Fränkische Schweiz

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Die Fränkische Schweiz ist der nördliche Teil der Fränkischen Alb in Franken. Sie erstreckt sich von Forchheim bis Pegnitz. Sie ist ein wesentlicher Teil des Naturparks Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst.

Das Walberla bei Kirchehrenbach, eines der Wahrzeichen, der Fränkischen Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Zum Begriff

Die in Literatur und Medien meist uneinheitlich verwendeten Begriffe „Frankenalb“, „Frankenjura“ und „Fränkische Schweiz“ sorgen nicht selten für Verwirrung und lassen sich nicht eindeutig auf einen geografischen Bereich eingrenzen. Wenngleich kein vollkommen einheitlicher Kulturraum, werden die als Oberes Maintal, Fränkische Schweiz, Hersbrucker Schweiz, Veldensteiner Forst (das größte geschlossene Waldgebiet Bayerns) und (in Teilen) Oberpfälzer Jura touristisch beworbenen, vom Naturpark umfassten Naturräume gerne unter dem Oberbegriff „nördliches Frankenjura“ (oder wie in Conrad Scherzers Standardwerk „Franken“ als „nördliche Frankenalb“) zusammengefasst, der wiederum im Kontrast zum „südlichen Frankenjura“ („südliche Frankenalb“) stehen soll, das vor allem das Altmühltal und das Donautal bei Kehlheim mit einschließt. Auch unter Geologen ist der Begriff Frankenjura gebräuchlich, da das Mittelgebirge zur Jurakette gehört, die sich durch ganz Mitteleuropa zieht. Die Bezeichnungen widersprechen sich jedoch innerhalb der Literatur. Während beispielsweise Scherzer den Begriff „Frankenalb“ für das gesamte Gebiet des Naturparks Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst - von Lichtenfels im Norden bis Amberg im Süden - verwendet, wird in manchen Reiseführern (wie etwa beim Goldstadt Reiseführer „Fränkische Schweiz“) nur der Süden des nördlichen Frankenjuras, also die Region der Hersbrucker Schweiz und der Oberpfälzer Alb, als Frankenalb bezeichnet. Entstanden sind die Begriffe Frankenalb und Fränkische Schweiz im 18. Jahrhundert als touristisches Interesse an dem kleinen Mittelgebirge im Herzen Europas aufkeimte. Wenn der Franke heute von der „Fränkischen“ spricht, meint er häufig nur das Gebiet der zentralen Fränkischen Schweiz zwischen Ebermannstadt, Pottenstein, Obertrubach und Gräfenberg. In diesem Artikel soll jedoch das gesamte Gebiet des Naturparks Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst behandelt werden.

Geographie

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Die 230.907 ha große Fläche des Naturparks erstreckt sich von Lichtenfels im Norden bis Amberg im Süden über 70 Gemeinden, 8 Landkreise (Lichtenfels, Bamberg, Bayreuth, Forchheim, Kulmbach, Nürnberger Land, Amberg-Sulzbach und Neustadt an der Waldnaab) und drei Regierungsbezirke (Oberfranken, Mittelfranken und Oberpfalz). Während die größeren Städte wie Bamberg, Forchheim oder Bayreuth sämtlich am Rande des Naturparks liegen, bilden Ebermannstadt, Muggendorf, Pottenstein, Waischenfeld, Tüchersfeld und Gößweinstein in der zentralen Fränkischen Schweiz, Pegnitz und Neuhaus im Osten und Hersbruck im Süden die Hauptorte des Naturparks. Hauptflüsse sind die Wiesent und die Pegnitz. Ganz im Norden fließen Weißer und Roter Main. Höchste Erhebung ist mit 652 m der Poppberg im Süden (Gemeinde Birgland, Landkreis Amberg-Sulzbach), wesentlich bekannter sind jedoch die „Ehrenbürg“, im Volksmund „Walberla“ (Landkreis Forchheim) genannt, und der Staffelberg (Landkreis Lichtenfels), Tafelberge mit weithin sichtbarem charakteristisch-schroffem Antlitz, die schon in der Vorzeit von den Kelten besiedelt wurden.

Geologie und Klima

Der Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst mit Deutschlands größtem Fels- und Höhlenvorkommen abseits der Alpen ist die geologische Fortsetzung des Schweizer Jura und der Schwäbischen Alb. Er besteht im Wesentlichen aus Kalkstein, der in der Jurazeit als Sediment im Jurameer gebildet wurde. Charakteristisch ist die karge Karstlandschaft mit seinen engen von Felstürmen und Wänden gesäumten Tälern und den trockenen Hochflächen.

Klimatisch gesehen nimmt der Naturpark eine Sonderstellung ein. Im Übergangsbereich vom maritimen zur kontinentalen Klimazone liegt die Region im Regenschatten des Steigerwalds, was zur Folge hat, dass sie mit lediglich 500 bis 600 mm Niederschlägen im Jahr auskommen muss. Die Temperaturen variieren dabei zwischen den Tälern und der Albhöhe stark. Während im Randgebiet (vor allem im Regnitztal zwischen Nürnberg und Bamberg) warme Sommer und milde Winter vorherrschen, hatte man auf der Albhöhe bis vor kurzem mit verhältnismäßig kühlen Sommern und harten und schneereichen Wintern bei bis zu 70 Frosttagen im Jahr zu kämpfen. Der Klimawandel macht allerdings auch vor dieser Region nicht Halt, was in den letzten Jahren vor allem die zahlreichen Skiliftbetreiber des Frankenjuras zu spüren bekamen.

Flora und Fauna

In der abwechslungsreichen Vegetation des Juras finden sich zahllose zum Teil endemische Arten. Während auf der talnahen Lias-und den untersten Dogger-Schicht Obstbaum- (um Ebermannstadt) und Hopfenkulturen (um Hersbruck) gedeihen, dominieren an den trockenen „Doggerhängen“ Kiefern- und Buchenwälder und an der obersten Malmschicht die für das Jura charakteristische Kalkflora. Auf den Mergelböden zwischen den Buchenwäldern blühen viele seltene Orchideenarten wie der geschützte Frauenschuh. Auf den Wacholderheiden zwischen den Dolomitfelsen findet man unter anderem das Felshungerblümchen, die Silberdistel oder die Teufelskralle.

Die Tierwelt des Frankenjuras hat unter der Kultivierung der letzten Jahrhunderte arg gelitten. Waren früher hier Wildkatzen, Bären und Wölfe zu Hause, dürften Wildschwein und Kreuzotter inzwischen die „gefährlichsten“ Tiere der Region sein. Ein Paradies ist der Naturpark für Ornithologen. Neben dem seltenen Eisvogel verstecken sich hier verschiedene Falkenarten, Auerhähne, Rebhühner und Fasane.

Bevölkerung

Die Bewohner der „Fränkischen“ gelten gemeinhin als eher verschlossen. Von „verstockt“ bis „liebenswürdig zurückhaltend“ gehen die Klischees. Das gerne bemühte Bild vom erzkatholischen Grantelhuber trifft allerdings nur selten zu, spiegelt die Region doch den über ganz Franken verbreiteten Bekenntnis-Fleckerlteppich wider. Während im überwiegend katholischen, vom Erzbistum Bamberg dominierten Norden, immer wieder evangelische Gemeinden auftauchen, haben sich in den protestantisch geprägten Süden um Hersbruck viele katholische Glaubensgemeinschaften „verirrt“.

Literatur

  • Gerndt, Siegmar: Unsere bayerische Heimat. Ein Naturführer. München, 1976.
  • Scherzer, Conrad: Franken. Land, Volk, Geschichte, Kunst und Wirtschaft. (Bd. 1&2). Nürnberg, 1962
  • Gustav Voit, Brigitte Kaulich, Walter Rüfer: Vom Land im Gebirg zur Fränkischen Schweiz. Eine Landschaft wird entdeckt. Hrsg. vom Arbeitskreis Heimatkunde im Fränkische-Schweiz-Verein. Erlangen: Palm und Enke, 1992, 410 S., ISBN 3-7896-0511-5 (Die Fränkische Schweiz - Landschaft und Kultur; Band 8)
  • Nestmeyer, Ralf: Franken (Reiseführer, Michael Müller Verlag). Erlangen, 1999.
  • Baedeker-Reiseführer: Franken. Ostfildern, 1999
  • Meessarius, Gernot: Fränkische Schweiz. Pforzheim, 2003
  • Sharon Chaffin: Eine Region besinnt sich auf ihre Stärken. Der Reiz der Fränkischen Schweiz. In: Nürnberger Zeitung Nr. 99 vom 30. April 2010, S. 16 - NZ

Weblinks

  • Fränkische Schweiz - Wikipedia
  • Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst - Wikipedia
  • Die Fränkische Schweiz - Land der 170 Burgen - online