Finanzamt Fürth

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Das Finanzamt Fürth ist für die Festsetzung und die Erhebung vieler Steuern zuständig. Ferner obliegt ihm die Außenprüfung von Betrieben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Finanzamts Fürth

Die Anfänge der modernen Steuersysteme in Deutschland gehen auf umfangreiche und einschneidende Reformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Die napoleonischen Kriege hatten einen enormen Finanzbedarf verursacht, der mit den herkömmlichen öffentlichen Abgaben und Lasten nicht zu decken war. Die damalige territoriale Neuordnung in Europa, insbesondere in Deutschland, erzwang eine Vereinheitlichung der Steuern.

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert begann auch in Fürth ein starkes Bevölkerungswachstum. Im Jahr 1800 zählte Fürth 12.000 Einwohner. Bis 1895 vervierfachte sich diese Zahl auf 47.000 Einwohner. Ein gutes halbes Jahrhundert später, 1950, überschritt die Stadt die Grenze von 100.000 Einwohner, wodurch sie zur Großstadt wurde. Die kreisfreie Stadt Fürth ist nach Nürnberg die zweitgrößte Stadt Mittelfrankens und siebentgrößte Stadt Bayerns. Ihr Ausländeranteil beträgt rund 15 Prozent (Stand 2005).

Seit 2006 ist Fürth Universitätsstadt. Als erste Stadt in Bayern kann sich Fürth als aufstrebender Forschung- und Wissenschaftsstandort (z.B. Frauenhofer Institut) mit dem Beinamen Wissenschaftsstadt schmücken. Dieser Titel wurde der Stadt 2007 zum 1000-jährigen Jubiläum verliehen.

Eng mit der Geschichte der Stadt Fürth ist die geschichtliche Entwicklung des Finanzamtes Fürth verbunden. Seit nunmehr über 200 Jahre kommt das Finanzamt Fürth, trotz ständiger politischer und gesellschaftlicher Veränderungen, der Bewältigung seiner hoheitlichen Aufgaben nach. In Fürth reichen die Anfänge der bayerischen Steuerverwaltung in das Jahr 1806 zurück. Das Finanzamt Fürth ging aus dem ehemaligen Fürther Rentamt hervor. Dieses befand sich zwischen 1806 und 1900 in dem 1682 erbauten Amtshaus der Domprobstei Bamberg in der Gustavstr. 65, unmittelbar im Zentrum der Fürther Altstadt. Während der preußischen Herrschaft (1792-1805) war das Gebäude bis 1805 Sitz der Recherche-Spezialkommission und des Kammeramtes.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts genügte dieses Gebäude nicht mehr den hohen Anforderungen zur Abwicklung eines ordnungsgemäßen Dienstbetriebes. Im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert verzeichnete die Stadt einen enormen Anstieg der Bevölkerungszahl. Die Aufwärtsentwicklung der Industrie- und Handelsstadt Fürth mit ihrem großen Hinterland brachte eine Erhöhung des Personals mit sich, dessen Unterbringung im alten Rentamtsgebäude im Laufe der Zeit sich immer schwieriger gestaltete. So war es unumgänglich einen Neubau zu errichten, der in der Hallstraße 1 in Fürth seine Vollendung fand. Der Baubeginn des neuen »Königlich bairischen Rentamts« Fürth war am 1. Oktober 1897. Der Umzug in das bezugsfertige Rentamtsgebäude (heute beherbergt es das Amtsgericht Fürth) erfolgte am 25. August 1900.

Mit der Gründung der Weimarer Republik ging die Finanzhoheit auf das Deutsche Reich über. Am 1. April 1920 wurde die Reichsfinanzverwaltung gegründet. Ab diesem Datum wurden die Finanzverwaltungen der einzelnen Bundesstaaten des Deutschen Reichs in die Reichsfinanzverwaltung eingegliedert, wodurch die bayerischen Steuerbehörden Reichsbehörden und die bayerischen Rentämter in Finanzämter im Sinne der Reichsabgabenordnung umbenannt wurden. Als vorgesetzte Dienststelle stand das neu geschaffene Landesfinanzamt Nürnberg vor.

In den Jahren zwischen 1933 und 1945 konnte sich das Finanzamt Fürth als staatliche Behörde der »Gleichschaltung« durch die neuen Machthaber nicht entziehen.

Ende 1935 war es notwendig die Betriebsprüfung in das Gebäude Bahnhofstr. 2 auszulagern. Zwei Jahre später, 1937, erfolgte die Auslagerung einiger Veranlagungsbezirke in das Hauptzollamt in der Luisenstr. 2. Aber auch diese Räume reichten bald nicht mehr aus, so dass man gezwungen war im Jahr 1938 das Anwesen des Kaufmanns Gustav Schickedanz in der Hornschuchpromendade 13 für die Finanzverwaltung anzumieten. Dort fanden die Betriebsprüfungsstelle und die Veranlagungsstelle der Landbezirke von Juli 1938 bis April 1945 ihre Wirkungsstätte.

Bis November 1946 waren die Sachgebiete Betriebsprüfung, Lohnsteuer- und Bewertungsstelle vorübergehend in der Schwabacher Str. 28 untergebracht. Später erfolgte der Umzug dieser Stellen in die Hornschuchpromenade 28. Nach 1945 stieg die Zahl der Steuerpflichtigen in Fürth und dem Umland stetig an. Gleichzeitig wuchs auch die Zahl der Bediensteten des Finanzamtes, die immer umfangreichere Aufgabenfelder zu erledigen hatten. Die Folge war eine permanente Raumnot.

Hauptamtsgebäude Fürth, Herrnstraße 69

Ab 1953 wurden verschiedene Modelle einer Zusammenlegung der ausgelagerten Dienststellen in einem einzigen Gebäude diskutiert. Schließlich entschied sich im April 1957 die Oberfinanzdirektion Nürnberg (heute Landesamt für Steuern) für einen Neubau eines Ämtergebäudes in der Fürther Südstadt. Eine Kleingartenanlage, die sich damals auf dem ausgewählten Grundstück an der Ecke Karlstraße/Herrnstraße befand, musste dem Bauvorhaben weichen.

Mit der Bautätigkeit wurde am 10. März 1959 begonnen, dem Richtfest vom 16. September 1959 folgte, nach knapp zweijähriger Bauzeit im Februar 1961, der Einzug in das Gebäude. Den Bauplan fertigte das Finanzbauamt Nürnberg unter Leitung von Oberregierungsbaurat Thias an, der Entwurf stammt von Regierungsbaurat Sperk.

Im Zuge dieser großzügigen Erweiterung entstanden zahlreiche neue Diensträume, eine repräsentative Schalterhalle, eine Kantine, ein großer und ein kleiner Sitzungssaal. Die offizielle Übergabe des neuen Ämtergebäudes (Finanzamt und Vermessungsamt) an die Finanzverwaltung erfolgte am 15. März 1961 durch das bayerische Staatsministerium der Finanzen.

In dem 1961 errichteten fünfstöckigen Ämtergebäude in der Herrnstraße 69 war zunächst auch das Vermessungsamt im obersten Stockwerk untergebracht. Nach dem Auszug des Vermessungsamtes im Jahr 1997, konnten in die frei gewordenen Räume teilweise ausgelagerte Arbeitsgebiete des Finanzamtes in das Hauptgebäude zurückgeholt werden. Jedoch reichte der Platzgewinn immer noch nicht aus, so dass auch nach 1997 bis heute, das Amt gezwungen ist Arbeitsplätze, wie beispielsweise die Sachgebiete Betriebsprüfung und die Bewertung, im angemieteten Gebäude in der Wehlauer Straße 59 auszulagern.

Erweiterungsbau an der Ostseite des Hauptgebäudes

Momentan finden Bauarbeiten am Finanzamts-Erweiterungsbau an der Ostseite des Hauptgebäudes an der Herrnstraße 69 statt. Dieser wird zusammen mit dem benachbarten Altbau in naher Zukunft alle Sachgebiete in einem Gebäude-Komplex vereinen.

Am 20. Oktober 2010 wurde in Anwesenheit des Staatssekretärs im Bayerischen Staatsministerium für Finanzen, Franz Josef Pschierer, des Fürther Oberbürgermeisters Dr. Thomas Jung und des Leiter des Finanzamtes Fürth, Günter Kohl, feierlich der Grundstein für das Elf-Millionen-Projekt gelegt. Nach Fertigstellung des Neubaus - voraussichtlicher Termin Sommer 2012 - soll mit umfassenden Sanierungsarbeiten des aus dem Jahr 1961 stammenden Altbaus, begonnen werden.

Der Erweiterungsbau wurde nach modernsten energetischen Gesichtspunkten geplant. Das zukünftige neue Finanzamt wird auf dem Flachdach über eine Photovoltaik-Anlage verfügen und außerdem zu 75 Prozent mit Erdwärme beheizt werden. Bei extrem niedrigen Temperaturen besteht die Möglichkeit eine Gasheizung zuzuschalten. Alt- und Neubau werden durch einen lichtdurchfluteten zweigeschossigen Baukörper miteinander verbunden. Das neue Gebäude kann, je nach Raumbedarf, in späteren Jahren um ein Stockwerk erweitert werden.

Im Zuge des Neubaus entsteht im Erdgeschoss an der Südseite des Komplexes, entlang der Herrnstraße, ein großzügig gestaltetes und barrierefrei zugängliches Servicezentrum.

Für den Neubau des Finanzamts Fürth wurde eigens ein europaweiter Architektenwettbewerb durchgeführt. Aus 440 Bewerbungen hatte am Ende das Architekturbüro Anne Rumetsch und Matthias Köppen aus Dornbirn in Vorarlberg (Österreich) den Zuschlag erhalten. Die Bauarbeiten führt das Bauunternehmen Anton Schick GmbH + Co. KG, Bad Kissingen durch.

Aufbauhilfe in Sachsen (1990 bis 1997)

Kurz nach der Wiedervereinigung Deutschlands, im Jahr 1990, erfüllten zahlreiche Kolleginnen und Kollegen des Finanzamtes Fürth besonders wichtige Aufgaben. Den neuen Bundesländern musste Hilfe und Beratung zum Aufbau einer leistungsfähigen Steuerverwaltung geleistet werden. Von 1990 bis 1997 waren daher zahlreiche Bedienstete aus den verschiedensten Arbeitsgebieten des Finanzamtes als »Aufbauhelfer« bei den Partner-Finanzämtern Stollberg und Hohenstein-Ernstthal in Sachsen tätig.

Personelle Besetzung des Finanzamts

Zur Zeit arbeiten in der Dienststelle Fürth (Haupthaus Herrnstraße 69 und Wehlauer Straße 59) insgesamt 293 Beamtinnen, Beamte und Angestellte, davon sind 82 in Teilzeit beschäftigt. Der Anteil der weiblichen Beschäftigten liegt bei 47 Prozent (Stand: 01.01.2007).

Amtsvorsteher des Rentamts und Leiter des Finanzamts Fürth seit 1808

  • Rentamtmann Ritter (1808 bis 1834)
  • Rentamtmann Besold (1834 bis 1841)
  • Rentamtmann Erhard (1841 bis 1848)
  • Rentamtmann Sax (1848 bis 1858)
  • Rentamtmann Spenker (1858 bis 1859)
  • Rentamtmann Götzet (1859 bis 1866)
  • Rentamtmann Pramböck (1866 bis 1869)
  • Rentamtmann Christoph Meyer (1869 bis 1870)
  • Rentamtmann August Brehm (1870 bis 1876)
  • Rentamtmann Friedrich Christ (1876 bis 1880)
  • Rentamtmann Koller (1880)
  • Rentamtmann Thomas Mögen (1880 bis 1883)
  • Rentamtmann Ostermeier (1884 bis 1887)
  • Rentamtmann Gottfried Stöcklein (1887 bis 1898)
  • Rentamtmann Johann Speichermann (1898 bis 1904)
  • Oberregierungsrat August Fischer (1904 bis 1921)
  • Oberregierungsrat Gustav Benkers (1921 bis 1926)
  • Oberregierungsrat Engelbert Spitzer (1927 bis 1945)
  • Regierungsdirektor Hans Greiner (1945 bis 1956)
  • Regierungsdirektor Dr. Ludwig Bauner (1956 bis 1957)
  • Regierungsdirektor Dr. Rolf Negendanck (1957 bis 1960)
  • Regierungsdirektor Dr. Hermann Wolf (1960 bis 1965)
  • Leitender Regierungsdirektor Rudolf Fischer (1965 bis 1979)
  • Leitender Regierungsdirektor Rudolf Birner (1979 bis 1992)
  • Leitender Regierungsdirektor Rainer Friemel (1992 bis 1995)
  • Leitender Regierungsdirektor Dr. Werner Rossmanith (1995 bis 2002)
  • Leitender Regierungsdirektor Hermann Schuller (2002 bis 2005)
  • Leitender Regierungsdirektor Günter Kohl (seit 2006)

Größe des Amtsbezirkes und seine historische Entwicklung

Das Finanzamt Fürth als leistungsstarke und serviceorientierte Behörde, ist für Steuerangelegenheiten aller Bürgerinnen und Bürger der Stadt Fürth und des Landkreises Fürth zuständig.

Das Gebiet des heutigen Landkreises Fürth gehörte vor 1800 zu unterschiedlichen Dienstherren, darunter befand sich die Burggrafschaft Nürnberg und das Fürstentum Ansbach. Im Jahr 1806 wurde das Gebiet in das Königreich Bayern einverleibt.

Der Landkreis Fürth befindet sich im Bezirk Mittelfranken und ist flächenmäßig der kleinste Landkreis Bayerns. Die Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Erlangen-Höchstadt, im Osten die kreisfreien Großstädte Nürnberg und Fürth, im Süden der Landkreis Roth, im Südwesten der Landkreis Ansbach und im Nordwesten der Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim. Er befindet sich in der aufstrebenden Europäischen Metropolregion Nürnberg/Fürth/Erlangen.

Die Siedlung und Wirtschaft sind durch die Zugehörigkeit zum Nürnberger Wirtschaftsraum geprägt. Der Landkreis bildet einen traditionellen Standort für produzierendes Gewerbe (z.B. Spielwaren). Jedoch immer stärkere Bedeutung kommt dem Dienstleistungssektor und Betrieben des Handels und Verkehrs zu. Sowohl internationale Unternehmen als auch kleinere und mittlere Unternehmen tragen zur Wirtschaftskraft des Landkreises bei. Große Vorteile bringt durch Wissens- und Technologietransfer die Nähe zu Universitätsstandorten (Fürth, Erlangen, Nürnberg).

Die Größe des Landkreises Fürth und die Größe des Amtsbezirkes sind identisch. Im Landkreis befinden sich heute 14 Gemeinden, darunter vier Städte und vier Märkte (Markt Ammerndorf, Markt Cadolzburg, Gemeinde Großhabersdorf, Stadt Langenzenn, Stadt Oberasbach, Gemeinde Obermichelbach, Gemeinde Puschendorf, Markt Roßtal, Markt Seukendorf, Stadt Stein, Gemeinde Tuchenbach, Gemeinde Veitsbronn, Gemeinde Wilhermsdorf und die Stadt Zirndorf). Der Finanzamtsbezirk erstreckt sich auf eine Gesamtfläche von 370,95 qkm (Stadt: 63,35 qkm, Kreis: 307,60 qkm) und hat 228.311 Einwohner, Stadt Fürth 114.128 Einwohner (Stand: 31. März 2007) und Kreis 114.183 Einwohner (Stand: 30. Sept. 2006).

Steueraufkommen

Das Finanzamt Fürth ist nach der Höhe des Steueraufkommens auf Platz 21 aller 76 Finanzämter des Freistaat Bayern zu finden.(Stand: 01.01. 2010)

Entwicklung des Steueraufkommens in Millionen Euro:
1950: 22.783 Euro (44.560 DM)
1960: 95.862 Euro (187.490 DM)
1970: 218.301 Euro (426.960 DM)
1980: 565.422 Euro (1.105.870 DM)
1990: 711.529 Euro (1.391.630 DM)
2000: 814.518 Euro (1.593.060 DM)
2002: 919.639 Euro
2003: 802.840 Euro
2004: 797.718 Euro
2005: 726.067 Euro
2006: 814.449 Euro
2007: 746.138 Euro
2008: 848.154 Euro
2009: 762.726 Euro
2010: 734.933 Euro

Ausbildungsfinanzamt Fürth

Das Finanzamt Fürth ist Ausbildungsfinanzamt für zukünftige Beamtinnen und Beamte des mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienstes sowie für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst. Außerdem ist das Finanzamt Fürth Ausbildungsfinanzamt für den höheren Dienst.

  • Mittlerer nichttechnischer Dienst bei der bayerischen Finanzverwaltung

Die Zulassung zur Ausbildung für den mittleren nichttechnischen Dienst bei der bayerischen Finanzverwaltung setzt die erfolgreiche Teilnahme am Auswahlverfahren der Geschäftsstelle des Bayerischen Landespersonalausschusses (Prüfungsamt) voraus. Das Auswahlverfahren besteht aus der Auswahlprüfung sowie in der Berücksichtigung bestimmter schulischer Leistungen. Der Abschluss des Qualifizierten Hauptschulabschlusses oder des Mittleren Bildungsabschlusses unter Berücksichtigung einer beamtenrechtlichen Höchstaltersgrenze ist Voraussetzung.

Die zweijährige Ausbildung im mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst erfolgt als Steuersekretäranwärterin bzw. Steuersekretäranwärter im Beamtenverhältnis auf Widerruf im Wechsel zwischen Theorie und Praxis. Die Ausbildung wird mit bestandener Prüfung zur Steuersekretärin bzw. Steuersekretär mit der Berufsbezeichnung Finanzwirtin bzw. Finanzwirt abgeschlossen. Die Beamtinnen und Beamten werden nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung in den Staatsdienst der bayerischen Finanzverwaltung, zunächst ins Beamtenverhältnis auf Probe, übernommen. Die theoretische Ausbildung für den mittleren nichttechnischen Dienst findet an der Landesfinanzschule Bayern in Ansbach statt.

  • Gehobener nichttechnischer Dienst bei der bayerischen Finanzverwaltung

Für die Zulassung zum Studium für den gehobenen nichttechnischen Dienst bei der bayerischen Finanzverwaltung ist neben dem Abitur oder Fachabitur, der deutschen oder einer EU-Staatsangehörigkeit und beamtenrechtlicher Höchstaltersgrenze die Teilnahme an einem Auswahlverfahren des bayerischen Landespersonalausschuss erforderlich. Die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern, Fachbereich Finanzwesen und Staatsfinanzverwaltung, befindet sich in Herrsching am Ammersee in Oberbayern. Sie ist die zentrale Ausbildungsstätte für den gehobenen nichttechnischen Dienst der Bayerischen Finanzverwaltung.

Die dreijährige Ausbildung an der Fachhochschule in Herrsching erfolgt im Wechsel von Studiengängen am Fachbereich Finanzwesen und berufspraktischen Studienzeiten an den jeweiligen Ausbildungsfinanzämtern in Bayern (Beamtenverhältnis auf Widerruf). Meistens erfolgt die Ausbildung der Steuerinspektorenanwärterin oder Steuerinspektorenanwärters heimatnah, d.h. die Ausbildung erfolgt am nächstgelegenen (Ausbildungs-)Finanzamt des Wohnorts der Studentin oder des Studenten. Durch die praktische Tätigkeit am Finanzamt wird sichergestellt, dass das theoretische Wissen der Studierenden gleich in der Praxis umgesetzt und erprobt wird. Die Studieninhalte sind umfangreich und komplex.

Nach Bestehen der Abschlussprüfung erhalten die Absolventinnen und die Absolventen den Diplomgrad: Diplomfinanzwirtin (FH) (Steuerinspektorin) oder Diplomfinanzwirt (FH)(Steuerinspektor). Die Beamtinnen und Beamten werden nach erfolgreichem Abschluss des Studiums in den Staatsdienst der bayerischen Finanzverwaltung und ins Beamtenverhältnis übernommen; zunächst als Beamtin oder Beamter auf Probe.

  • Höherer Dienst

Voraussetzung für die Ausbildung im höheren Dienst ist der Abschluss eines juristischen Hochschulstudiums oder eines vergleichbaren Studiums. Die praktische Ausbildung findet für den höheren Dienst neun Monate lang am Finanzamt bzw. am Bayerischen Landesamt für Steuern in Nürnberg/München, statt. Am Ende der Ausbildung steht nach zunehmend eigenverantwortlicher Tätigkeit die selbständige Leitung eines Sachgebiets.

Umfassende theoretische Fachkenntnisse werden an der Bundesfinanzakademie in Brühl bei Bonn und an bayerischen Ausbildungseinrichtungen praktische Erfahrungen auf dem Gebiet des umfangreichen Steuerrechts vermittelt. Des Weiteren werden auch Fragen der Organisation und Personalführung geschult.

Informationen zur Ausbildung im höheren Dienst erteilt das Bayerische Staatsministerium für Finanzen - online

Aktuelle Entwicklung

Das Fürther Finanzamt ist seit Januar 2001 im Internet mit einer eigenen Homepage vertreten. Die Finanzverwaltung hat sich in den letzten Jahren zu einer bürgerfreundlichen und dienstleistungsorientierten Einrichtung im hoheitlichen Bereich gewandelt. Um diesen hohen Anspruch gerecht zu werden, wurde im Juli 2001 das inzwischen bei allen bayerischen Finanzämtern eingerichtete Servicezentrum eröffnet. Durch die Annahme von Steuererklärungen und Anträgen sowie die Erteilung von Auskünften über fallbezogene Steuerfragen, soll eine schnellere Bearbeitung von Steuererklärungen für Arbeitnehmer ermöglicht und in besonderem Maße Bürgernähe und Bürgerfreundlichkeit praktiziert werden.

Elektronische-Steuer-Erklärung (ELSTER)

Des Weiteren nutzt die moderne Finanzverwaltung immer bessere technische Möglichkeiten, um Arbeitsprozesse zu beschleunigen. So läuft bereits seit mehreren Jahren erfolgreich das ELSTER-Verfahren (ELSTER = Elektronische Steuer Erklärung). Bei diesem Verfahren werden Daten der Einkommensteuer- und Umsatzsteuererklärung bzw. Umsatzsteuervoranmeldungen elektronisch über die Internet-Verbindung vom Steuerbürger an das Finanzamt übermittelt.

Kontaktinformationen

Anschrift: Finanzamt Fürth, Herrnstraße 69, 90763 Fürth. Öffnungszeiten Servicezentrum: Mo - Mi: 8.00 - 14.00 Uhr. Donnerstag: 8.00 - 18.00 Uhr. Freitag: 8.00 - 12.00 Uhr. Telefon: 0911 7435-0. Telefax: 0911 7435-350. E-Mail: poststelle(at)fa-fue.bayern.de

Weblinks

  • Offizielle Webpräsenz Finanzamt Fürth
  • Elektronische Steuererklärung ELSTER
  • Landesfinanzschule Bayern in Ansbach online
  • Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern/Fachbereich Finanzwesen in Herrsching am Ammersee online
  • Bundesfinanzakademie in Brühl online
  • Bayerischer Landespersonalausschuss online
  • Bayerisches Landesamt für Steuern online

Literatur

  • Finanzamt Fürth (Hg): Das Fürther Finanzamt. 2. Auflage. Fürth, Oktober 2004