Generalsgasse 15 (Bamberg)

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Das Haus Generalsgasse 15 in Bamberg war das dritte und vierte jüdische Gemeindezentrum.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die im 16. Jahrhundert erbaute 3. Synagoge in einem Hinterhaus der Langen Straße, dann zum Grundstück Generalsgasse 15 gehörig, war bereits 1828 als zu klein kritisiert worden. 1833 wurde von seiten der Gemeinde der Architekt Ney beauftragt, einen Plan zur Erweiterung des Gotteshauses zu erstellen. Über die Planung hinaus kam es jedoch aufgrund der finanziellen Situation nicht.

Die 4. Synagoge, als deren geistiger Vater der Rabbiner Wolf Samson Rosenfeld bezeichnet werden kann, wurde dann von Architekt Ney nochmals neu konzipiert und am 25. Februar 1852 der Regierung von Oberfranken zur Genehmigung vorgelegt. Als Kosten wurde 4.800 fl. angegeben, die Endkosten betrugen dann über 8.000 fl. Am 4. November 1853 wurde dann die neue Synagoge durch den Baiersdorfer Distriktsrabbiner Wolf Cohn eingeweiht. Rabbiner Rosenfeld konnte sein Werk aufgrund einer Erblindung nicht mehr sehen. Aus Anlass der Einweihung wurde dem städtischen Armenpflegschaftsrat ein Betrag von 90 fl überwiesen, die wie folgt aufgeteilt werden sollten: 40 fl. für christliche und 50 fl. für jüdische Arme.

Am 10. September 1910 wurde mit einem Abendgottesdienst die bisherige Synagoge verabschiedet.

Diese Synagoge bestand 343 Jahre bis zum Neubau des 5. Gemeindezentrums an der Herzog-Max-Straße im Jahre 1910.

1920 wurde dieser jüdische Kultbau an ein Elektrogeschäft verkauft und ging dann in den Besitz des Otto-Verlages über. Im Zuge der Stadterneuerung wurde das intakte Gebäude zum Zwecke der Planung „Theatergassen“ 1984 abgebrochen. Im Zuge dieses Neubaugebietes wurden auch die Baulichkeiten der für die Geschichte der Bamberger Juden wichtigen Gebäude der Weiß-Tauben-Brauerei abgebrochen.

Überreste

Erhalten hat sich aus dieser Synagoge das Hauptportal, welches in die neue 6. Synagoge integriert wurde, und die Umrahmung des Thoraschreins, die heute ein Teil des Gefallenendenkmals in der Taharahalle des jüdischen Friedhofes Bamberg ist.

Literatur

  • Berndt Hamm, Wolfgang Kraus, Meier Schwarz (Hrsg.): Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern. Lindenberg im Allgäu: Kunstverlag Fink
    • Band 1: Barbara Eberhardt und Angela Hager: Oberfranken, Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern, Schwaben. Unter Mitarbeit von Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Frank Purrmann, 2007, 560 S., ISBN 978-3-89870-411-3; hier: Seite 72-91

Siehe auch