Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg

Aus Franken-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg ist die Marketingagentur für Stadt und Wirtschaft Nürnbergs. Ihre Aufgaben liegen in der Entwicklung des Städtetourismus sowie des Kongress-Geschäfts.

TouristInfo Nürnberg im K4 Kopfbau.
©: Günter Distler/NN

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Anstoß zur Vereinsgründung im Herbst 1904 ging von Kaufmannsseite aus, wobei die Stadt zusicherte, das Unternehmen zu unterstützen. Dabei stellt der Verkehrsverein nach eigener Einschätzung noch heute das vielleicht älteste Beispiel funktionierender Public Private Partnership dar – also dem wirkungsvollen Zusammenspiel von privater Wirtschaft und öffentlicher Hand.

In seinen ersten Tätigkeitsjahren engagierte sich der Fremdenverkehrsverein besonders im Bereich Transportwesen, um die infrastrukturellen Voraussetzungen für den Reiseverkehr zu verbessern. Bereits 1907 propagierte er erstmals das Thema „Nürnberg als Weihnachtsstadt“ und umwarb den Christkindlesmarkt. Durch seine nach eigener Einschätzung erfolgreichen Werbeaktivitäten wurden jedoch nicht nur „Vergnügungsreisende“ gewonnen. Der Fremdenverkehrsverein erkannte bereits zu dieser Zeit das Potenzial Nürnbergs als idealen Standort für Kongresse und Tagungen.

Konnte die Zahl der Übernachtungsgäste noch bis 1914 kontinuierlich gesteigert werden, so kam der Reiseverkehr im ersten Weltkrieg schlagartig zum Erliegen, wodurch der Tourismus in den Folgejahren in eine schwere Krise gestürzt wurde. Durch das Engagement des Fremdenverkehrsvereins als Anbieter von Stadtrundfahrten und Ausflugsreisen, seine Bemühungen um den interkontinentalen Reiseverkehr sowie seine Tätigkeiten rund um das Dürerjahr 1928 konnte die Situation wieder erheblich verbessert werden.

In den 1930er Jahren unterlag der Fremdenverkehrsverein der Gleichschaltung und Ausrichtung an der nationalsozialistischen Doktrin. Die Reichsparteitage der NSDAP mit ihren martialischen Massenaufmärschen machten Nürnberg international bekannt. Auch vom Verkehrsverein, der seit 1933 unter neuem Namen firmierte, wurden sie für seine Nürnberg-Werbung genutzt. Daneben stand die Stadt außerdem mit ihrer knapp 900-jährigen Geschichte und dem einzigartigen mittelalterlichen Stadtbild im Fokus der Werbeaktivitäten. Während des zweiten Weltkrieges kam die Tätigkeit des Verkehrsvereins erneut zum Erliegen. Bei Kriegsende war in der zu 90% zerstörten Altstadt an Fremdenverkehr nicht mehr zu denken.

In den sogenannten Wirtschaftswunderjahren nahm die Reiselust der Deutschen jedoch eine bis dahin unbekannte Größenordnung an, was sich auch positiv auf den Städtetourismus in Nürnberg auswirkte. Neben den Werbeaktivitäten zum klassischen Reiseverkehr beschäftigte sich der Verkehrsverein auch bewusst mit der Kongresswerbung. Um die Entwicklung Nürnbergs als internationale Tagungs- und Messestadt weiter voranzubringen, gründete er 1973 zusammen mit der Messegesellschaft das Incoming- und Congressbüro. Damit wurde ein Instrument geschaffen, das es zur damaligen Zeit in dieser konsequenten Art und Weise in keiner anderen Stadt gab.

Ende der 70er Jahre übersprang die Zahl der Übernachtungen erstmals die Ein-Millionen-Grenze, wozu nicht zuletzt auch die erfolgreiche Einführung der „Trichter-Wochenenden“ – Arrangements mit festen Leistungen zu einem günstigen Pauschalpreis – einen wesentlichen Beitrag leistete.

Seit der Umstrukturierung im Jahr 1988 firmiert der Verkehrsverein unter dem Namen Congress- und Tourismus-Zentrale (CTZ), der das zentrale Tätigkeitsfeld im Kongress-Geschäft bereits in der Bezeichnung deutlich macht.

Bei den heutigen Werbetätigkeiten spielt der Christkindlesmarkt nach wie eine besondere Rolle – nicht umsonst wurde Nürnberg von der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) zu „Deutschlands Weihnachtsstadt Nr. 1“ erklärt. Doch auch Kultur wird immer mehr zum Thema: Die Eröffnung des Neuen Museums im Jahr 2000, die Einweihung der Straße der Menschenrechte und die Tatsache, dass die Schauspielhäuser den Rang eines Staatstheaters erhielten, trugen zur steigenden Bedeutung Nürnbergs als europäischer Kulturhauptstadt bei.

Während seiner kompletten Laufbahn ist der Verkehrsverein nach eigener Einschätzung immer Antriebsmotor für erfolgreiche Entwicklungen gewesen. Er stößt Dinge an, hilft bei der Realisation und ist selbst auch ausführendes Organ. Das in jüngster Vergangenheit bedeutendste Projekt ging genau 100 Jahre nach Gründung des Vereins an den Start: Aus eigener Kraft und unter Hinzuziehung von Hotel- und EDV-Fachleuten wurde ein internetbasiertes Hotelreservierungssystem entwickelt, das sich seit seinem Start als großen Erfolg erwies. (Quelle: Congress- und Tourismuszentrale Nürnberg)


Kontakt

Postanschrift

Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg
Postfach 4248
90022 Nürnberg

Telefon und Fax

Telefon: 0911 2336-0
Telefax: 0911 2336-166

Tourist-Infos:

Königstraße 93, 90402 Nürnberg
geöffnet Mo - Sa 9-19 Uhr
zum Christkindlesmarkt auch Sonntag 10 - 16 Uhr

Hauptmarkt 18, 90403 Nürnberg
geöffnet Mo - Sa 9-18 Uhr
Mai - Okt: auch Sonntag 10 - 16 Uhr

Literatur

  • Lothar Kleinlein: Ein Wochenende unter dem Nürnberger Trichter. In: Nürnberg Heute. Eine Halbjahreszeitschrift. Hrsg.: Stadt Nürnberg, Heft 18, Juli 1974, S. 2-9. Wiederabdruck in:
    • Das Beste aus Nürnberg Heute. 55 Berichte, Reportagen und Dokumentationen aus dem Magazin „Nürnberg Heute“ von 1966 bis 1983. Nürnberg: Gruber & Raabe, Rachlitz, 1983, 350 S., hier: S. 66-73
  • I. Reif: 75 Jahre Verkehrsverein Nürnberg. Nürnberg, 1979
  • Dieter Wegener: Yvonne Coulin Nachfolgerin von Michael Weber. Tourismus-Chefin soll Akzente setzen. In: Nürnberger Zeitung Nr. 254 vom 3. November 2009, S. 11 - NZ
  • André Fischer: Michael Weber von der Tourismuszentrale. »Touristen einer Stadt sind Bewohner auf Zeit«. In: Nürnberger Zeitung vom 21. April 2010 - NZ

Siehe auch

Weblinks

  • Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg, Verkehrsverein Nürnberg e.V. - im Netz