Conti Temic
Aus Franken-Wiki
Die Conti Temic microelectronic GmbH, die zur Continental AG gehört, ist ein Automobilzulieferer mit Sitz in Nürnberg. Das Unternehmen ist im Bereich Entwicklung und Produktion von Kraftfahrzeugelektronik tätig.
Inhaltsverzeichnis |
Vorgeschichte des Nürnberger Temic-Standorts [1]
1889 wurde von Carl Göbel und Johann Schoter am Nürnberger Wespennest eine Schraubenfabrik unter dem Namen Göbel&Schoter gegründet. Bereits ein Jahr später, nach Ausscheiden von Schoter, änderte sich der Firmenname in Nürnberger Metallschraubenfabrik und Facondreherei Carl Göbel.
1897 wandelte Carl Göbel seine Schraubenfabrik gemeinsam mit den Brüdern Saemann in eine GmbH um. Göbel schied 1899 aus und der Firmenname wurde auf Nürnberger Metallschraubenfabrik und Facondreherei (NSF) gekürzt.
Das Unternehmen richtete 1923 eine Entwicklungs- und Fertigungsabteilung für Radiobauteile ein, die 1927 in die Obere Kanalstraße ausgelagert wurde. Ab 1938 produzierte die NSF überwiegend Bauteile für den Volksempfänger und während des zweiten Weltkrieges auch militärische Nachrichtentechnik.
1940 wurde das Unternehmen in Nürnberger Schraubenfabrik und Elektrowerk (N.S.F.) umbenannt. 1941 übernahm die AEG das Unternehmen.
Bei schweren Bombenangriffen am 20./21 Februar 1945 wurde auch die NSF getroffen - 80 Mitarbeiter kamen ums Leben.
1956 übernahm die NSF das Gräfenberger Werk der Firma Josef Mayr aus Uttenreuth, die unter anderem Druck- und Schiebetasten für Radio und Fernseher herstellten.
Nachdem 1960 das Schraubenwerk der NSF unter Mitnahme des bisherigen Firmennamens an die Gute Hoffnungshütte verkauft worden war, firmierte der Rest des Unternehmens unter dem Namen Nürnberger Schwachstrom-Bauelemente-Fabrik GmbH weiter. Telefunken übernahm es zum 1.1.1961.
Anlässlich der Fusion von AEG und Telefunken 1967 wurde die Firma zu einem Fachbereich von AEG-Telefunken und nannte sich später Telefunken Electronic GmbH (TED).
Die Eigentümerverhältnisse änderten sich erneut im Jahr 1985, als Daimler-Benz mit der Übernahme der AEG auch Eigentümer der Telefunken Electronic wurde.
Gründung der Temic
1992 führte Daimler die Mikroelektronik-Aktivitäten seiner beiden Töchter AEG und Deutsche Aerospace zusammen und gründete am 1.7.92 in Heilbronn das Unternehmen Telefunken microelectronic GmbH (Temic), in dem die Telefunken Electronic aufging.
Ende 1993 wurde ein neu errichtetes Entwicklungs- und Fertigungswerk für Mikrosysteme und KFZ-Elektronik im Nordostpark in Nürnberg in Betrieb genommen. Es ersetzte die bisherigen Fertigungsstätten in der Oberen Kanalstraße und in Gräfenberg und beschäftigte anfangs 800 Mitarbeiter.
1994 entstand eine neue Fabrik in Heilbronn.
Der Bereich Mikrosysteme in Nürnberg wurde Ende 1996 eingestellt. Von den 180 betroffenen Mitarbeitern konnten aber 130 in anderen Unternehmens-Bereichen untergebracht werden. Insgesamt lag die Beschäftigtenzahl im Jahr 1997 bei 580.
Die Temic-Geschäftszentrale wurde 1998 von Heilbronn nach Nürnberg verlegt; der Eintrag des neuen Verwaltungssitzes in das Nürnberger Handelsregister erfolgte am 16. Februar 1999.
Da der Platz für Produktion und Entwicklung nicht mehr ausreichte, errichtete Temic 2001 einen Erweiterungsbau.
Im April 2001 übernahm die Continental AG zunächst 60 Prozent der Temic-Anteile und wurde schließlich 2002 mit dem Kauf der restlichen Anteile alleinige Eigentümerin. Gleichzeitig änderte sich erneut der Firmenname in Conti Temic microelectronic GmbH.
Mit dem Bau eines neuen Test- und Entwicklungszentrums wurde 2011 begonnen.
Im Jahr 2012 waren rund 2000 Mitarbeiter bei Conti Temic in Nürnberg beschäftigt.
Literatur
- Themenarchiv zu Conti Temic auf nordbayern.de
- zur Geschichte der Nürnberger Metallschraubenfabrik und Facondreherei (NSF): radiomuseum.de
Einzelnachweise
- ↑ Angaben entnommen aus: radiomuseum.de, Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber: Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, 2. verbesserte Auflage 2000 und Artikel der Nürnberger Nachrichten
