Christian Brandner

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Christian Brandner war langjähriger Trainer der Schwimmer des TSV Katzwang. Seine erfolgreichste Athletin war Daniela Götz, die er im Jahr 2004 zu den Olympischen Spielen nach Athen führte. Hauptberuflich ist Brandner Rechtsanwalt in Schwabach.


Christian Brandner
Foto: Roland Fengler/NZ


Berichte in der NZ

  • Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!

"Christian Brandner ist »Schwimm-Trainer der Junioren-Nationalmannschaft 2003«

Erfolgreich in Tante Ullas Fußstapfen

NÜRNBERG (NZ). - Fußball, das war Christian Brandners Sache nicht. »Ich habe zwei linke Beine«, sagt der 32-jährige Schwimmtrainer von Daniela Götz vom TSV Katzwang. »Ich war von Anfang an voll auf Schwimmen gepolt.« Mit 14, 15 Jahren schwamm Brandner bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften vorne mit, mit 17 Jahren gab er erste Schwimmkurse in Katzwang, seit 2002 ist er Inhaber der A-Lizenz. Am Rande der Deutschen Meisterschaften in Berlin wurde er als »Schwimm-Trainer der Junioren-Nationalmannschaft 2003« ausgezeichnet, der Titel für die Erwachsenen ging zum zweiten Mal an seinen Kollegen von der SSG 81 Erlangen, Roland Böller.

»Ich wurde in frühester Kindheit mit dem Schwimmen infiziert«, sagt Christian Brandner, »das lässt mich bis heute nicht mehr los.« Seine Tante, Ulla Meindl, hatte ihn für diesen Sport begeistert. Als Deutsche Meisterin über 800 m Freistil war Meindl 1976 für die Olympischen Spiele in Montreal qualifiziert, musste wegen einer Erkrankung aber absagen. »Nachdem meine Tante nicht bei Olympia teilnehmen konnte, wollte ich selbst einen Schwimmer dorthin bringen.«

Mit der 16-jährigen Daniela Götz, der bekanntesten Athletin aus seiner Trainingsgruppe, ist es ihm geglückt: Die Gymnasiastin wurde von DSV-Teamchef Ralf Beckmann für den Vorlauf der 4x100-m-Freistil-Staffel nominiert. Mit Petra Dallmann, Britta Steffen und Sandra Völker schwimmt sie einen der beiden noch zu vergebenden Endlaufplätze aus; Franziska van Almsick und Antje Buschschulte sind gesetzt. Ein Finalplatz für Daniela Götz wäre der bisherige Höhepunkt von Brandners Karriere als Trainer - wenn er Olympia auch nur im Fernsehen sehen kann. Im Gegensatz zu Roland Böller, Coach der Olympia-Teilnehmerinnen Hannah Stockbauer und Teresa Rohmann, ist Brandner nicht im DSV-Trainerteam für Athen.

Am liebsten würde Christian Brandner, von Beruf Rechtsanwalt in Schwabach, zurzeit Vollzeit als Trainer arbeiten, »auch wenn ich mir nicht vorstellen könnte, mein Leben lang am Beckenrand zu stehen«. Nach der DM in Berlin wurde er gefragt, ob er als einer von vier Trainern mit zur Junioren-Europameisterschaft (JEM) im Juli nach Lissabon fliegen will, um dort unter anderem Pia Klante vom Trainingspartner 1. FC Nürnberg zu betreuen. Im vergangenen Jahr war Daniela Götz mit vier Goldmedaillen erfolgreichste Athletin bei der JEM in Glasgow - der Grund, warum Christian Brandner nun geehrt wurde.

Der 31-jährige gebürtige Schwabacher arbeitet wöchentlich rund 30 Stunden in der Kanzlei seiner Mutter mit den Schwerpunkten Wirtschafts- und Familienrecht. »Wie beim Sport ist auch im Beruf der Nervenkitzel dabei«, sagt er, »es geht ums Gewinnen.« Aber nicht immer war Brandner der Sieger: Als er das erste Mal bei einer Vereinsmeisterschaft im direkten Vergleich mit Daniela Götz verlor, zog er die Konsequenzen, erzählt er mit einem Schmunzeln: »Ich habe gedacht, okay, es ist gut, ich schwimme keine Wettkämpfe mehr.«

Dafür feiert er nun als Trainer Erfolge. Den Teller, den er anlässlich der Ehrung zum »Trainer des Jahres« überreicht bekam, will er aber nicht zu Hause aufhängen. »In meiner Wohnung hängen lauter Kinoplakate, die gefallen mir besser.«

Markus Kaiser"

(Aus: Nürnberger Zeitung vom 12. Juni 2004)


"Christian Brandner auf »Abwegen«

Schwimmtraining auf den Malediven

Von Markus Kaiser

In Nürnberg hat er die Schwimmerin Daniela Götz zu den Olympischen Spielen 2004 nach Athen gebracht, auf den Malediven vermittelte Christian Brandner in diesem Jahr Einwohnern die Grundzüge des Schwimmens. Auf Vermittlung des Deutschen Schwimm-Verbands durfte Brandner, der ab September wieder die Schwimmer des TSV Katzwang trainiert, zwei Wochen auf die Malediven fliegen und dort einen Lehrgang leiten. Christian Brandner bildete dort rund 40 Trainer aus, die das Wissen ihrerseits an Schwimmanfänger weitergeben sollen.

Die malerische Inselgruppe im Indischen Ozean zieht Touristen zwar zum Schwimmurlaub an. Die Einwohner können aber nicht richtig gut schwimmen. Ein Wettkampfbecken gibt es auf den Malediven sowieso nicht. Nur kleine Swimmingpools in den Hotelanlagen - und die Möglichkeit, im Hafenbecken zu trainieren. In der ersten Woche unterrichtete Christian Brandner eine 26-köpfige Gruppe, darunter viele Polizisten, in der Hauptstadt Male. Danach ging es weiter nach Kulhudhufushi in den nördlichen Teil der Malediven. Neben den praktischen Übungen stand täglich auch eine einstündige Theorieeinheit auf dem Plan.

Als der 33-jährige Rechtsanwalt aus Schwabach den Lehrgangsteilnehmern vorgestellt wurde, war sogar der einzige Fernsehsender der Malediven dabei. »Nachdem sie abends in den Nachrichten über mich berichtet hatten, haben mich alle gleich gekannt«, erzählt Brandner. Einmal im Jahr dürfen sich Länder wie die Malediven einen ausländischen Trainer einladen; das sieht die Entwicklungshilfe des Schwimm-Weltverbands FINA vor.

Probleme mit dem Rückenschwimmen

»Das Wissen, das ich vermitteln konnte, war schon sehr elementar«, sagt Christian Brandner. »Das Rückenschwimmen lief in Male am schlechtesten: Da tun sich die Einwohner mit der Sonne und ohne Leinen schwer.« Beim Kurs in Kulhudhufushi hatten die Teilnehmer mit der Wende beim Kraulen so ihre lieben Probleme. Normalerweise setzen sie eine Holzplattform ins Hafenbecken, etwa 50 Meter vom Rand entfernt, um sich ein Schwimmbecken zu bauen. Unter ihnen schwimmen dann unheimlich viele Aquarienfische. »Das ist ein ganz besonderes Erlebnis«, hat Brandner gemerkt, der auch Mossa Nazim, den einzigen Olympia-Teilnehmer von Atlanta im Jahr 1996 getroffen hat.

»Das Ziel ist, mehr Starter zu den Asia Games schicken zu dürfen«, sagt Brandner. Bisher dürfen nur eine Frau und ein Mann über 50 m Freistil starten - weil die Inselbewohner zu langsam sind."

(Aus: Nürnberger Zeitung vom 8. August 2006)