Fleischbrücke

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  • Stadtlexikon Nürnberg Der folgende Abschnitt stammt aus dem von Michael Diefenbacher und Rudolf Endres herausgegebenen Stadtlexikon des Stadtarchivs Nürnberg, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht bearbeitbar. Weitere Abschnitte zu diesem Thema sind aber durchaus erwünscht.

Das steinerne Ochsenportal. --Foto: Helldörfer

Die Fleischbrücke ist eine an der engsten Stelle des Pegnitzdurchflusses durch Nürnberg errichtete und deshalb dessen stärksten Fließkräften innerhalb der Mauern ausgesetzte hölzerne Brücke. Sie brannte 1418 ab. Den ebenfalls aus Holz aufgeführten Nachfolgebau riss 1432 die Pegnitz mit sich. 1487 wurde eine zweibogige Steinbrücke über einem Mittelpfeiler errichtet, die 1595 ebenso wie der Henkersteg und die Hallertorbrücke ein Opfer des verheerenden Frühjahrhochwassers wurde. Deshalb entschloss sich der Rat, unter Anleitung von Ratsbaumeister Wolf-Jacob Stromer die Brücke, die den Haupttransit- und den größten innerstädtischen Verkehr tragen musste, neu erbauen zu lassen. Angeregt vom 1588-91 über den Canal Grande in Venedig geschlagenen Ponte di Rialto, führten in Nürnberg 1596-98 auf einem Fundament von über 2.000 Holzpfählen an den Pegnitzufern die Zimmermeister Mathes Herdegen und Peter Carl sowie Baumeister Jacob Wolff der Ältere aus Bamberg die heute noch stehende einbogige Fleischbrücke (Name nach den bei der Fleischbrücke in der Pegnitz liegenden Fleischbänken) aus. Sie galt den Zeitgenossen als technisch bedeutsamster Brückenbau Europas und wurde, da sie befahrbar sein musste, statisch weit stabiler als die nur für Fußgänger gebaute Rialtobrücke ausgelegt. Die Fleischbrücke Stromers hielt selbst den Bombentreffern des Zweiten Weltkriegs stand.
Autor: Dr. Michael Diefenbacher

Quellen:
Stadtarchiv Nürnberg A 26; B 1.
Staatsarchiv Nürnberg, Stromer-Archiv.

Inhaltsverzeichnis

Literatur:

Siebenkees Johann Christian (Hrsg.), Materialien zur nürnbergischen Geschichte, 4 Bände, Nürnberg 1792-1795.
Fleischmann Peter, Alte Brücken in Nürnberg, Nürnberg 1994.
Stromer W. v., Palladio nördlich der Alpen: Nürnberg unter Wolf-Jacob Stromer, in: Bauen nach der Natur - Palladio, Ostfildern-Ruit 1997.

Inschrift

Die lateinische Inschrift unter dem Ochsen bedeutet: „Alles hat einen Anfang und ein Wachstum, aber siehe: Niemals ist der Ochse, den du hier siehst, ein Kalb gewesen.“

Siehe auch:

Oggs vo der Fleischbrüggn
Pegnitz, insbesondere wegen des Anfang der 1960er-Jahre gebauten Hochwasserstollens

Weblinks