene Weber zu Zerbst. Im Alter von 9 Jahren holte ihn sein Onkel nach Magdeburg, um ihm dort, an einen bekannten Handlungsinstitut, welches er leitete, zum Kaufmann ausbilden zu lassen. Nach der Lehre zum Kaufmann arbeitete Carl Friedrich in Zerbst, Leipzig und Dessau. In den Jahren 1805 bis 1806 war er als Commis in einem Leipziger Speditions- und Bankgeschäft tätig. Er lernte dort den Lustspieldichter Christoph Friedrich Bretzner (* 10.12.1746 Leipzig; † 31. 8. 1807 Leipzig) und dessen umfangreiche Theatersammlung kennen. Nach Bretzners Tod kam er in den Besitz der Theatersammlung, die er weiter vermehrte. In Leipzig lernte er August Wilhelm Iffland und in Dessau Daniel Louis, genannt Ludwig, Devrient kennen. Im Jahr 1807 ehelichte er in Dessau die Brauer- und Gastwirtstochter Wilhelmine Belle (* 1787; † 1856). Im Jáhr 1807 siedelte er nach Bamberg über.

Seine Zeit in Bamberg

Nach Bamberg kam er als Angestellter der Weinhandlung G. M. Niezoldi im Jahr 1806 und wurde auch Teilhaber dieses Geschäftes, bis er 1809 eine eigene Weinhandlung gründete. Zu seinem Freundeskreis zählte E.T.A. Hoffmann, Friedrich Gottlob Wetzel und Jean Paul. In seinem Haus Eisgrube 14 trafen sich neben den Literaten auch Mediziner des Bamberger Krankenhauses, so auch Friedrich Adalbert Marcus zu anregenden Gesprächen bei Wein in seiner umfangreichen bedeutenden Privatbilbliothek. Diese Bibliothek erweiterte er unter Beteiligung E.T.A. Hoffmanns zu einem privaten Leseinstitut, welches er in den Folgejahren zu Bayerns größter kommerzieller Leihbibliothek ausbaute. Dieses Leseinstitut verfügte über 15.000 Bände. Seinen Geschäften fügte er 1814 noch eine Verlagsbuchhandlung an, sodass er auch ein bedeutender Verleger wurde. Diese Verlagsbuchhandlung veräußerte er 1833 an den Verleger Dresch. Nach dem Verkauf des Verlages wurde er als Autor tätig. Als solcher schrieb er unter den Namen Zacharias Funck. Er verstarb am 27. Januar 1849 im Bamberger Krankenhaus.

Werke

  • Zacharias Funck (d. i. Carl Friedrich Kunz): Erinnerungen aus meinem Leben in biographischen Denksteinen und andern Mittheilungen. [Mikrofiche-Ausg.]. - Leipzig : Brockhaus, Mikrofiche-Ausgabe: Wildberg: Belser Wiss. Dienst, 1989 - 1990, ISBN 3-628-41648-5 (Edition Corvey)
    • Band 1: Aus dem Leben zweier Dichter: Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann's und Friedrich Gottlob Wetzel's. Leipzig. Brockhaus, 1836, VIII, 315 Seiten, ISBN 3-628-41648-5
    • Band 2: Aus dem Leben zweier Schauspieler, August Wilhelm Iffland's und Ludwig Devrient's. 1838, X, 285 S., ISBN 3-628-41648-5
  • Zacharias Funck (d. i. Carl Friedrich Kunz): Das Buch deutscher Parodieen und Travestieen. Erlangen: Palm'sche Verlagsbuchhandlung, 1840 / 1841, 2 Teile in einem Band: Erster Cyclus: XVI, 336 S., Zweiter Cyclus: XVI, 366 S.
  • Zacharias Funck (d. i. Carl Friedrich Kunz): Geschichtlicher Erinnerungs- und Conversations-Kalender oder Geburts- und Sterbetage denkwürdiger Menschen aller Nationen, welche seit christlicher Zeitrechnung der Welt- oder Literatur-Geschichte angehören. Nach Kalendertagen geordnet und bis Ende 1840 fortgeführt. Schleusingen: Glaser, 1841, VI, 380 S.

Literatur

  • E. T. A. Hoffmann: E. T. A. Hoffmann (1776 - 1822) an Verleger Carl Friedrich Kunz (1785 - 1849). Berlin, den 10. Junius 18. Abdruck des Originals aus dem Freien Deutschen Hochstift, Frankfurter Goethe-Museum. Biberach: Thomae, 1978, Brief-Faksimile: 21 : 25,5 cm [Originalumschlag der Firma Thomae mit eingedrucktem Brieftext und biographischen Anmerkungen. Ein Geschenk- und Werbeartikel der Fa. Dr. Karl Thomae, Biberach an der Riß]
  • Neue Deutsche Biographie, Band 13, Seite 307; Berlin 1982
  • Karl Klaus Walther: Carl Friedrich Kunz. Ein literarischer Unternehmer aus Bamberg. Hrsg.: Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Bamberg: Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Otto-Friedrich-Universität, 1994, 84 S. (Fußnoten zur neueren deutschen Literatur; Heft 29)