Gass´n

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„Wunderbar hat Misimović den Ball für Vittek in die Gasse gelegt!“ So hörte es sich wohl an, würde Günther Koch noch im Radio aus dem Stadion übertragen. Gasse würde er wohl hochdeutsch formulieren – auf fränkischen Fußballplätzen hört man ältere Fans von der Gass’n reden, in die der Ball gepasst wird. Jüngere Radioreporter verwenden für dieselbe Szene den gerade in Mode gekommenen Begriff „durchstecken“, den die Fuß- von den Handballern übernommen haben.

Gemeint ist mit „durchstecken“ wie mit „in die Gass’n spielen“ dieselbe Angriffsvariante: (Meist) ein Mittelfeldspieler passt den Ball zwischen den gegnerischen Akteuren hindurch (oder über sie hinweg) in den freien Raum genau dorthin, wohin sein Angreiferkollege schon unterwegs ist. Blindes Verständnis zwischen beiden ist dafür nötig; häufig handelt es sich dabei auch um Spielzüge, die im Training einstudiert wurden.

Voraussetzung dafür sind entsprechende Technik und Ballgefühl sowie ein frühes Erkennen der sich anbahnenden Situation - „Eisenfüße“ können sich bei dem Versuch, in die Gass´n zu spielen, leicht blamieren, wenn die wenig gefühlvoll behandelte Lederkugel ins Nirgendwo fliegt.

Ein Gerücht ist es übrigens, dass Akteure, die sich darauf verstehen, in die Gass´n zu spielen, von Mitspielern und Fans als Gassenhauer bezeichnet werden.

Literatur

  • pro [= Philipp Roser]: Auf gut Fränkisch am Ball: die Gass´n. In: Nürnberger Zeitung vom 15. April 2008 - NZ-online