Edmund Meinel von Tannenberg
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Edmund Meinel (* 23. September 1864 in Klingenthal; † 24. Juli 1943 in Tannenbergsthal) war Unternehmer, Landtagsabgeordneter während der Weimarer Republik im Sächsischen Landtag. Schlossbesitzer in Franken.
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Leben
Der Sohn des Geigenbauers Johann Friedrich Meinel und dessen Ehefrau Sidonie Hochgeschwendner. erhielt eine kaufmännische Ausbildung und war als Reisender tätig. Seine Eheschließung mit Emilie Keffel 1891 bescherte ihn die Hälfte der in Tannenbergsthal ansässigen Firma Edmund Keffel. Diese Firma stellte bis zur Verstaatlichung 1947 Wachs- und Ledertuch her. Mit seinem Schwager Friedrich Eduard Keffel stiftete Edmund Meinel das Gotteshaus in Tannenbergsthal im Jahr 1909. Die Planausführung übernahm der Architekt Arno Eugen Fritsche aus Elberfeld. Der Grundsteinlegung am 23. Juni 1909 folgte die feierliche Einweihung am 25. September 1910.
Die Firma wandelte sich im Jahr 1911 von einer offenen Handelsgesellschaft in eine Aktiengesellschaft. Edmund Meinel wurde der Vorsitzende des Aufsichtsrats. Er begleitete weiterhin als Mitglied des Aufsichtsrats die Congreß- und Madras-Weberei in Oelsnitz/Vogtland, die Lufthansa und den Chemnitzer Bankverein, welcher 1922 von der Commerzbank übernommen wurde. In den Jahren 1920 bis 1926 gehörte er als Abgeordneter der Deutschen Volkspartei (DVP) dem sächsischen Landtag an.
Meinel-Tannenberg war Mitglied in der bekannte deutschen Ritterschaft „Die Pankgrafen von 1381“ aus Wedding an der Panke. Diese lud er 1924 zu einen Aufenthalt, welcher weit und breit berühmt wurde auf Schloss Freienfels, seinen fränkischen Sitz ein.
Ehrungen
- 1906 Königlich-Sächsischer Kommerzienrat
- 1918 Geheimen Kommerzienrat
- 8. November 1918 erhielt er aufgrund seiner großen Verdienste um die Kriegswohlfahrt durch Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha den erblichen Adelstitel. Die Nobilierungsurkunde lautet auf „Edmund Meinel Freiherr von Tannenberg auf Freienfels“. Diese Nobilitierung wurde wohl aufgrund des Untergangs des Kaiserreiches am 11. November 1918 nicht mehr in das Personenstandsregister eingetragen.
Schlossbesitzer in Franken
Am 21. April 1921 erwarb Edmund Meinel von Tannenbergsthal das bereits seit 1916 angemietete Schloss Freienfels bei Hollfeld in der Fränkischen Schweiz. Das Schloss ließ er aufwendig sanieren und restaurieren. Die Bauleitung lag in den Händen des 1925 in Dresden verstorbenen Rats- und Hof-Zimmermeisters Ernst Noack. Sein fränkisches Besitztum veräußerte Meinel 1941 an die Vermögensverwaltung der Deutsche Arbeitsfront GmbH Berlin.
Für Gustav Stresemann dessen Anhänger Meinel von Tannenbergsthal war ließ er 1930 ein Denkmal, mit einer von dem Erzgießer Martin gefertigten Plakette, im Park von Schloss Freienfels errichten. Die Plakette zeigte das Antlitz Stresemanns. Das Denkmal wurde nach 1933 von Unbekannten demoliert.
Schicksal der Familie nach 1945
Die Familie Meinel-Tannenberg, die in Tannenbergsthal ihren ständigen Wohnsitz hatte, floh aus der Heimat, verlor ihr Vermögen und wurde getrennt. Der eine Zweig ging nach Baden. Die Tochter, Ehefrau des damals in russischer Kriegsgefangenschaft befindlichen Generals Werner Schmidt-Hammer, suchte 1946 mit ihrem Kind Zuflucht auf dem ehemaligen Familienbesitz Schloss Freienfels und wohnte dort bis 1960.
Heute ist die Familie in Südamerika und Deutschland beheimatet.
Literatur
- Wenzel: Deutscher Wirtschaftsführer : Lebensgänge deutscher Wirtschaftspersönlichkeiten. Hamburg 1929.
- Norbert Haas: Schloss Freienfels und seine Schicksale von 1918-1966. Zum 65. Todestag von Edmund Meinel von Tannenberg. Bamberg 2006
Archivalische Belege
- Stadtarchiv Bamberg D2033 Nr. 400.006
Siehe auch
Weblinks
- Wikipedia: Edmund Meinel
- Wikipedia: Schloss Freienfels
