Eppelein von Gailingen

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Der Eppelein-Sprung, sagenhaftes Entkommen eines Raubritters.

Eppelein von Gailingen (* um 1320, † 15. Mai 1381 bei Neumarkt/Oberpfalz) war ein berühmt-berüchtigter Raubritter, der im 14. Jahrhundert im fränkischen Raum sein Unwesen trieb. Er überfiel Kaufmannszüge und ließ sie ausrauben.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Legende

Sein Wohnsitz soll die Burg Trainmeusel im Wiesenttal gewesen sein.

Die Legende besagt, dass Eppelein von den Nürnbergern gefangen genommen und zum Tod verurteilt worden sei. Er sollte auf der Kleinen Burgfreiung gehenkt werden. Als letzten Wunsch hatte er sich auserbeten, noch einmal auf seinem treuen Pferd reiten zu dürfen. Die Freiung wurde hierfür abgesperrt. Eppelein ritt etwas auf der Freiung herum - und sprang mitsamt seinem Pferd über den Stadtgraben in die Freiheit. Eppelein entkam so seiner Hinrichtung und wurde erst längere Zeit darauf in Postbauer gefasst. Dort wurde er nochmals zum Tod verurteilt und 1381 in Neumarkt zu Tode gerädert. Die Prozesskosten musste die Stadt Nürnberg bezahlen.

Der Wahrheitsgehalt des nach heutiger Sicht unmöglichen Sprungs über den Stadtgraben lässt sich nicht mehr feststellen. Selbst wenn der Burggraben damals schmäler war, wäre so ein Sprung für kein Pferd zu schaffen gewesen. Auch soll der Burggraben niemals mit Wasser gefüllt gewesen sein.

Die Hufabdrücke von Eppeleins Pferd werden noch heute auf der Mauer der Kleinen Freiung gezeigt und sorgfältig nachgemeißelt.

Zitate

Beim Sprung über die Mauer soll Eppelein gerufen haben: „Die Nürnberger hängen keinen, sie hätten ihn denn zuvor.“ Derselbe Spruch wird auch Hermann Göring zugeschrieben, als er wenige Stunden vor seiner Hinrichtung Selbstmord verübte.

Sonstiges

Vor Jahren gab es im Nürnberger Stadtrat einen Vorstoß, dem Platz vor dem Albrecht-Dürer-Haus den Namen „Eppeleinsplatz“ zu geben. Nach eingehender Diskussion wurde darauf verzichtet.

Literatur

  • Georg Friedrich Daumer: Die Sage von Eppelein von Geiling(en). In: Jahresbericht des Historischen Vereins im Rezatkreis, Band 3 (1832/33) S. 11-12
  • Martin Winter: Eppelein von Geilingen in unserer Heimat. In: Alt-Gunzenhausen. Beiträge zur Geschichte der Stadt und des Kreises. Hrsg.: Verein für Heimatkunde, Stadt- und Landkreis Gunzenhausen, 33, 1965, S. 24-41
  • Hanns Frhr. von und zu Heßberg: Eppelein von Gailingen. In: Jahrbuch für fränkische Landesforschung (JffL) 40 (1980), S. 9-15
  • Johann Fleischmann: Eppelein von Gailingen und Wachenroth. In: Heimatbote aus dem Reichen Ebrachgrund Band 8 (1995) S. 66-74
  • Helmut Buchner: „Eckelein Gailing von Wald“ alias Eppelein von Gailingen. In: Mitteilungen der Altnürnberger Landschaft, Band 54 (2005) S. 54-57
  • Werner Schoger: Raubritter Eppelein von Gailingen und seine Zeit: ein Leben zwischen Dichtung und Wahrheit. Insingen: Degener, 2008, 168 S., ISBN 978-3-7686-9314-1 (Rothenburg-Franken-Edition; Band 2) (Erzählte Geschichte)
  • Thomas Susemihl: Eppelein-Führung von Geschichtenerzähler Marco Kirchner. Sagenhafter Sprung in den Burggraben. In: Nürnberger Zeitung Nr. 295 vom 21. Dezember 2009, Nürnberg plus, S. + 1 - NZ

Siehe auch

Weblinks

  • Eppelein von Gailingen - Wikipedia
  • Eppelein-Festspiele Burgthann - im Netz
  • „Ekkelins Knecht“ - Film 2008 - im Netz