Geobra Brandstätter

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Playmobil ist das bekannteste Produkt von Geobra Brandstätter.


Die geobra Brandstätter GmbH & Co. KG mit Sitz in Zirndorf stellt Spielwaren und Pflanztröge her. Bekannt und erfolgreich wurde das Unternehmen durch das System-Spielzeug Playmobil.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Anfänge der Firma liegen in Fürth. Dort wurde sie 1876 von Andreas Brandstätter als Hersteller von Schatullenbeschlägen und Schlössern gegründet. 1908 übernahm sein Sohn Georg das Unternehmen und gab ihm den Namen geobra. 1921 geschah der Umzug ins benachbarte Zirndorf. Gefertigt wurden nun Spardosen, Telefone, Kassen und Waagen für die Kinderkaufläden. 1954 trat Horst Brandstätter, der Urenkel des Firmengründers, in das Unternehmen ein und stellte die Fabrikation auf Kunststoff um. Geobra wurde 1958 zum größten Hersteller von Hula-Hoop-Reifen [1] in Europa. Bis zur Ölkrise im Jahr 1973 wurden neben den Reifen noch Sparschweine oder Trettraktoren gefertigt. Dann begann der Siegeszug der playmobil-Figuren.
Im Oktober 1990 wurde die neue Firmenzentrale in Zirndorf eingeweiht.
Als zweites Standbein neben der Spielzeugproduktion führte Horst Brandstätter im Jahr 2000 die Lechuza-Pflanztröge (Plastik-Blumentöpfe mit Bewässerungssystem) auf dem Markt ein.[2] Im gleichen Jahr öffnete der erste Playmobil-FunPark in Zirndorf seine Pforten.

Das Unternehmen verfügt über Produktionsbetriebe in Dietenhofen (Landkreis Ansbach), auf Malta, in Spanien und in Tschechien. Stammwerk mit den meisten Beschäftigten und dem größten Teil der Produktion ist Dietenhofen, das 1969 seine Produktion aufnahm. Anfang 2011 wurde der Standort wegen steigender Nachfrage erweitert.

Playmobil

Es war das Jahr 1974, in dem aus der relativ unbekannten Zirndorfer Spielzeugfirma geobra ein Revolutionär der Branche wurde. Denn in diesem Jahr wurde eine 7,5 Zentimeter große Figur geboren, die innerhalb weniger Jahre die Spielzimmer auf der ganzen Welt eroberte. Auf dem kugelrunden Kopf sind dem Figürchen ein schwarzer Haarkranz gestülpt worden, darauf ein Sicherheitshelm und fertig war der Bauarbeiter. Die Arme mit den Greifklauen sind beweglich, ebenso die Beine. So sah eines der ersten Männchen aus, das mit seinem Namen „playmobil“ die Spielzeugwelt erobern sollte. Es konnte nur stehen und sitzen, hatte weder Ellenbogen noch Knie. Sie haben diese auch heute noch nicht und Männlein wie Weiblein sind gleich.

Die voll auf Kunststofffertigung ausgerichtete Zirndorfer Firma geobra war Anfang der 70er Jahre wegen der Ölkrise und der dadurch horrend gestiegenen Rohstoffpreise in größte finanzielle Schwierigkeiten geraten. Gedacht war von Firmenchef Horst Brandstätter deshalb an die Fertigung einer Fahrzeugserie, in denen auch einfache Figuren sitzen konnten. Der damalige Entwicklungschef Hans Beck [3] entwickelte zunächst nur die Figur. Nach dem Ur-Männchen kreierte Beck in Handarbeit eine Reihe gleichartiger Grundfiguren, die sich lediglich durch die Farbgebung und die Zugabe entsprechender Ausstattungsteile unterschieden. Die Einkäufer der großen Unternehmen ignorierten aber zunächst die Figuren aus Zirndorf. Erst der wichtigste Spielwarengroßhändler brach mit der Bestellung der Figuren im Wert von einer Million Mark das Eis. Mittlerweile werden die immer freundlich aussehenden Figuren weltweit verkauft.

Literatur

  • Felicitas Bachmann: 30 Jahre Playmobil. Königswinter: Heel, 2004, 168 S., ISBN 3-89880-251-5
  • Felicitas Bachmann: Playmobil. The story of a smile. Englischer Text: Mary Dobrian. Königswinter: Heel, 2006, 168 S., ISBN 3-89880-623-5

Siehe auch

Weblinks

  • Geobra Brandstätter GmbH & Co. KG, Zirndorf - Playmobil
  • Geschichte von Geobra Brandstätter - Geobra

Einzelnachweise

  1. "Hula-Hoop: Starthilfe aus Zirndorf", Fürther Nachrichten vom 26.4.08
  2. Pflanztröge aus Franken erobern die Büros, Nürnberger Nachrichten vom 27.6.08
  3. "Der Vater der Playmobil- Figur ist tot", Nürnberger Zeitung vom 3.2.09