Flughafen Nürnberg
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Die Flughafen Nürnberg GmbH ist ein internationaler Flughafen mit jährlich rund vier Millionen Fluggästen im Norden von Nürnberg. Er ist zweitgrößter Flughafen Bayerns und der zehntgrößte Deutschlands. Der Airport Nürnberg ist das Süddeutschland-Drehkreuz der Fluggesellschaft Air Berlin.
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Ausstattung
Das Fluggast-Terminal umfasst derzeit zwei Abflughallen sowie eine Ankunftshalle. Die Start- und Landebahn ist 2,7 Kilometer lang und 45 Meter breit. Das 196.000 m² große Vorfeld bietet Parkpositionen für 35 Flugzeuge. Besucher finden gut 6.000 Parkplätze (u.a. in mehreren Parkhäusern) vor. Das Luftfrachtzentrum umfasst eine Lagerfläche von rund 16.400 m².
Vorgeschichte
Der erste Nürnberger Flughafen wurde im Jahr 1933 am Marienberg (dem heutigen Volkspark Marienberg) eröffnet. Dieser Flughafen wurde 1943 zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die amerikanischen Streitkräfte die Große Straße am früheren Reichsparteitagsgelände als Start- und Landebahn.
Geschichte des Airport Nürnberg
Der heutige Airport Nürnberg entstand im Jahr 1955 als erster Flughafen-Neubau in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Architekt war Friedrich Seegy. Die 1,9 km lange Startbahn wurde 1961 auf 2,3 km und 1968 auf 2,7 km verlängert. 1977 wurde das Hauptvorfeld erweitert, 1981 entstand ein neues Fluggastterminal mit einer Besucherterrasse (Blick auf Vorfeld und Startbahn) sowie einem Restaurant.
Im Winter 1997/98 eröffnete die Fluggesellschaft Air Berlin eines ihrer Deutschland-Drehkreuez für Urlaubsflüge in Nürnberg. Dies führte zu stark ansteigenden Passagierzahlen und einer Aufwertung des Airports. Der Vertrag mit Air Berlin läuft 2013 aus.
Der neue Kontrollturm wurde 1999 in Betrieb genommen. Im selben Jahr war auch die (eingleisige) Verlängerung der U-Bahn zum Flughafen fertig gestellt.
2003 entstand ein zweites Luftfrachtzentrum, das Cargo-Center 2, mit 6.500 m² Lagerfläche und 4.600 m² Büroraum. Seit dem Jahr 2006 sind die neuen Ankunfts- und Abflugterminals (8.500 m² Geschossfläche) sowie der neue Hauptzugang zum Vorfeld (Tor 1) in Betrieb.
Ausgezeichnet wurde der Airport Nürnberg bereits viele Male mit dem Business Traveller Award zunächst als "Bester Deutscher Regionalflughafen" und ab 2007 als "Bester Deutscher Flughafen".
Im Jahr 2011 geriet der Airport in Schwierigkeiten. Die beiden Flughafen-Gesellschafter Freistaat Bayern und Stadt Nürnberg stützten ihn mit jeweils rund 20 Millionen Euro an Zuschüssen für die kommenden fünf Jahre und mit Ausfall-Bürgschaften.
2012 regte der CSU-Politiker Markus Söder an, dem Flughafen den Namen „Albrecht-Dürer-Airport“ zu geben. Die Diskussion verlief kontrovers.[1]
Eigentümer und Unternehmensleitung
Eigentümer der Flughafen GmbH sind der Freistaat Bayern und die Stadt Nürnberg zu gleichen Teilen. Geschäftsführer ist seit 2001 Karl-Heinz Krüger.
Erstlandungen
In der über 50jährigen Geschichte des Airport Nürnberg am Standort Nürnberg-Kraftshof landete nahezu jeder zivil genutzte Flugzeugtyp in Nürnberg. Ein paar besonders interessante „Erstlandungen“ sind hier aufgeführt:
Convair 340
Als erstes Passagierflugzeug landete am Eröffnungstag, den 6. April 1955, um 10:20 Uhr eine Convair CV 340 der Lufthansa mit Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm auf dem ersten neu errichteten Verkehrsflughafen Deutschlands seit 1937.
Douglas DC-7
Im November 1958 diente Nürnberg als Ausweichflughafen für den im Nebel liegenden Flughafen München-Riem. Mit einer DC-7c aus Tel Aviv landete die bis dahin größte Maschine.
Boeing 747
Das damals größte Verkehrsflugzeug der Welt, die Boeing 747, landete erstmals am 12. Juli 1970 am Airport Nürnberg. Der neue „Jumbo Jet“ war damals das neue Flaggschiff in der Flotte der Deutschen Lufthansa und kam im Rahmen eines Präsentationsfluges nach Nürnberg. Das Ereignis lockte 20.000 Schaulustige.
Douglas DC-10
Am 10. Januar 1974 durfte Nürnberg erstmals den Dreistrahler aus Kalifornien, die DC-10 begrüßen. Das Langstreckenflugzeug von McDonnell Douglas galt mit seiner neuen Triebwerksgeneration als „flüsternder Riese“.
Airbus A 300
Der Airbus A300 war der erste zweistrahlige Großraumjet des europäischen Hersteller-Konsortiums und landete erstmals am 26. März 1976 in Nürnberg. In den folgenden Jahren wurde der Widebody-Jet, der eigens für Kurz- und Mittelstrecken konzipiert wurde, regelmäßig im Liniendienst zwischen Nürnberg und Frankfurt/Main eingesetzt.
Lockheed C-5 Galaxy
Im Rahmen des Lufttransportmanövers „Dashing Impact“ landete am 25. September 1977 mit der Galaxy C-5A das bis dato größte Flugzeug der Welt vor Tausenden Zaungästen in Nürnberg. Die militärische Transportmaschine von Lockheed ist noch heute für die US Air Force im Einsatz.
Concorde
Am 19. Juli 1986 besuchte das einzige Überschall-Passagierflugzeug der Welt, die Concorde, das erste Mal den Airport Nürnberg. Bei der Landung säumten 32.000 Schaulustige das Rollfeld. Nach dem Start steuerte der französische Wundervogel noch einmal den Flughafen an und donnerte in niedriger Flughöhe an den begeisterten Zaungästen vorbei.
Am 29. Oktober 1988 kam die Concorde für eine Deutschlandpremiere ein weiteres Mal nach Nürnberg: um 14 Uhr startete die Air-France-Maschine das erste Mal von einem Flughafen der Bundesrepublik nach New York!
Antonov An-22
Erstmalig landete am Montag 28. Juni 2004 eine Antonov An-22 „Antheus“ in Nürnberg. Mit einer Spannweite von 64 Metern und einem Leergewicht von 114 Tonnen ist die An-22 das größte Propeller-Flugzeug der Welt.
Airbus A380 in Nürnberg
Am 3. Juni 2010 überflog der werksneue Airbus A380-000 der Lufthansa (Kennzeichen: D-AIMA / Städtename: Frankfurt am Main) im Rahmen eines Präsentationsprogramms den Airport Nürnberg in geringer Flughöhe (sog. Low Approach). Eine Landung war wegen der zu diesem Zeitpunkt, aufgrund Bauarbeiten verkürzten Start- und Landebahn nicht möglich. Im Umfeld des Flughafens fanden sich trotz schlechten Wetters rund 10.000 Schaulustige ein, die den Überflug miterleben wollten. [2]Kontakt
- Adresse:
- Flughafenstraße 100
- 90411 Nürnberg
- Telefon: 0911 937-00
- Telefax: 0911 937-1650
- info@airport-nuernberg.de
Literatur
- Charlotte Bühl: Flughafen. In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, ISBN 3-921590-69-8 - im Netz
- Charlotte Bühl: Flughafen Nürnberg GmbH. In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, ISBN 3-921590-69-8 - im Netz
- André Fischer: Punktlandung zwischen Äckern. In: Nürnberger Zeitung vom …
- Clemens Helldörfer: Der alte Nürnberger Flughafen am Marienberg. »Graf Zeppelin» lockte 100 000 Besucher an. In: Nürnberger Zeitung Nr. 83 vom 12. April 2010, Nürnberg plus, S. + 1 - NZ
- Ursula Tannert: Nürnberg im April 1955. Flughafen wurde blitzschnell zum Besuchermagneten. In: Nürnberger Zeitung Nr. 98 vom 29. April 2010, Nürnberg plus, S. + 4 - NZ
- NZ: A 380: Riese der Lüfte im Tiefflug über Nürnberg. In: Nürnberger Zeitung vom 3. Juni 2010 - NZ
- Airbus 380, im Tiefflug über den Nürnberger Flughafen - Video
- Thomas Susemihl: Airbus-Spektakel dauerte aber nicht mal eine Minute. Riese flog übers Knoblauchsland. In: Nürnberger Zeitung Nr. 126 vom 5. Juni 2010, S. 9 - NZ
- Themenarchiv Flughafen bei nordbayern.de
Weblinks
- Flughafen Nürnberg GmbH: Internetauftritt
- Facebook: www.facebook.com/airportnue Flughafen Nürnberg
- Twitter: www.twitter.com/airportnue Flughafen Nürnberg
- Wikipedia: Flughafen Nürnberg
- Nürnberger Luftflotte des Prinzen Karneval e.V. (NLF) - Einzige fliegende Karnevalsgesellschaft Europas; veranstaltet jede Faschingssession den legendären Prinzenflug am Nürnberger Flughafen - Internetauftritt
Einzelnachweise
- ↑ Nürnberger Zeitung, 13. Mai 2012: „Albrecht Dürer“ - ein guter Name für den Flughafen?
- ↑ Flughafen Nürnberg: Airbus A380
Artikel in der NZ
Die NZ veröffentlichte im Rahmen der Serie "Architektur in Nürnberg" folgenden Artikel zum Nürnberger Flughafen.
- Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!
Punktlandung zwischen Äckern
von André Fischer
- Der Flughafen Nürnberg war eine grundlegende Neugründung nach dem zweiten Krieg. Er war zunächst nur als Ergänzung zu den großen süddeutschen Flughäfen Frankfurt, Stuttgart und München gedacht. Heute ist von den Bauten aus den fünfziger Jahren so gut wie nichts mehr zu erkennen.
- Das Flughafenhauptgebäude, das 1954 und 1955 gebaut wurde, war funktionell klar geteilt, in der Mitte die stadtwärts vorgezogene Flughafenhalle, rechts und links Verwaltungs- und Gaststättenflügel. Die Fluggasthalle war in der Mitte durch Verkaufsstände geteilt. Sie enthielt Gepäckannahme und -ausgabe, im Obergeschoss war die Flughafenverwaltung untergebracht. An der Flughafenseite des Mitteltraktes waren Warte- und Abrufräume für den Inlands- und Auslandsverkehr mit Pass- und Zollkontrolle. Im rechten Flügel des Erdgeschosses waren die Räume der Luftfahrtgesellschaften angesiedelt. Angesichts des schon früh einsetzenden Stroms von Besuchern zum Flughafen wurde der Gaststättenflügel schon früh aufgestockt.
- Erstmals in Deutschland wurde ein Kontrollturm errichtet, der eine vollständige Radareinrichtung aufnehmen konnte. Die nach vorne gezogenen Stützen des Turms ermöglichten aus allen Geschossen einen freien Blick auf das gesamte Fluggelände und in den Luftraum. Die Glaswände der Kontrollstation im Kontrollturm, der nach den Richtlinien der Bundesanstalt für Flugsicherung erbaut wurde, bestanden aus wärmeabweisendem, farbigen Isolierglas.
- Ein einmaliges Erlebnis für den ankommenden Fluggast war, dass er beim Verlassen der Halle durch die große Südverglasung vor sich die Stadtkrone mit der Nürnberger Burg sehen konnte. Den Flughafen hatten die Stadtplaner bewusst so gelegt, dass das Stadtzentrum Nürnbergs mit dem Wagen in sieben Minuten zu erreichen war, Erlangen mit seiner bedeutenden elektronischen Industrie wie Siemens und Gossen in 15 Minuten, Fürth mit Quelle und Grundig in etwa 20 Minuten.
- Fachzeitschriften der damaligen Zeit erklären den ersten deutschen Flughafenneubau nach dem Krieg nicht nur für verkehrsgeografisch bedeutsam, sondern auch aus stadtplanerischer und architektonischer Sicht zu einer besonderen Leistung. Sie verweisen dabei auf die besonderen Aspekte des Bauens für die Luftfahrt, als eine der wichtigsten, weiterzuentwickelnden Aufgaben dieser Zeit.
- Der Burgblick wurde zugebaut
- Heute sind die Flughafengebäude weitgehend überformt und kaum mehr zu erkennen. Beinahe verschämt ragt die verglaste Kanzel des ehemaligen Kontrollturms – der Funktion beraubt – aus den umgebenden neueren Bauten.
- Der jetzige Kontrollturm, weit abgerückt von den Abfertigungshallen, ist nahezu doppelt so hoch. Der einst einmalige Blick aus der früheren Eingangshalle zur Burg ist vollständig zugebaut. Bei näherem Hinsehen kann man aber die ursprüngliche Kubatur dieses Bauteils erkennen. Die schräg nach oben breiter werdenden Betonstützen mit den darüberliegenden Unterzügen sind noch vorhanden.
