Fränkische Fastnacht

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Prunksitzung in Veitshöchheim

Die Fränkische Fastnacht hat eine lange Tradition. Beliebt ist die Sendung des Bayerischen Fernsehens „Fastnacht in Franken“.

Inhaltsverzeichnis

Zur Geschichte

Der Schembartlauf gehörte zu einer eigenständigen Nürnberger Fastnachtstradition. Aber der Schembartlauf wurde 1539 verboten. Die Fastnachtsaktivitäten beschränkten sich daher seit Mitte des 18. Jahrhunderts auf Wirtshaussäle. Erst 1868 wurde in Nürnberg der Carnevals-Verein gegründet, um die Fastnachtszeit mit Tanzveranstaltungen, Büttenreden und Karnevalsumzügen zu gestalten. Auf Grund des Widerstandes der Kirchen wurde der Verein 1888 aufgelöst. Erst 1904 entstand die älteste heute noch bestehende Karnevalsgesellschaft in Franken die Große Nürnberger Karnevalsgesellschaft.

„Fastnacht in Franken“

Eine herausragende Stellung nimmt die Prunksitzung des Fastnacht-Verbandes Franken unter dem Titel Fastnacht in Franken in Veitshöchheim im unterfränkischen Landkreis Würzburg ein, die vom Bayerischen Fernsehen übertragen wird und zu einer Kultsendung wurde. Was für Oberbayern das Derblecken von Landes- und Bundespolitikern bei der Starkbierprobe auf dem Nockherberg ist, ist für die Nordbayern die Sendung „Fastnacht in Franken“. Der Unterhaltungswert mit dem Sitzungspräsidenten Bernd Händel [1] ist so groß, dass ebenfalls Landes-, Bundes- und Europapolitiker, angeführt vom Bayerischen Ministerpräsidenten, und Persönlichkeiten aus den Medien, der Wirtschaft, Kultur und den Kirchen nach Veitshöchheim kommen.

Die Stars der fränkischen Fastnacht geben zugleich auch einen Überblick über die verschiedenen fränkischen Mundarten. Eine Besonderheit ist der „fränkische Bayer“ (Michl Müller aus der Rhön) mit Janker, Dreispitz und Lederhose, der als charmanter „Dreggsagg“ die Politiker auf die Schippe nimmt. Einen Blick über die Grenzen Frankens hinaus gewährt insbesondere die „Altneihauser Feierwehrkapell'n“ aus Windischeschenbach in der Oberpfalz, deren Kommandant Norbert Neugirg den Franken einen Spiegel vorhält. [2]

Fränkische Fastnachtsvereine und -verbände (Auswahl)

  • Der Fastnacht-Verband Franken e.V. mit Sitz in Nürnberg ist eine überörtliche Vereinigung zur Pflege fastnachtlichen Brauchtums. Er besteht seit 1953.
  • Der „Festausschuss Nürnberger Fastnacht“ ist die Dachorganisation von 16 Nürnberger Karnevalsgesellschaften. Er stellt in Zusammenarbeit mit der Stadt Nürnberg das Nürnberger Prinzenpaar. - im Netz
  • Alte Große Nürnberger Karnevalsgesellschaft 1904 e.V. (AK 04) - im Netz
  • Nürnberger Trichter Karnevalsgesellschaft e.V. - im Netz
  • Nürnberger Luftflotte des Prinzen Karneval e.V. (NLF) - Einzige fliegende Karnevalsgesellschaft Europas; veranstaltet jede Faschingssession den legendären Prinzenflug am Nürnberger Flughafen - im Netz
  • Knoblauchsländer Karnevalsgesellschaft „BUCHNESIA“ 1954 e.V.
  • Veitshöchheimer Carneval-Club 1966 e.V. - im Netz
  • Nürnberger Burg Narren e.V. (NBN) - im Netz

Literatur

  • Theodericus Schermberg, Pamphilus Gengenbach, Nicolaus Mercatoris, Hans Rosenblüt, Hans Folz: Fastnachtspiele aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Literarischer Verein in Stuttgart, 1853 (Bibliothek des literarischen Vereins in Stuttgart) - im Netz
  • Leonhard Lier: Studien zur Geschichte des Nürnberger Fastnachtsspiels. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (MVGN), Band 8, 1889, S. 87-160 - MVGN
  • Hans Sachs: Sämtliche Fastnachtspiele. In chronologischer Ordnung nach den Originalen von 1517 bis 1560 hrsg. von Edmund Goetze. 8 Bände. Halle a./S.: Niemeyer: 1920 bis 1987
  • Karlheinz Goldmann, Franz Xaver Pröll: 750 Jahre Fastnacht in Franken. Ausstellung. Eröffnet am 12. Januar 1959. Nürnberg: Stadtbibliothek, 1959, 6 ungez. Bl. (Ausstellungskatalog der Stadtbibliothek Nürnberg; 7)
  • Hans-Ulrich Roller: Der Nürnberger Schembartlauf. Studien zum Fest- und Maskenwesen des späten Mittelalters. Zugleich: Tübingen, Phil. Fakultät, Dissertation vom 10. November 1965. Tübingen Schloß: Tübinger Vereinigung für Volkskunde e.V., 1965, 263 S. (Volksleben; Band 11)
  • Dietz-Rüdiger Moser: Fastnacht und Fastnachtsspiel. Zur Säkularisierung geistlicher Volksschauspiele bei Hans Sachs und ihrer Vorgeschichte. In: Hans Sachs und Nürnberg. Bedingungen und Probleme reichsstädtischer Literatur. Hans Sachs zum 400. Todestag am 19. Januar 1976. Hrsg. von Horst Brunner u. a., Nürnberg 1976 (Nürnberger Forschungen, 19), S. 182-218
  • Karlheinz Goldmann: Von Fasenacht bis Allerseelen. Fränkisches Brauchtum. Gesammelt und dargestellt von Karlheinz Goldmann und bebildert von Georg Hetzelein. Heroldsberg: Glock und Lutz, 1977, 80 S. (Fränkischer Jahreslauf; Band 2) (Die fränkische Schatulle)
  • Heidrun Jäger: Die Entwicklung des Fasnachtstreibens in Nürnberg. Zulassungsarbeit im Fach Volkskunde zum 1. Lehramtsexamen Grund-, Haupt- oder Realschulen. Nürnberg. 1977 (Betreuer Hartmut Heller)
  • Jürgen Küster: Spectaculum Vitiorum. Studien zur Intentionalität und Geschichte des Nürnberger Schembart-Laufes. Zugleich: Universität Freiburg im Breisgau, Dissertation, 1983. Remscheid: Verlag Ute Kierdorf, 1983, VI, 355 S., ISBN 3-922055-87-7 (Kulturgeschichtliche Forschungen, Band 2)
  • Jürgen Küster: Das Narrenfest der Höllenzunft. Vom Karneval zur Vereinsfasnet in Kirchzarten 1935 bis 1985 mit einem historischen Rückblick. Remscheid: Verlag Ute Kierdorf 1985, 209 S., ISBN 978-3-8316-7906-5 (Kulturgeschichtliche Forschungen, Band 6)
  • Peter J. Bräunlein: Das Schiff als „Hölle“ im Schembartlauf des Jahres 1506. Eine Deutung im zeitgeschichtlichen Kontext Nürnbergs. In: Jahrbuch für Volkskunde, 17/1994, S. 197-208
  • Marion-Angela Müller: Die Karnevalsgesellschaften in Franken. Entstehung, Entwicklung, Struktur. Universität Erlangen-Nürnberg, Fachbereich Philosophie, Geschichte und Sozialwiss., Dissertation, 1975, XIX, 382 S.
  • Konrad Habicht: Die Fränkische Fastnacht
  • Klaus Güttner: Unsere Fränkische Fastnacht. 1978, 2. neu bearbeitete erw. Auflage. Schwaig bei Nürnberg: Selbstverlag, 1982, 411 S.
  • Dietz-Rüdiger Moser: [3] Neue Forschungen zum Nürnberger Schembartlauf, 6. Oktober 1981. Protokoll von Albert Bartelmeß. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (MVGN), Band 69, 1982, S. 412 f. - im Netz
  • Hans Moser:[1] Kritisches zu neuen Hypothesen der Fastnachtforschung. In: Jahrbuch für * Volkskunde, N. F. 5 (1982) S. 9-50
  • Dietz-Rüdiger Moser: Fastnacht, Fasching, Karneval. Das Fest der „verkehrten Welt“. Graz; Wien; Köln: Edition Kaleidoskop, 1986, 382 S., ISBN 3-222-11595-8
  • Peter Wiesinger: Fasching und Fasnacht. Ein Beitrag zur historischen Wortgeographie des Bairischen und zur Etymologie. In: Albrecht Greule, Uwe Ruberg (Hrsg.): Sprache - Literatur - Kultur. Studien zur ihrer Geschichte im deutschen Süden und Westen. Stuttgart 1989, S. 71-109
  • Herbert Maas: Schembart und Fasnacht. Eine Rückkehr zu alten Deutungen. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (MVGN), Band 80, 1993, S. 147-159 - im Netz
  • Dietz-Rüdiger Moser: „Schembart“-Scharmützel. Eine Antwort auf Wolfgang Brückner: Die „Höllen“ werden Höllen bleiben. In: Literatur in Bayern, Nr. 47, März 1997, S. 28-35
  • Klaus Ridder und Hans-Hugo Steinhoff (Hrsg.): Frühe Nürnberger Fastnachtspiele. Zusammen mit Oliver Huck .... - Paderborn; München; Wien; Zürich: Schöningh, 1998, 202 S., ISBN 3-506-78506-0 (Schöninghs mediävistische Editionen; Band 4)
    • Rezension von Hartmut Kugler: Klaus Ridder und Hans-Hugo Steinhoff (Hrsg.): Frühe Nürnberger Fastnachtspiele, Schöningh, 1998. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (MVGN), Band 89, 2002, S. 268-270 - MVGN
  • Horst-Dieter Beyerstedt: Fastnachtsvereine. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, S. 276 - im Netz
  • Hartmut Hövelmann:[2] Osiander, Andreas. In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, S. 781 - im Netz
  • Horst-Dieter Beyerstedt: Schembartgesellschaft. In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, S. 931 - im Netz
  • Susanne Kraetsch: Der Nürnberger Schembartlauf bis 1539 und die Nürnberger Schembartgesellschaft heute. Zulassungsarbeit im Fach Volkskunde zum 1. Lehramtsexamen Grund-, Haupt- oder Realschulen. Nürnberg, 2000 (Betreuer Hartmut Heller)
  • Thomas Susemihl: KKK wurde «eingetrichtert». Pegnitzwasser als Weisheitselixier. In: Nürnberger Zeitung Nr. 23 vom 28. Januar 2008, S. 10 - NZ
  • Wolfgang Kerler: Sind die Nürnberger Faschingsmuffel? «Wir sind zu vernünftig für den Schmarrn!». In: Nürnberger Zeitung Nr. 23 vom 28. Januar 2008, Nürnberg plus, S. + 1 - NZ
  • Inga Pflug, dpa: Fasching in Franken. In Schopfloch lebt das Lachoudische fort. In: Nürnberger Nachrichten vom 30. Januar 2008 - NN
  • Nicole Netter: So trieben’s die Nürnberger. Kein Faschingsscherz, sondern historisch verbürgt: Die Noris war eine mittelalterliche Fastnachtshochburg - und da war die Hölle los. In: Nürnberger Zeitung Nr. 28 vom 2. Februar 2008, Magazin am Wochenende, S. 3 - NZ
  • Ulrich Rach: Veitshöchheim: Von Scheinfranken und Beleidigten. Frankenfasching in Veitshöchheim wirft seine Schatten voraus. In: Nürnberger Nachrichten Nr. 9 vom 13. Januar 2008, S. 13 - NN
  • Ulrich Künzel: Viel mehr als «Fastnacht in Franken»: das BR-Faschingsprogramm. Mit Humor gegen die Krise. In: Nürnberger Zeitung Nr. 13 vom 17. Januar 2008, S. 17 - NZ
  • Ulf Vogler, dpa: Keine «Fastnacht« ohne sie: Die Altneihauser Feierwehrkapell’n. Hauptsache über Franken lästern. In: Nürnberger Zeitung Nr. 35 vom 12. Februar 2009, S. 16 - NZ
  • Nina Zimmermann, dpa: Die besten Rezepte. Zum Fasching gehört das Fettgebäck. In: Nürnberger Zeitung Nr. 35 vom 12. Februar 2009 - NZ
  • Ulrich Künzel: Fastnachts-Prunksitzung im Veitshöchheimer «Beckstein-Schutzgebiet«. Listige Labsal für die fränkische Seele. In: Nürnberger Zeitung Nr. 37 vom 14. Februar 2009, S. 3 - NZ
  • fri es: Historikerin beklagt fehlende Aufarbeitung der NS-Zeit in rheinischen Karnevalsvereinen. In: epd-West vom 16. Februar 2009 - im Netz
  • epd: Die Nazis und der Karneval. Beim Büttenreden hörte der Spaß auf. In: Nürnberger Zeitung Nr. 39 vom 17. Februar 2009, S. 6
  • dpa: «Fastnacht in Franken» setzt auf bewährtes Konzept. In: Nürnberger Zeitung Nr. 260 vom 10. November 2009 - NZ
  • epd: Neues Buch. Wo der Spaß nicht aufhörte: Der Faschismus und der Fasching. In: Nürnberger Zeitung Nr. 15 vom 20. Januar 2010, S. 7 - NZ
  • Alexander Jungkunz: Schreckliche Späße. Ende der Narrenfreiheit: Wie die Nationalsozialisten auch den Fasching für ihre Zwecke instrumentalisierten. In: Magazin am Wochenende vom 13./14. Januar 2010, S. 3 - Wochenmagazin
  • Dieter Wegener: Eibanesen-Präsident hat das Zepter weitergereicht. „Ich werde nicht Trübsal blasen“. In: Nürnberger Zeitung Nr. 192 vom 21. August 2010, S. 13 – NZ

Siehe auch

Weblinks

  • Portal:Karneval - Wikipedia
  • Portal:Volkskunde - Wikipedia
  • Deutsches Fastnachtmuseum in Kitzingen - im Netz
  • Schembart-Gesellschaft Nürnberg e.V.: Der Nürnberger Schembartlauf 1449 - 1539 - im Netz
  • Schembartlauf - Wikipedia
  • Fastnacht-Verband Franken e.V. - im Netz
  • Fastnacht-Verband Franken e.V. (FVF) - Wikipedia
  • Fastnacht-Verband-Franken e.V. Bezirk Oberfranken - im Netz
  • Fastnacht-Verband Franken e.V. Bezirk Mittelfranken - im Netz
  • Fastnacht-Verband Franken e.V. Bezirk Unterfranken - im Netz
  • Fastnacht in Franken - Wikipedia
  • Die Fränkische Fastnacht 2008 im Bayerischen Fernsehen - im Netz
  • Folklorismus - Wikipedia
  • Weiberfastnacht – Wikipedia

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Hans Moser, Leiter der Bayerischen Landesstelle für Volkskunde in München
  2. Dr. Hartmut Hövelmann, Vorsitzender der Theologischen Kommission der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Nürnberg (AcK) und langjähriger „Motor“ der lokalen Ökumene, geht als persönlicher Referent des neuen Evang.-lutherischen Landesbischofs Dr. Johannes Friedrich nach München (31. Oktober 1999).