Fasenacht

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Fasenacht ist der "volkstümliche" Name für den Karneval in Franken.

Inhaltsverzeichnis

Zum Begriff

Hier muss erwähnt werden, dass die deutsche, übergeordnete Bezeichnung „Fastnacht“ lautet. (Die Zeitschrift des Bundes-Deutscher-Karneval BDK wird mit „Fastnacht“ und das Museum des BDK mit „Fastnachtsmuseum“ bezeichnet). Daran ist zu erkennen, dass alle Franken, ebenso wie die Alemannen, den Karneval in Deutschland am längsten feiern. Denn Karneval wurde letztendlich nur zum Überbegriff, weil es aus dem Lateinischen kommt und weil jetzt der „Fasching“ hier mit dabei ist.

Mit Franken ist hier nicht nur das bayerische Franken gemeint, sondern ebenso die rheinfränkischen Gebiete. Während der echte Kölner Jeck von „Fastelovend“ spricht, sagen die Mainzer und Hessen „Fassnacht“, „Fassenacht“ oder gleichfalls „Fasenacht“. Und hier in Ost-Franken (heute alleine als Franken bezeichnet) gibt es das schöne Sprüchlein:

Lustig ist die Fasenacht, wenn mei Mutter Küchli backt, wenn se aber keine backt, pfeif ich auf die Fasenacht.

Warum also nimmt der Begriff „Fasching“ hier in Ostfranken (Dialektgebiete in Bayern, Nord-Baden-Württemberg, Süd-Thüringen, Süd-Hessen insgesamt ca. 5,5 Mio. Einwohner) also immer mehr überhand, und verdrängt den traditionellen Begriff „Fastnacht“ bzw. „Fasenacht“. Eine Tatsache ist, dass gerade im Bundesland Bayern diese Entwicklung so stark ist, dass mittlerweile Südhessen diese Unsitte annimmt. Durch den Bayerischen Rundfunk und die großen Münchener Verlage ist in den letzten Jahrzehnten mit Hilfe der teilweise bajuwarisch angepassten fränkischen Medienlandschaft die Macht der Medien voll zum Tragen gekommen.Ein Glücksfall ist hier der „Fastnachts-Verband Franken“. Durch diese Institution und andere Vereine existiert trotz aller Verunglimpfungen noch die „Fasenacht“.

Sprachforscher reden sogar von Sprachimperialismus: Sprachforscher Manfred Renn regt sich über den mächtigen Münchener Sprachimperialismus auf. Wenn er seinen Fernseher anschaltet, kocht in ihm immer wieder die Wut hoch, ob des dort verbreiteten Münchner Sprachimperialismus. Er sagt, dass „Reporter mit unverkennbar altbaierischer Sprachfärbung“ beharrlich von schwäbischen oder fränkischen „Christkindlmärkten“ berichten - obwohl diese dort „Christkindlesmärkte“ heißen. Und auch bei der Bezeichnung für die „Fünfte Jahreszeit“ setzt sich immer mehr ein Begriff durch, „den eigentlich schon am Ammersee keiner mehr kennt“, zürnt Renn: der in Niederbayern und im Chiemgau gebräuchliche Ausdruck „Fasching“ nämlich, der die „Fasnacht“ oder „Fasenacht“ verdrängt.- Nachzulesen (Falls Zugang vorhanden) unter http://www.mainpost.de/lokales/franken/art1727,3359643. Der Artikel erschien am 12.12.2005. Manfred Renn hat im Auftrag des Freistaates Bayern den kleinen „Bayerischen Sprachatlas“ herausgegeben.

Letztendlich ist „Karneval“ ein internationaler Begriff, die Fastnacht mit ihren Mundartbegriffen gibt es im deutschsprachigen Raum (inkl. Schweiz), und den Fasching traditionell wirklich nur in einigen baierischen Gebieten (Niederbayern, Chiemgau).

Literatur

  • Manfred Renn; Werner König: Kleiner bayerischer Sprachatlas. München: Deutscher Taschenbuch-Verlag, 2006, 256 S., ISBN 3-423-03328-2 (dtv 3328)

Siehe auch

Weblinks