Friedrich Deml

Aus Franken-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Friedrich Deml (* 15. Februar 1901 in Ebrach; † 1994 in Bamberg) war Lehrer, Studienprofessor, Schriftsteller und Mitglied des nationalsozialistisch geprägten Bamberger Dichterkreises. Später gehörte er der deutsch-norwegischen Widerstandsbewegung im Kreise von Theodor Steltzer an.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Als Sohn einer Bauersfamilie in Ebrach geboren, studierte er Germanistik, Geschichte und Geopolitik in München; dort fand er Zugang zur Literatur. Sein Vorbild war Friedrich Nietzsche, in dem er ein Fanal der Zukunft sah. Er verfasste er eine Art Mysterienspiel in Prosa mit dem Titel Der Antichrist. Weiterhin studierte er auch in Wien. Durch die Verfassertätigkeit kam er mit dem Dichter Hans Brandenburg in Verbindung, diese riss auch nicht ab, als er Lehrer in Oberschlesien wurde und Brandenburg sich dafür einsetzte, dass Deml nach zehn Jahren Lehrerdasein 1938 wieder nach Franken zurückkam. 1923 wirkte er bei der ersten nationalsozialistischen Kampfzeitung mit. Nach Beendigung seiner Studienzeit wurde er Studienassessor am Klosterlyzeum in Oppeln, 1934 Studienrat und Seminarleiter in Gleiwitz. Während seines schlesischen Aufenthaltes schrieb er zwei Gedichtbände, einige Hörspiele und mehrere Erzählungen und Novellen. Er kam 1938 nach Bamberg zurück und lehrte am Lyzeum. Auf Vorschlag Hans Brandenburgs wurde Deml 1938 erstes zugewähltes Mitglied des Bamberger Dichterkreises.

1938 sprach ein Rezensor zu Glaube und Macht die Empfehlung aus: "..Deml dem Kreml zu überantworten, falls der Platz des Hofdichters (...) demnächst durch einen der üblichen Genickschüsse frei werden sollte...". Bis zu seiner Einberufung 1942 wirkte Deml, um seine Glaubwürdigkeit gegenüber der Partei zu unterstreichen, bei kulturpolitischen Veranstaltungen der NSDAP mit.

Nach Entlassung aus der Gefangenschaft begann er eine zweijährige Tätigkeit unter Ministerpräsident Theodor Steltzer in Schleswig-Holstein und kehrte 1947 nach Bamberg zurück. Nach seiner Rückkehr unterrichtete er am Lyceum, wechselte 1953 an das E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium und lehrte ab 1960 auch an der Pädagogischen Hochschule Volks- und Heimatkunde. Er verstarb hoch betagt in Bamberg.

Militärzeit

Nach seiner Einberufung in die Wehrmacht wurde er in Nowegen eingesetzt. Er war Teilnehmer der deutsch-norwegischen Widerstandsbewegung im Kreise Helmuth James von Moltke und Theodor Steltzer. Sein Einsatz in Norwegen führte ihn in die Gefangenschaft; daraus entlassen hielt er sich zwei Jahre in Schleswig-Holstein auf.

Ehrungen

  • Max-Dauthendey-Plakette
  • Eichendorff-Medaille; wird seit 1974 von der Eichendorff-Gesellschaft verliehen
  • Bundesverdienstkreuz
  • Ehrenring des Deutsches Kulturwerk Europäischen Geistes (der Deutschen Akademie München)
  • war Ritter von San Yuste

Veröffentlichungen

Auswahl

  • Der Antichrist
  • Die Sprache der Dinge, 1932
  • Der Faltbootfahrer, 1933
  • Das Totenbrett und andere Erzählungen, 1934
  • Die steinerne Sage, 1935
  • Die fränkische Fuge, 1937
  • Das irdische Abenteuer, 1937
  • Selbstzeugnis, 1938
  • Der Maler und das Meer, 1940
  • Das Antlitz der Sybille, 1948
  • Das Spiel von der Versuchung Kaiser Heinrichs, 1948
  • Die Sonnenmaske oder Der gejagte Jäger, 1951
  • Bamberg und die Dichter, 1954
  • Kleist in Würzburg, 1962
  • Sol invictus, 1966
  • Wege und Umwege, 1969
  • Das 1000jährige Bamberg und die Reichsidee, 1972
  • Im Kern der Atome, 1974
  • Reqiuem für Friedrich Nitzsche, 1976

Veröffentlichungen im Jahrbuch der Erzdiözese Bamberg dem "St. Heinrichskalender"

  • Professor Nichterlein oder Das Zeitalter der Illusionen, 1949,Seite 20; 1984 Seite 76
  • Die Madonna des Mathias Grünewald, 1950 Seite 30
  • Die Dorfkirche, 1951 Seite 92
  • Die Erntefuhr, 1952 Seite 64
  • Der Brandstifter von Langheim; nach einer alten Volkssage, 1953
  • Die Eröffnung des Bähnchens, 1954 Seite 82
  • Drei Könige auf dem Weg, ein Gedicht, 1958 Seite 31
  • Die Dorfkirche in Oberschlesien, 1958 Seite 69
  • Der Schnitter, 1958 Seite 86
  • Melodie des Feldwegs, 1959 Seite 52
  • Die Brünnelesfeger, 1959 Seite 86
  • Die Erntefuhr, 1959 Seite 87
  • Die Einweihung des Scheßlitzer Bahn, 1959 Seite 89
  • Fränkische Ladschaftsmeldodie Seite 47
  • Bauernbrot bricht alle Not, 1960 Seite 74
  • Kaiser Friedrichs Ritt nach Speyer, 1962 Seite 44
  • Der Kroneif der Kaiserin, 1962 Seite 42
  • Bamberg und seine Fischerei, eine Betrachtung, 1961 Seite 49
  • Begegnung in Schlesien 1960, 1963 Seite 81
  • Hoffmanns Gesicht 1964 Seite 37
  • Hugo von Trimberg, eine Betrachtung über den Renner, 1967 Seite 32
  • Begegnung auf Burg Wildenberg, eine Prosaballade, 1967 Seite 37
  • Heimkehr nach Bamberg 1945, 1970 Seite 64
  • Dürers apokalyptischer Traum, 1971, Seite 64
  • Der Sternenmantel, 1974 Seite 39
  • Altfränkische Histörchen, 1983 Seite 92
  • Der falsche Erzbischof, 1984 Seite 73
  • Seine Kapitulation, oder Die Stunde der Wahrheit, 1984 Seite 75
  • Der Luftschuster, 1985 Seite 76
  • Das Antiquitätenfräulein, 1985 Seite 74

Literatur über Deml

  • Anonym, Luzifer zu Besuch bei Napoleon, 1938
  • Hans Brandenburg, Im Feuer der Liebe, 1956
  • Georg Beck (Hg), Dichter der Gegenwart, 1967
  • Wilhelm Kosch, Deutsches Literaturlexikon, 1971
  • Martin (Clemens) Mayer, Friedrich Deml, Ein fränkischer Dichter, 1981

Quellen

  • Katalog zur Ausstellung Der Bamberger Dichterkreis 1936-1943. Staatsbibliothek Bamberg 1985, Seite 139-145
  • Deutsches Literatur-Lexikon (DLL), 3. Band, Seite 75 begründet durch Wilhelm Kosch, 1971 Francke Verlag Bern und München
  • Deutsches Literatur-Lexikon, 6. Band, Seite 62-63. Begründet durch Wilhelm Kosch, 2004 bei K.G.Saur Verlag Zürich und München.
  • K. Sczodrok: in Der Oberschlesier 1933 (als Lit.-Angabe im DLL 1971)

Weblinks