Fassadenkunst in Nürnberg

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Münzschläger in der Schildgasse, von Jakob Dietz.
(C):Helldörfer/NZ
Eppelein-Darstellung in der Oberen Söldnersgasse.
(C):Helldörfer/NZ

Kunstwerke an Hausfassaden findet man in der Altstadt von Nürnberg an vielen Stellen. Viele der Malereien, Mosaike und Reliefs stammen aus der Wiederaufbau-Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte

Den ersten Ansatz zu dieser Art der Fassadenkunst gab es in der Weimarer Republik. Damals wurden Bauaufträge mit Aufträgen an Künstlern verknüpft, um diesen aus materiellen Notlagen zu helfen. Beispiele für diese Fassadenkunst sind in Nürnberg an der Nordostbahnhof-Siedlung und in der Wohnsiedlung an der Cranachstraße zu finden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, als weite Teile der Altstadt in Trümmern lagen, wurden mit staatlichen Wiederaufbau-Maßnahmen ein fester Kunstetat in Höhe von ein bis zwei Prozent der Bausumme verknüpft, gemäß eines 1950 verabschiedeten Programms des Bundestages. Diesem Vorbild schlossen sich auch Wohnungsbaugesellschaften und einige private Bauherren an.

Techniken und Motive

Üblich waren meist zweidimensionale Techniken wie Mosaik, Sgrafitti (Kratzputztechniken), Keramikreliefs und verschiedene Maltechniken. Die Motive reichten von abstrakt bis gegenständlich. Symbolische und religiöse Figuren wurden ebenso dargestellt wie Motive aus der Geschichte Nürnbergs. Wegen ihrer Neigung zum idealisierten und harmonischen Motiv wurden die Kunstwerke allerdings in späteren Zeiten eher geringschätzig beurteilt.

Nürnberger Künstler

Da nur einige der Fassaden-Kunstwerke signiert sind, ist eine Zuordnung in vielen Fällen nicht mehr möglich. Namentlich bekannt aufgrund ihrer Signaturen sind heute etwa noch Jakob Dietz (JD), Otto Meister (OM) und Georg Mayer-Pröger (MP).

Gefährdung

Sowohl durch die Zeit wie auch durch Baumaßnahmen (z.B. Fassaden-Renovierung, Wärmedämmung) sind die Fassaden-Kunstwerke in ihrem Bestand gefährdet. Nikolaus Bencker beklagt in seinem Artikel für die Altstadtberichte (siehe unten), dass in Bayern noch nicht einmal eine Bestandsaufnahme erfolgt sei, während in anderen Bundesländern bereits besonders wertvolle Exemplare unter Denkmalschutz gestellt worden seien. Durch das Engagement der Altstadtfreunde Nürnberg und durch die Lage im geschützten Ensemblebereich der Nürnberger Altstadt konnten bislang nur einige wenige der Fassaden-Kunstwerke dauerhaft gesichert werden.


Literatur

  • Nikolaus Bencker: Kunst am Bau - Fassadenkunst der Wiederaufbauzeit in der Nürnberger Altstadt, in: Nürnberger Altstadtberichte Nr. 34/2009
  • Clemens Helldörfer Fassaden-Kunst: Wenn Eppelein aus dem Fenster springt, NZ vom 25.2.2010 - Artikel bei NZ online