Fürther Kirchweih

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Der Erntedank-Umzug am „Bauernsonntag“ ist traditionell der Höhepunkt der Fürther Michaeliskirchweih.
Foto: Hans Winckler/NN


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die „Michaelis-Kärwa“ hat ihren Namen wirklich verdient: Der Ursprung – die Weihe der Kirche St. Michael, liegt dabei schon mehr als 900 Jahre zurück. Erster Kirchweihtag ist stets der auf den Namenstag des Erzengels Michael (29. September) folgende Samstag. Traditionell spielen sich die Feierlichkeiten inmitten der Fürther Innenstadt ab und nicht – wie bei vielen Volksfesten – abseits am Stadtrand. Ein Hauch von Nostalgie weht durch die Straßen der Stadt; vorbei an historischen Gebäuden, entlang von Buden und Fahrgeschäften auf einer gesperrten Bundesstraße, wo nicht Autos, sondern gut gelaunte Menschen für stockenden bis zähfließenden Verkehr sorgen.

Kirchweih

Als echte Straßenkirchweih erstrecken sich die Fahrgeschäfte, Buden und Stände über die ganze Fürther Innenstadt. Angefangen beim Rathaus, geht es über die Königstraße bis zur Kirchenstraße und von der Gustav-Schickedanz-Straße über die Fürther Freiheit und die Rudolf-Breitscheid-Straße bis zur Friedrichstraße. Entlang dieser Route erwarten die Besucherinnen und Besucher über 60 Fahrgeschäfte, Los- und Wurfbuden, Belustigungsstände sowie rund 80 Gastronomiebetriebe, Imbiss- und Süßwarenstände, 25 Ausschankbetriebe und an die 100 Händler.

Mit dabei natürlich auch der allseits beliebte „Billige Jakob“, der wieder – nebst den obligatorischen Socken und Hosenträgern – allerhand „Gschmarri“ kostenlos an den Mann, respektive die Frau bringen wird.

Ein symbolträchtiger Gemüsewagen beim Erntedankzug.
Foto: Helldörfer

Höhepunkte

Der zweite Kirchweihsonntag, auch als „Bauernsonntag“ bezeichnet, gilt als einer der absoluten Höhepunkte im Kirchweihtreiben. Zentrale Veranstaltung ist der Erntedankfestzug, zu dem reich geschmückte Erntewagen, Spielsmannszüge, Trachtenvereine und Heimatgruppen durch die Stadt ziehen.

Vergebliche Verlängerungs-Bestrebungen

(Bericht aus dem Jahr 2007 über den abgelehnten Antrag, die Kirchweih auf zwei Wochen zu verlängern)

Auch in Zukunft wird das schillernde Kirchweihtreiben die Fürther Innenstadt im seit Jahrzehnten gewohnten Zeitraum beherrschen. Eine Verlängerung ist vom Tisch.
Die Michaelis-Kirchweih wird auch in Zukunft nur zwölf Tage dauern. Das hat der Stadtrat mehrheitlich beschlossen. 29 Kommunalpolitiker aller Couleur stimmten für die Beibehaltung des Status Quo, 19 hätten lieber eine Verlängerung gesehen.
In Anbetracht der vorangegangenen, teils hitzigen Auseinandersetzungen über das Thema fiel die Diskussion im Kommunalparlament erstaunlich kurz und sachlich aus. Sichtlich enttäuscht, aber ohne weitere Kommentare oder Unmutsäußerungen nahmen auch die zahlreichen Schausteller, die als Zuschauer zur Sitzung gekommen waren, die Entscheidung hin.
Wie ausführlich berichtet, hatten sie, unterstützt von etlichen CSU-Politikern, vehement darauf gedrängt, das zur Regel werden zu lassen, was von der Stadt ausdrücklich als Ausnahme im Jubiläumsjahr deklariert worden war: eine auf 16 Tage ausgedehnte und damit über drei statt nur zwei Wochenenden laufende Kärwa. Die Geschäftsleute der Budenstadt, darunter 60 Familienbetriebe aus Fürth, führten den Besucheransturm dieses Jahres ins Feld und interpretierten ihn als Beleg für eine entsprechende Nachfrage des Publikums.
Ebenso entschieden gegen eine Verlängerung des Rummels im Herzen von Fürth sprachen sich Anwohner, Gastronomen und Einzelhändler in der Innenstadt aus. Sie wollen nicht noch länger unter den Straßensperrungen, ausbleibender Kundschaft und anderen Behinderungen leiden.
Einhellig betonten die Sprecher von SPD und CSU, Markus Braun und Tobias Wagner, gestern im Stadtrat, dass dies „keine einfache Entscheidung“ sei. Während aber Braun und fast seine komplette Fraktion zu der Erkenntnis gelangten, dass man trotz des „herausragenden Werbewerts“ der Kirchweih „Maß halten muss und den Konsens zwischen Schaustellern, Einzelhändlern und Anwohnern nicht gefährden darf“, sah dies ein Großteil der CSU anders.
Die Schausteller hätten „viel für die Stadt getan“ und ein „Zusatzangebot“ verdient, so Wagner. Nachdem die CSU bereits einen 15-Tage-Kompromiss ins Spiel gebracht hatte, legte sie nun mit einem Minimalangebot nach. Statt am Samstag sollte die Kirchweih bereits am Freitagabend beginnen. Doch nach dem klaren Votum für die 12-Tage-Lösung kam es gar nicht mehr zur Abstimmung darüber.

(Stand 2007)

Anmerkung

Auch im Jahr 2009 wurde einem Antrag auf Verlängerung nicht stattgegeben.

Straßenkirchweih ohne Zelte

Heutzutage wird meist die Tradition der Fürther Kärwa als reine Straßenkirchweih ohne Bierzelte betont. Unterschlagen wird hierbei, dass dieser Verzicht auf Bierzelte vielmehr im Betrieb der einst zahlreichen legendären Saalbauten (Geismannsaal, Grüner Baum, Grüner-Säle, Evora-Säle) begründet ist. Erst durch deren Wegfall entstand die heutige Situation, die von den Schaustellern durch zahlreiche kleinere Sitzhütten kaschiert wird.

Übersichtskarte

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  1. 758BC5 (#C57584)

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Der rot markierte Bereich bezeichnet das Kirchweihgelände

Öffnungszeiten

  • 10 bis 23 Uhr an Werktagen
  • 11 bis 23 Uhr an Sonn- und Feiertagen
  • Eröffnungstag: 11 bis 23 Uhr, ab 10.15 Uhr Eröffnungszeremonie (Theatervorplatz)


Weblinks