1. FC Nürnberg
Aus Franken-Wiki
Der 1. FC Nürnberg Verein für Leibesübungen e. V. (kurz: 1. FCN oder „der Club“) ist ein traditionsreicher Fussballverein und gleichzeitig der bekannteste Nürnberger Sportverein.
| 1. FC Nürnberg | |
|---|---|
| Vereinstyp | Sportverein |
| Sitz | Nürnberg |
| Bezirk | Mittelfranken |
| Gründungsjahr | 1900 |
| Vorstand | Martin Bader, Ralf Woy |
| Mitgliederzahl | etwa 7.000 |
| Anschrift | Valznerweiherstraße 200, 90480 Nürnberg |
| Telefon | 0911 94079-0 |
| Telefax | 0911 94079-77 |
| Website | www.fcn.de |
| Wappen | |
| |
Inhaltsverzeichnis |
Überblick
Der 1. FC Nürnberg wurde am 4. Mai 1900 gegründet und ist seit Jahrzehnten das sportliche Aushängeschild Nürnbergs. Dabei ging der Verein durch Höhen und Tiefen: In der Saison 2007/2008 stieg der frühere Rekordmeister bereits zum siebten Mal aus der 1. Bundesliga ab. Da er im Vorjahr Pokalsieger wurde, schaffte der „Club“ damit das einmalige Double, sowohl eine Saison als amtierender Meister (1969) als auch eine Saison als Pokalsieger des Vorjahres mit dem Absturz in die 2. Fußball-Bundesliga abzuschließen. Mittlerweile gehört der Verein jedoch wieder der 1. Fußball-Bundesliga an.
Das Stadion
Das städtische Stadion wurde nach 1963 mehrfach renoviert, um den Anforderungen der Fußball-Bundesliga gerecht zu werden. 1991 erfolgte die Umbenennung in Franken-Stadion, die mit einem Volksfest gefeiert wurde. Bis zur Fußballweltmeisterschaft 2006 (Nürnberg gehörte zu den zwölf WM-Austragungsorten in Deutschland) wurde es für über 56 Millionen Euro weiter modernisiert und technisch aufgerüstet. Anfang 2006 bekam das Stadion neben dem Zeppelinfeld den neuen Namen easy-Credit-Stadion. Nach dem Ausstieg der Teambank als Titelsponsor 2012 gab es eine kurze "namenslose" Phase, im Februar stieg die Grundig Intermedia GmbH als Titelsponsor für die nun als "Grundig-Stadion" benannte Arena ein.
Das Grundig-Stadion hat insgesamt 15.000 Parkplätze, davon sind 205 VIP-Parkplätze im Stadion. Das Spielfeld hat eine Größe von 105m x 68m.
Die Adresse lautet:
Max-Morlock-Platz 1
90480 Nürnberg
Anfahrt zum Stadion:
- BAB 9 Ausfahrt Fischbach; BAB 6 Ausfahrt Nürnberg-Langwasser, von der Südwesttangente (BAB 73) bis Nürnberg-Zollhaus oder Nürnberg-Zentrum, anschließend den Wegweisungselementen des dynamischen Verkehrsleitsystems (VLS) folgen.
- Vom Hauptbahnhof S-Bahn S2 bis zum Stadion. Von der Innenstadt mit den Straßenbahnlinie 6 und 9 oder den Buslinie 44 und 65.
Fassungsvermögen bei Bundesliga-Spielen:
Plätze gesamt 50.000
Sitzplätze 36.771
Stehplätze 13.229
Business-Seats 1184
Sitzplätze in 20 Logen 180
Rollstuhlgerechte Plätze 95
Sitze für Sehbehinderte 5
Presseplätze 154
TV-Kommentatorenplätze 18
TV-Kommentatorenkabinen 2
Titel im Überblick
Deutsche Meisterschaften:
- 1920
- 1921
- 1924
- 1925
- 1927
- 1936
- 1948
- 1961
- 1968
DFB-Pokalsiege
- 1935
- 1939
- 1962
- 2007
Der Club im Europacup
Europapokal der Landesmeister:
1961/1962: 1.FCN - Drumcondra Dublin (5:0/4:1) 1.FCN - Fenerbahce Istanbul (2:1/1:0) 1.FCN - Benfica Lissabon (3:1/0:6)
1968/69: 1.FCN - Ajax Amsterdam (1:1/0:4)
Europapokal der Pokalsieger:
1962/63: 1.FCN - AS St. Etienne (3:0/0:0) 1.FCN - BK Odense (1:0/6:0) 1.FCN - Atletico Madrid (2:1/0:2)
UEFA-Cup:
1988/89: 1.FCN - AS Rom (2:1/1:3 n.V.)
2007/08: 1.FCN - Rapid Bukarest (0:0/2:2) 1.FCN - FC Everton 0:2 Zenit St. Petersburg - 1.FCN 2:2 1.FCN - AZ Alkmaar 2:1 Larissa FC - 1.FCN 1:3 Benfica Lissabon - 1.FCN 1:0/2:2
Die letzte Meistermannschaft von 1968
Roland Wabra, Horst Leupold, Fritz Popp, Ludwig Müller, Ferdinand Wenauer, Karl-Heinz Ferschl, Zvezdan Cebinac, Heinz Strehl, Franz Brungs, Heinz Müller, Georg Volkert.
Die Trainer des 1. FC Nürnberg
Herbert Widmayer (1. Juli 1963 bis 30. Oktober 1963)
Jenö Csaknady (1. November 1963 bis 30. Juni 1964)
Gunter Baumann (1. Juli 1964 bis 30. Juni 1965)
Jenö Csaknady (1. Juli 1965 bis 7. November 1966)
Jenö Vincze (8. November 1966 bis 31. Dezember 1966)
Max Merkel (3. Januar 1967 bis 24. März 1969)
Robert Körner (25. März 1969 bis 12. April 1969)
Kuno Klötzer (13. April 1969 bis 30. Juni 1970)
Barthel Thomas (1. Juli 1970 bis 30. Juni 1971)
Slobodan Mihajlovic (1. Juli 1971 bis 1. August 1971)
Fritz Langner (2. August 1971 bis 5. Dezember 1971)
Zlatko Cajkovski (6. Dezember 1971 bis 30. Juni 1973)
Hans Tilkowski (1. Juli 1973 bis 30. Juni 1976)
Horst Buhtz (1. Juli 1976 bis 19. Mai 1978)
Werner Kern (20. Mai 1978 bis 20. Dezember 1978)
Robert Gebhardt (21. Dezember 1978 bis 30. Juni 1979)
Jeff Vliers (1. Juli 1979 bis 18. August 1979)
Robert Gebhardt (19. August 1979 bis 30. Juni 1980)
Horst Heese (1. Juli 1980 bis 3. März 1981)
Fritz Popp (4. März 1981 bis 26. Mai 1981)
Fred Hoffmann (27. Mai 1981 bis 30. Juni 1981)
Heinz Elzner (1. Juni 1981 bis 8. September 1981)
Udo Klug (9. September 1981 bis 25. Oktober 1983)
Rudi Kröner (26. Oktober 1983 bis 6. Dezember 1983)
Fritz Popp (7. Dezember 1983 bis 31. Dezember 1983)
Heinz Höher (1. Januar 1984 bis 30. Juni 1988)
Hermann Gerland (1. Juli 1988 bis 9. April 1990)
Dieter Lieberwirth (10. April 1990 bis 30. Juni 1990)
Arie Haan (1. Juli 1990 bis 30. Juni 1991)
Willi Entenmann (1. Juli 1991 bis 9. November 1993)
Dieter Renner (10. November 1993 bis 2. Januar 1994)
Rainer Zobel (3. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994)
Günter Sebert (1. Januar 1995 bis 30. Juni 1995)
Hermann Gerland (1. Juli 1995 bis 30. April 1996)
Willi Entenmann (1. Mai 1996 bis 30. August 1997)
Felix Magath (1. September 1997 bis 30. Juni 1998)
Willi Reimann (1. Juli 1998 bis 30. November 1998)
Thomas Brunner (1. Dezember 1998 bis 31. Dezember 1998)
Friedel Rausch (1. Januar 1999 bis 18. Februar 2000)
Thomas Brunner (19. Februar 2000 bis 2. März 2000)
Klaus Augenthaler (3. März 2000 bis 29. April 2003)
Wolfgang Wolf (30. April 2003 bis 31. Oktober 2005)
Dieter Lieberwirth (1. November 2005 bis 8. November 2005)
Hans Meyer (9. November 2005 bis 11. Februar 2008)
Thomas von Heesen (12. Februar 2008 bis 28. August 2008)
Michael Oenning (September 2008 bis 20. Dezember 2009)
Dieter Hecking (Dezember 2009 bis Dezember 2012)
Michael Wiesinger (ab Januar 2013)
Die Präsidenten des 1. FC Nürnberg
In 100 Jahren brachten sie es auf 21 Präsidenten: Sportler, Idealisten, Rechtsanwälte, Lehrer und zuletzt Großunternehmer. Anfangs hießen sie "Erster Vorsitzender", anschließend "Vereinsführer" und heute spricht man ausschließlich von "Präsidenten".
1900-1904 Christoph Heinz
1904-1910 Ferdinand Küspert
1910-1912 Christoph Heinz
1912-1914 Leopold Neuburger
1915-1917 Ferdinand Küspert
1917-1919 Konrad Gerstacker
1919-1921 Leopold Neuburger
1921-1923 Ludwig Bäumler
1923 Eduard Kartini
1923-1925 Max Oberst
1926-1930 Hans Schregle
1930-1935 Ludwig Franz
1935-1945 Karl Müller
1945-1946 Hans Hofmann
1946-1947 Hans Schregle
1947-1948 Hans Hofmann
1948-1963 Ludwig Franz
1963-1964 Karl Müller
1964-1971 Walter Luther
1971-1977 Hans Ehrt
1977-1978 Lothar Schmechtig
1978-1979 Waldemar Zeitelhack
1979-1983 Michael A. Roth
1983-1991 Gerd Schmelzer
1991-1992 Sven Oberhof
1992-1994 Gerhard Voack
1994 Georg Haas
1994-2009 Michael A. Roth
2009-2010 Franz Schäfer
im Oktober 2010 wurde das Amt des Präsidenten durch einen hauptamtlichen, aus zwei Personen bestehenden Vorstand abgelöst.
Literatur
- Christoph Bausenwein, Harald Kaiser, Bernd Siegler: 1. FC Nürnberg. Die Legende vom Club. Göttingen: Verlag Die Werkstatt, 1996, 383 S., ISBN 3-89533-163-5
- Helmut Beer: Erster Fußballclub Nürnberg (1. FCN). In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, ISBN 3-921590-69-8 - online
- U.D./stm/kawa: Siegfried Schneider lässt nach Ärger mit der Justiz sein Amt ruhen. Club-Vize zeigt sich selbst «Rot». In: Nürnberger Zeitung vom 5. November 2009 - NZ
Siehe auch
Weblinks
- 1. FC Nürnberg im Verzeichnis des Fußball Gurus
Eintrag im Stadtlexikon Nürnberg
- Stadtlexikon Nürnberg Der folgende Abschnitt stammt aus dem von Michael Diefenbacher und Rudolf Endres herausgegebenen Stadtlexikon des Stadtarchivs Nürnberg, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht bearbeitbar. Weitere Abschnitte zu diesem Thema sind aber durchaus erwünscht.
Geschichte
An Nürnbergs Ruf als 'deutsche Sporthochburg' hatten die Erfolge der Fußballer des 'Club' in den 1920/30er Jahren wohl den größten Anteil.
Am 4.5.1900 wurde der 1.FCN im Gasthaus 'Zur Burenhütte' nahe der Deutschherrnwiese, dem ersten Spielfeld, von ehemaligen Gymnasiasten als Rugbyverein gegründet. Mangels erreichbarer Gegner wurde ein Jahr später auf Fußball umgestellt.
1907-09 holte der 1.FCN die Bayerische Meisterschaft, 1916 wurde er zum ersten Mal Süddeutscher Fußballmeister. Damals spielte der Verein nach Zwischenstationen auf Sportplätzen in Steinbühl (Ziegelgasse) und Schweinau (Maiachstraße) im 1913 eröffneten eigenen Sportpark in Zerzabelshof.
Die große Zeit, in der der Club den deutschen Fußball prägte, begann jedoch erst nach dem Ersten Weltkrieg. 1920, 1921, 1924, 1925, 1927 und 1936 gewann der 1.FCN die deutsche Fußballmeisterschaft, 1935 und 1939 den neu geschaffenen Vereinspokal. Aus der Mannschaft der 1920er Jahre stellten Spieler wie Heiner Stuhlfauth und Hans Kalb gleichzeitig auch den Kern der Nationalmannschaft. Nach dem Krieg gelang die Meisterschaft nur noch 1948, 1961 und 1968 (Max Morlock). Ein Jahr nach diesem Triumph kam der Abstieg in die zweite Liga bis zum Jahr 1978.
Nach Wiederaufstiegen und Abstiegen kam 1996 sogar die Drittklassigkeit, die mit einem raschen Aufstieg 1998 wieder in die Bundesliga von den Fans verziehen wurde. Neben der im Rampenlicht stehenden Profimannschaft unterhält der 1.FCN eine aufgefächerte Fußballabteilung für 'Amateure', die auf einer breiten Schüler- und Jugendarbeit aufbaut. 1904 wurde eine Leichtathletikabteilung angegliedert, 1928 auch für Damen. Maria Dollinger wurde mehrfach deutsche Meisterin über 100 m, 200 m und über 800 m und war dreimal 1928-36 Olympiateilnehmerin. Im Speerwurf waren die Leichtathletik-Damen 1941, 1943 sowie 1947-49 erfolgreich; zudem gewannen sie 1950-57 achtmal hintereinander die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. 1952-56 wurde der 400-m-Läufer Karl-Friedrich Haas ununterbrochen deutscher Meister und brachte von der Olympiade in Melbourne die Silbermedaille in die Stadt.
Die 1910 entstandene Hockeyabteilung errang 1954, die 1925 gegründete Tennisabteilung 1956 und 1957 die deutsche Meisterschaft. Sehr erfolgreich entwickelte sich nach Fertigstellung einer Rollsportanlage im Zabo 1937 die neu gegründete Rollschuh- und Eislaufabteilung: Fritz Händel wurde von 1937-41 deutscher Meister und 1937 Europameister im Rollkunstlauf, während Freimut Stein neben sechs deutschen Meisterschaften im Roll- und Eiskunstlauf 1951/53 sogar den Weltmeistertitel holte.
Bereits 1913 gründete sich eine Schwimm- sowie ein Skiabteilung. Eine 1925 entstandene Boxabteilung ging nach wenigen Jahren wieder ein und wurde 1949 mit mehr Erfolg neu gegründet.
Die erste Fußballmannschaft wurde vor allem von der Damenmannschaft des 1.FCN mit insgesamt zehn deutschen Meisterschaften im Handball während der 1960/70er Jahre noch übertroffen. Viele dieser Erfolge wurden möglich durch die vorbildlichen Sportanlagen im Zabo mit eigenem Schwimmbad. Als sich die Anlage auf die Dauer als zu klein erwies, schuf der Verein am Valznerweiher eine der größten vereinseigenen Anlagen in Deutschland, die am 31.10.1968 eingeweiht wurde. Die Profi-Fußballmannschaft wechselte für ihre Spiele in das städtische Stadion, das erweitert wurde, ehe zur Saison 1991/92 das neue Frankenstadion fertig gestellt war. Zum 1.1.1997 trat eine Umorganisation in Kraft, die die bisherigen Abteilungen in eigene Vereinsstrukturen überführte, so dass unter dem alten Vereinsnamen nur noch die Männerfußballabteilung verblieb.
(Quelle: Stadtlexikon Nürnberg, Autor: Helmut Beer)
Literatur
- 1. FCN e.V. (Hrsg.), 1. FCN 50 Jahre, Nürnberg 1950.
- 1. FCN e.V. (Hrsg.), Festschrift 75 Jahre 1. FCN Nürnberg ohne Jahr.
- Bausenwein, C./Kaiser, H./Siegler, B., 1. FCN, Göttingen 1996.
- Festschrift 75 Jahre 1. FCN-Handball e.V. 1922-1997, Nürnberg 1997.
- Bausenwein, C., Der Club, Nürnberg 1999.
- 100 Jahre 1. FCN, Beilage zur NZ v. 28.4.2000.


