Fränkische Mundart

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Mit Fränkisch ist eine Gruppe von Mundarten in Oberfranken, ‎Unterfranken und Mittelfranken, und seit 1972 auch im nördlichen Oberbayern, gemeint. Fränkisch hört sich oft recht unterschiedlich an zwischen Rhön und Regnitz, Main, Neckar und Donau.

Inhaltsverzeichnis

Zum Begriff

Fränkisch, was heißt das? Wie reden die Franken? Welche Schbrach (oder Schbroch oder Schbrooch) sprechen sie? Für ein Wort gibt es nicht nur drei fränkische Ausdrucksweisen, sondern es gibt auch einen abweichenden Wortschatz, je nachdem ob man sich in Oberfranken, Mittelfranken oder Unterfranken befindet. Oft gibt es in diesen Regierungsbezirken schon von Ort zu Ort einen verschiedenen Wortschatz und unterschiedliche Aussprachen. In Franken sind mehrere Mundarten heimisch: Fast überall ist dort Ostfränkisch verbreitet, es gibt aber auch rheinfränkische, thüringische und hessische Einsprengsel. Sie sind nur ein Teil der „babylonischen Sprachvielfalt“ in Bayern.

Wie reden die Franken? Die Nürnbergerin Irene Reif kannte sich aus in ihrer Heimat. Landauf und landab schaute sie den Leuten aufs Maul:

  • Irene Reif: Fränkisch, wie es nicht im Wörterbuch steht (1972)
Irene Reif, Verfasserin zahlreicher Kurzgeschichten, Romane, Jugendbücher, eines fränkischen Koch- und Reisebuchs, war vor allem begeisterte Fränkin und liebte Franken. Sie verriet in dem Buch vielerlei von dem, was nicht in den Wörterbüchern steht, was man aber wissen muss, wenn man mit Franken zu tun hat.

Es gibt auch eine Serie der Nürnberger Nachrichten: Ja da schau her: Der Franke als solcher zum Hören. Die Nürnberger Nachrichten meinen, dass „Franken immer auch a weng einen Minderwertigkeitskomplex haben wegen ihrer Sprachfärbung“. Die NN stellen deshalb alle Glossen, die den Franken zum Gegenstand haben, auch als Audio-Datei zur Verfügung. Alle Glossen auf einen Blick

„Der Franke als solcher dudd sich arch schwer, ercherdwos Gscheids über die Wurzeln seiner Schbrach (oder Schbroch oder Schbrooch) zu erfahren. Des is scho deshalb so, weil die Ursprünge des Fränggischn während des Zeitenlaufs ercherdswo und ercherdswann im Nebel zwischen Rhön, Fichtlgebirch und Altmühltal verschwunden sind.“ (Ulrich Rach: Ja da schau her: A himmlischer Dialeggd. In: NN, 7. Dezember 2007)

„Den fränkischen Dialekt gibt es eigentlich gar nicht. Vielmehr existiert eine Art fränkischer Sprachpluralismus, also eine vielfältige Sprachlandschaft mit teilweise großen Unterschieden von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt und von Region zu Region."(Stephan Herbert Fuchs: Schau dasd hamm kummsd - Der awngla annere Fränkisch-Sprachführer, S. 19 f. (2001)) Als Beleg für die Unterschiede fränkischer Dialekte dienen sowohl Fränkische Wörterbücher, die im Lauf der Jahrhunderte entstanden sind, als auch immer neue Internetseiten.

Literatur

  • Stephan Herbert Fuchs: Schau dasd hamm kummsd - Der awngla annere Fränkisch-Sprachführer. München: Compact, 2001, ISBN 9-783-8174-3370-4
  • Georg Reinfelder (Hrsg.): Bamberger Dialekt-Wörterbuch. Weilheim (Obb.), Wankstr. 7 : [Selbstverlag], 1972, VII, 218 S.; 2. Auflage. München, Münchberger Strasse 9 G. Reinfelder, 1986, VI, 218 S., ISBN 3-9801352-0-9
  • Helmuth Zimmerer (Hrsg.): Weil mir aa wer sen. Fränkische Mundartdichtung. Einführung: Professor Dr. Elisabeth Roth, 35 Linolschnitte von Karl Bedal. Hrsg. vom ersten Vorsitzenden Dr. Helmuth Zimmerer im Auftrag des Frankenbundes, Vereinigung für fränkische Landeskunde und Kulturpflege e.V. Würzburg: Echter Verlag, 1980, 230 S., ISBN 3-429-00663-5; 2. Auflage, 1983 [In diesem Buch wird die Vielfalt der fränkischen Mundarten dargestellt; eine einheitliche fränkische Mundart gibt es nicht. Es enthält in erster Linie Werke lebender fränkischer Mundartautoren aus Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Hohenlohisches Franken. Übersichtskarte der Sprachräume und Sprachschranken in Ostfranken. Bio- Bibliographie. Inhalts- und Autoren-Verzeichnis]
  • Eberhard Wagner: Das fränkische Dialektbuch. Mit einem Beitrag von Reinhard Rascher. München: Beck, 1987, 263 S., ISBN 3-406-31800-2
  • Ursula Lenk, Thea Schmidt: Allmächd! Fränkisch. München: Compact, 2008, ISBN 9-783-8174-4316-8
  • Eduard Dietz: Weihnachtn aaf fränkisch. Jeds Joahr widder. Gedankn rund um Weihnachtn und Advent. Mit 6 Federzeichnungen des Autors. Nürnberg: Carl, 1989, 79 S., ISBN 3-418-00347-8; 2. Auflage, 1993, ISBN 3-418-00365-6
  • Helmut Haberkamm: Wie di erschden Menschn, 77 Gedichte in fränkischer Mundart. Cadolzburg: Ars vivendi, 1993, 122 S.
  • Wolfgang Wußmann: Bamberger Mundartwörterbuch. Mit den schönsten Schimpfwörtern. Bamberg: Babenberg Verlag, 1998, 497 S., ISBN 3-933469-01-5
  • Günther Hießleitner: Eipflanzd und Worzeln geschloong - 44 Gedichte in fränkischer Mundart. 2. Auflage. Cadolzburg: Ars vivendi, 1999, 90 S.
  • Helmut Haberkamm: Frankn lichd nedd am Meer. 77 Gedichte in fränkischer Mundart. 5. Auflage. Cadolzburg: Ars vivendi, August 2001, 109 S., ISBN 3927482439
  • Eva Kettler: Mit Dialektbefragungen erforschen Wissenschaftler die regionalen Mundarten. „Was ist denn bloß ein Gschnufer?“. In: Nürnberger Zeitung Nr. 178 vom 5. August 2000, S. 15 (Alfred Klepsch, Mitarbeiter von Professor Horst Haider Munske, Universität Erlangen, befragt die Cadolzburgerin Nanette Herz)
  • Christoph Klein: Sprachkurs Fränkisch. In: Der Tip, Die Studentenzeitung der Uni Bayreuth
    • Fränggisch für Ofänger: Teil 1 - Die Aussprache. 219. Ausgabe des Tip vom 28. Mai 2002 - TIP
    • Fränggisch für Ofänger: Teil 2 - Die Grammatik. 220. Ausgabe des Tip vom 6. Juni 2002 - TIP
    • Fränggisch für Ofänger: Teil 3 - Die Vokabeln. 221. Ausgabe vom 13. Juni 2002 - TIP
  • Gerhard Fink: Lilliput Fränkisch. Hrsg. von der Langenscheidt-Redaktion. Bearbeitet von Gerhard Fink. Berlin; München: Langenscheidt, 2006, 384 S., ISBN 978-3-468-20032-8 (Langenscheidt Lilliput: Dialekt-Lillis)
  • Magnus Zawodsky: Mundart in Gefahr. „Hallo!“ ist überhaupt kein richtiger Gruß. In: Nürnberger Zeitung vom 15. September 2007, Nürnberg plus (Serie: Der allerschäinste Dialekt)
  • Clemens Helldörfer: Endlich erhältlich: Die Tastatur für Franken. «Edzerdla« ist viel schöner als «Return«. In: Nürnberger Zeitung Nr. 294 vom 20. Dezember 2007, Nürnberg plus, S. + 1 (Serie: Der allerschäinste Dialekt) - NZ
  • Thomas Susemihl: Mundartdichter Klaus Ruppert hat viele Werke übersetzt. «Verfränggelte» Versionen von Klassikern. In: Nürnberger Zeitung Nr. 23 vom 28. Januar 2008, Nürnberg plus, S. + 1 - NZ
  • Inga Pflug, dpa: Fasching in Franken. In Schopfloch lebt das Lachoudische fort. In: Nürnberger Nachrichten vom 30. Januar 2008 - NN
  • Clemens Helldörfer: Kinderspiele auf Fränkisch: Schussern, Fingerbiddz und Bläihsdäschn. In: Nürnberger Zeitung vom 28. März 2008, Nürnberg plus, S. + 1, Serie: Der allerschäinste Dialekt
  • kro: Lachoudisch, wenn der Nachbar mithört. Alfred Klepsch hielt in Schnaittach einen vergnüglichen Vortrag über Alltagsjiddisch. In: Pegnitz-Zeitung Nr. 118 vom 22. Mai 2008, S. 1 - PZ
  • Florian Kaiser: Am Bildungszentrum wird Zugereisten der hiesige Dialekt erklärt. Sprachlos unter lauter Franken. In: Nürnberger Zeitung Nr. 159 vom 10. Juli 2008, S. 9 - NZ
  • Karl-Heinz Röhlin: Radiesli waxn ned im Subbermargd. Gebeede af fränkisch. Neuendettelsau: Freimund-Verlag, 2008, 136 S., ISBN 978-3-86540-057-4
    • Rezension, NZ: Karl-Heinz Röhlins Gebetbuch auf Fränkisch. «Am Oofang däi Gribbm, am Änd es Greiz». In: Nürnberger Zeitung Nr. 244 vom 18. Oktober 2008, S. 17 - NZ
  • Ulrike Kolterman (dpa): Jede zweite Sprache ist vom Aussterben bedroht. Chirac-Stiftung dokumentiert Vielfalt - Kultur und Tradition geht verloren. In: Nürnberger Nachrichten vom 18. Februar 2009 - NN
  • dpa: Unesco schlägt Alarm. Jede zweite Sprache ist bedroht. In: Nürnberger Zeitung Nr. 42 vom 20. Februar 2009, S. 8 - NZ
  • Klaus Schrage: Fränkisch lernt sich fast so schwer wie Finnisch. Michl Zirk lehrt den Dialekt für Zugereiste - Keine Ähnlichkeiten zum «Jodeldiplom« - «Fei« ist universell. In: Nürnberger Nachrichten vom 19. September 2009, S. 15 - NN
  • Karl-Heinz Röhlin: Wäi im Himml, su in Franggn. Neuendettelsau: Freimund Verlag, 2009, ca. 136 S., ISBN 978-3-86540-072-7
    • Rezension von Raimund Kirch: Karl-Heinz Röhlin betet auf Fränkisch. «An mein Groob brauchd kanner greina». In: Nürnberger Zeitung Nr. 267 vom 18. November 2009, S. 20 - NZ
  • Karl-Heinz Röhlin: Fränggische Weihnachd. Di allerschennsde Gschichd der Weld. Mit Bildern von Herbert Küfner. Treuchtlingen; Berlin: wek-Verlag, 2009, 43 S., ISBN 978-3-934145-72-6
  • Ulrich Maier, Justinus-Kerner-Gymnasium Weinsberg: Schwäbisch oder fränkisch? Mundart im Raum Heilbronn. Bausteine zu einer Unterrichtseinheit, 36 Seiten - PDF-Datei

Siehe auch

Weblinks