Corina Christenau

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Corinna Christenau

Corina Christenau (geborene Ciolacu) ist eine ehemalige Weltklasse-Handballerin. Sie wurde am 19. Juni 1973 in Bukarest (Rumänien) geboren. 2001 erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Corina Christenau ist Diplom-Sportlehrerin.

Corina Christenau probierte als Kind Turnen, Kunstspringen und Fechten. Mit dem Handball begann sie bei Progresul Bukarest (1984-1985). Ihre Position ist Rückraum Mitte (Spielmacherin, Regisseurin). Von 1985 bis 1991 spielte sie bei Rapid Bukarest, von 1991 bis 1998 bei Ilsa Temeschburg. Sie wurde in die rumänische Nationalmannschaft berufen. 1998 kam sie zum 1. FC Nürnberg. Nach der Einbürgerung spielte sie in der deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2002 (6 Spiele, 4 Tore). Diverse Verletzungen, vor allem an den Knien, verhinderten eine große internationale Karriere.

Erfolge

1991 wurde sie rumänische Juniorenmeisterin. Mit Rumänien nahm sie 1995 an der Weltmeisterschaft teil (Platz 5).

Mit dem 1. FC Nürnberg ( 1. FCN Handball e.V. / 1. FC Nürnberg Handball GmbH ) stieg sie aus der Bayernliga viermal auf in die Erste Bundesliga (2002).

Mit dem 1. FC Nürnberg wurde sie 2004 Deutscher Pokalsieger 2004, Deutscher Meister und Deutscher Pokalsieger 2005 und Challenge-Cup-Sieger 2004.

Am 20.5.2006 beendete Christenau nach dem Bundesligaspiel des 1.FC Nürnberg gegen die DJK/MJC Trier ihre beispiellose Karriere.

Als Erinnerung an die große Spielmacherin gaben die Club-Fans dem neuen Maskottchen den Namen "Cora" und die Rückennummer elf. Diese Nummer wird beim FCN unter Trainer Herbert Müller nicht mehr vergeben.

Privat

Corina Christenau ist verheiratet mit Jörg Schadt. Im Januar wird sie ihr erstes Kind zur Welt bringen, wahrscheinlich einen Jungen. Sie hat eine ältere Schwester (Adela) und einen jüngeren Bruder (Sorin).

Ihre Hobbys sind nach eigener Aussage "Bügeln und Saubermachen" und Shoppen.

Siehe auch

Artikel aus der Nürnberger Zeitung vom 29.10.2007

  • Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!

Club-Frauen setzten mit 27:27 in der Champions League ein Ausrufezeichen
Die riesigen Russinnen kleingekriegt

Melanie Bachhuber

NÜRNBERG — Sie jubelten, sprangen übers Spielfeld, umarmten sich und ballten die Siegerfaust: Überglücklich feierten sich die Handballerinnen des 1.FC Nürnberg nach dem überraschenden, aber redlich verdienten 27:27 (15:16) in der Champions League gegen den russischen Meister Zwezda Zwenigorod. Und mit stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum am Berliner Platz für 60 Minuten Kampfgeist pur, der den Club-Frauen den ersten Punkt im ersten Spiel der Gruppenphase einbrachte. „Dieses Ergebnis ist Gold wert, weil Zwenigorod unser stärkster Gruppengegner ist“, meinte FCN-Trainer Herbert Müller mit leuchtenden Augen. „Ich bin so stolz auf die Mädels! Sie haben gekämpft bis zum Umfallen. Dieses Herz macht Nürnberg aus.“ Kreisläuferin Maja Sommerlund, die kurz vor Schluss den Ausgleich erzielt hatte, war beigeistert: „Das ist gigamäßig! Vorher hätte ich das 27:27 gekauft, aber dann hätten wir es sogar entscheiden können.“ Rückraumspielerin Miriam Simakova hatte die Möglichkeit zum Siegtor, vergab aber knapp. „Ich bin trotzdem restlos zufrieden“, wollte Coach Müller der Slowakin keinen Vorwurf machen. Dass sie in Sachen Größe (im Durchschnitt messen die Russinnen 1,85 Meter) und Kraft unterlegen sein würden, war den Club-Frauen vorher klar, und es bestätigte sich im Spiel. So wurde etwa die selbst nicht zierliche Sommerlund von zwei Russinnen in die Zange genommen und einfach hochgehoben (siehe Bild). FCN-Spielmacherin Ania Rösler bekam von Elena Polenowa eine ähnliche Lektion: „Die hat gar nicht gemerkt, dass ich an ihr dranhing und ist einfach weitergelaufen“, wunderte sich Rösler. Herbert Müllers Mannschaft stellte sich angesichts von acht fitten Feldspielerinnen fast von allein auf: Jana Krause im Tor, Simakova, Kerstin Wohlbold und Rösler im Rückraum, Sara Walzik und Simone Luber (für die verletzte Franziska Beck) auf den Außenpositionen und Sommerlund am Kreis. Dazu kam Petra Popluharova (19), die wie Luber (36) vor dieser Saison noch Regionalliga gespielt hatte und nun gegen ein Team voller russischer Weltmeisterinnen gefordert war. Torhüterin Marianna Gubova löste gegen Ende Krause ab. Fast alle mussten komplett durchspielen – ein Kraftakt. Lediglich Alexandra Kubasta kam nicht zum Einsatz. Von ihren übermächtig erscheinenden Gegnerinnen ließen sich die Nürnbergerinnen nicht einschüchtern, sondern sie setzten auf andere, nicht weniger wirkungsvolle Tugenden: Kampfgeist, Aggressivität und Variabilität. Mit einer defensiven 6:0-Abwehr versuchten die Club-Frauen die russischen Kreisläuferinnen zu stoppen und entsprechende Spielzüge zu unterbinden. Zwar waren die Rückraum-Riesinnen Polenowa und Kareewa sowie Spielmacherin Poltoratskaya nie vollständig in den Griff zu bekommen, aber wirklich zur Entfaltung kamen sie nicht. Nach dem 0:1 gelang dem FCN gleich das 1:1, und es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Schon nach elf Minuten war die Geduld von Zwenigorods Trainer Ewgenij Trefilow aufgebraucht, der eine Auszeit nahm und seine Spielerinnen beinahe hasserfüllt anbrüllte. Ohne Erfolg, denn in der 18.Minute markierte Walzik sogar eine Zwei-Tore-Führung für den FCN (10:8). Doch der Deutsche Meister verpasste es, nachzusetzen. So stand es zur Pause 15:16. „Wir haben gehofft, dass sie vielleicht wegen ihrer Größe etwas langsamer sind“, sagte Club-Rückraumspielerin Kerstin Wohlbold, die sich mit Rösler als Regisseurin abwechselte. Während die Russinnen in der Tat etwas behäbig wirkten, hielten die Gastgeberinnen beherzt dagegen und spielten ihre Schnelligkeit aus. „Ich bin enttäuscht“, meinte Sommerlund später, „sobald ein bisschen Tempo drin war, hatten die Probleme.“ Über die gesamte Spielzeit blieb es eng, aber der FCN traute sich zunehmend mehr, und bei Zwenigorod, als einer der Favoriten für den Gewinn der Champions League gehandelt, stieg die Fehlerquote. „Die Club-Frauen spielen locker, weil sie keinen Druck haben“, analysierte die ehemalige Weltklasse-Spielmacherin Corina Christenau, die im Januar ihr erstes Kind erwartet. Auch Barbara Strass und Agniezska Tobiasz, die im Fernsehinterview ein Unentschieden prophezeite, ließen es sich nicht nehmen, ihre alte Mannschaft anzufeuern. Obwohl das Star-Ensemble von Zwenigorod zeitweise auf drei Tore davonzog, schaffte Nürnberg unter Applaus den Ausgleich. Einziger Wermutstropfen an einem begeisternden Handball-Abend war die schwache Zuschauerresonanz: Längst nicht ausverkauft war das BBZ. Aber wer die Live-Übertragung bei Franken TV gesehen hat, wird beim nächsten Champions-League-Heimspiel (18.11. gegen Krim Ljubljana) sicher selbst in der Halle mitfiebern wollen.