Club-Fans

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Als Club-Fans (fränk. Glubberer) bezeichnet man die Anhänger des fränkischen Fußballvereins 1. FC Nürnberg („der Club“). Sie zeichnen sich aus durch bedingungslose Treue und große Leidensfähigkeit. Kennzeichnend ist aber auch ein gewisser Fatalismus („Der Club is a Depp!“), der sich im Laufe der Jahrzehnte dank zahlreicher sportlicher Rückschläge und bemerkenswerter Negativleistungen (Abstieg 1969 als amtierender Meister, „Last-Minute-Abstieg“ 1999) entwickelt hat.

Organisiert sind die Anhänger in weit über 300 beim Verein offiziell gemeldeten Fanclubs (OFCN), die in sieben Bezirke aufgeteilt sind. Der erste offizielle Fanclub, der „Seniorentisch“, gründete sich bereits im Jahre 1932. Einen ebenso legendären wie zweifelhaften Ruf genoss lange Zeit der Anfang der 1970er-Jahre ins Leben gerufene und nach einem Lokal am Dutzendteich benannte Fanclub „Seerose“, dessen Mitglieder als extrem gewaltbereit galten. Aus den 1980 gegründeten „Red Devils“ entwickelte sich die viele Jahre lang bundesweit gefürchtete Nürnberger Hooligan-Szene.

Zahlreiche offizielle Fanclubs haben sich im 2002 gegründeten Fanverband e.V. (FV) zusammengeschlossen, der organisierten Fan-Betreuung des 1. FCN. Mit über 15000 Mitgliedern in über 250 Fanclubs, die wiederum in vier Bezirke aufgeteilt sind, bildet der FV die mitgliederstärkste Fanclubbetreuung. Er unterstützt die Arbeit und Interessen der Fanclubs und koordiniert bezirksübergreifende Aktivitäten.

Eine weitere einflussreiche Fan-Vereinigung ist der 1998 gegründete Supporters-Club (SC) mit rund 1500 Mitgliedern, die alle zugleich auch Mitglied des 1. FCN sind. Der SC sieht sich durchaus als kritischer Gegenpol zum vereinsnahen Fanverband und hat sich darum auf die Fahnen geschrieben, „die Unabhängigkeit zu bewahren und eventuell auftretende Missstände im Verein zu bekämpfen, gleichzeitig aber die volle Unterstützung des Vereins zu garantieren“. Unter anderem bietet der SC zu jedem Auswärtsspiel günstige Busfahrten an, organisiert spezielle Fan-Reisen, vertreibt das Fanzine „Achterwahn“ und engagiert sich auch auf sozialer Ebene (z. B. durch Aktionen wie „Hilfe für Sven“ oder „Club-Fans helfen Anja“).

Großen Zulauf erhielten in den letzten Jahren die „Ultras Nürnberg“ (UN). Diese 1994 entstandene und ihrem Selbstverständnis nach völlig unabhängige Fan-Gruppierung, die heute rund 1000 Mitglieder zählt, wendet sich bewusst gegen die fortschreitende Kommerzialisierung des Fußballs und tritt für die Rechte der Fans und den Erhalt ihrer Kultur ein. Auch wenn die Ultras bisweilen auf Konfrontationskurs mit dem Verein gehen (etwa mit der kategorischen Ablehnung der Umbenennung des Frankenstadions in EasyCredit-Stadion und einer symbolischen Taufe als Max-Morlock-Stadion), sind sie doch vor allem dank ihrer lautstarken Gesänge und aufwändig gestalteten Choreographien in der Nordkurve ein wichtiger Faktor für Kreativität und Stimmung im Stadion.

Auch im Ausland hat der Club seine Anhänger: So existieren bereits Fanclubs im spanischen Andalusien, in Großbritannien, an der Westküste Floridas, in Bali/Indonesien sowie in Bangkok/Thailand.

Freundschaftlich verbunden sind die Club-Fans seit vielen Jahren mit den Anhängern des FC Schalke 04 – eine traditionsreiche Liaison zweier Altmeister, die in der Bundesliga als einmalig gilt.

Zuständig für das Fanwesen ist beim 1. FCN Vizepräsident Siegfried Schneider. Seit Februar 2007 hat der Bundesligist mit Jürgen Bergmann auch einen hauptamtlichen Fan-Beauftragten. Als ehrenamtliche Fan-Beauftragte fungieren Peter „Fiddl“ Maul und Karl Teplitzky, Roswitha „Rosi“ Friedrich kümmert sich um die Belange der behinderten Club-Fans.

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