Georg Simon Ohm

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Georg Simon Ohm (* 17. März 1789 in Erlangen; † 6. Juli 1854 in München) war herausragender Physiker und Entdecker des nach ihm benannten „Ohmschen Gesetzes“.
Georg Simon Ohm

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Georg Simon Ohm hatte zwei Geschwister, Martin und Elisabeth Barbara. Als er zehn Jahre alt war, starb seine Mutter Elisabeth Maria Beck. Der Vater, der Universitätsschlosser Johann Wolfgang Ohm, unterrichtete seine Kinder schon früh in Mathematik, obwohl er selbst diese gerade erst erlernte. Mit 16 Jahren begann Ohm Mathematik und Physik in Erlangen zu studieren. Wegen finanzieller Schwierigkeiten musste er das Studium jedoch bereits nach einem Jahr abbrechen und ging in die Schweiz. Dort verdiente er sich seinen Lebensunterhalt als Lehrer in einer Privatschule im ehemaligen Kloster Gottstatt. 1811 kehrte Ohm zurück und erhielt mit einer Arbeit über Licht und Farben das Doktordiplom. Im Dezember 1812 wurde er als Realschullehrer in Bamberg für einen Hungerlohn von 500 Gulden angestellt. Als vier Jahre später die Realschule aufgelöst wurde, musste Ohm an der Oberprimärschule zu seinem Missfallen Latein unterrichten. 1817 nahm er eine Gymnasiallehrstelle in Köln an, bevor er in Bamberg wieder an die Realstudienanstalt ging. In Köln unterrichtete er zwei Klassen mit bis zu 60 Kindern. Zeit für eigenes wissenschaftliches Arbeiten blieb ihm während dieser Zeit kaum. Obwohl er gut bezahlt wurde und bei den Schülern beliebt war, kündigte er 1828. Zwischenzeitlich erkannte Ohm die Beziehung zwischen Spannung, Stromstärke und Widerstand in einem elektrischen Leiter und leitete daraus das Ohmsche Gesetz ab. 1826 zog Ohm nach Berlin, um dort in der Kriegsschule zusammen mit seinem Bruder Martin drei Stunden wöchentlich zu unterrichten. Ein Jahr später begann Ohm sich bei verschiedensten Einrichtungen zu bewerben-alles vergebens. Ohm lebte am Existenzminimum, bis ihn 1833 König Ludwig I. zum Professor der Physik an der Polytechnischen Schule Nürnberg (heute Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg) ernannte. Dort unterrichtete er hauptsächlich die Oberstufe in Experimentalphysik. 1839 wurde Ohm Direktor der Schule, sein Vorgänger war Johannes Scharrer. Drei Jahre später wurde er entlassen, damit er sich ganz dem wissenschaftlichen Arbeiten widmen konnte. Kurz darauf entwickelte er die „Theorie des Tones“. 1850 zog Ohm nach München, wo er physikalische Vorlesungen hielt. Am 6. Mai 1854 starb Ohm an den Folgen eines Schlaganfalls in München, wo er im Alten Südfriedhof beigesetzt wurde. Allerdings setzte man Ohm ein falsches Geburtsjahr und einen falschen Todestag auf seinen Grabstein.

Privat

Am 1. April 1826 schrieb Ohm in einem Brief an seine Schwester, dass er Junggeselle bleiben wolle, da er nicht einmal für sich selbst genug Geld verdiente. Sein ganzer Stolz war sein Spitz namens „Wackel“[1], welcher ihm treu überall hin folgte.

Das „Ohmsche Gesetz“

Anfang 1821 fand Georg Simon Ohm den grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Stromstärke, Spannung und Widerstand des Leiters heraus. Das so genannte Ohmsche Gesetz wurde ihm zu Ehren benannt. Es lautet: Spannung gleich Stromstärke mal Widerstand. Zeichen hierfür ist das griechische Omega: Ω.

Zur großen Enttäuschung Ohms verstanden die meisten Physiker seiner Zeit diese Gesetzmäßigkeit nicht. Sie fassten die Physik noch als Naturphilosophie auf, nicht als mathematisch beschreibbar.

Werke

Georg Simon Ohm verfasste zahlreiche Werke. 1817 erschien sein erstes Lehrbuch „Grundlinien zu einer zweckmäßigen Behandlung der Geometrie als höheren Bildungsmittels an vorbereitenden Lehranstalten“, das allerdings ein Misserfolg wurde. Zu seinen wichtigsten Werken zählt der 1827 in Berlin veröffentlichte Artikel mit dem Titel „Die galvanische Kette mathematisch bearbeitet“.

Auszeichnungen

Gedenktafel
  • Juni 1839: Ohm wird zum Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften ernannt.
  • 13. November 1841: Ohm bekommt von der Royal Society London die Copley-Medaille verliehen. Ein Jahr später wird er auch bei ihnen Mitglied.
  • 12. Dezember 1841: Ohm wird bei der königlichen Akademie Turin Mitglied.

Durch die ausländischen Ehrungen erhält Ohm auch in Deutschland diverse Auszeichnungen:

  • 25. August 1845: Ohm wird Mitglied in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
  • 23. November 1849: Ohm wird zweiter Konservator der Mathematisch-Physikalischen Sammlung des Bayerischen Staates.
  • 5. Dezember 1849: Ohm wird zum Ministerialbeauftragten für die Telegraphenverwaltung ernannt.
  • 21. März 1851: König Max von Bayern überreicht Ohm das Ritterkreuz des Verdienstordens vom heiligen Michael.
  • 20.11.1851: Ohm wird Mitglied im Physikalischen Verein Frankfurt am Main.
  • 1853/54: Seine Vorlesungen werden als Buchform herausgegeben.

Der Name Ohm wird zur internationalen Einheit des elektrischen Widerstandes, bezeichnet durch das große Omega.

Namensträger Georg Simon Ohms sind die Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg, das Georg-Simon-Ohm-Schule-Berufskolleg in Köln sowie das Ohm-Gymnasium in Erlangen.

In folgenden Orten Frankens sind Straßen nach Georg Simon Ohm benannt:
Altdorf, Aschaffenburg, Bad Kissingen, Bamberg, Eckental, Erlangen, Forchheim, Fürth, Haßfurt, Herzogenaurach, Hilpoltstein, Nürnberg, Pettstadt, Rednitzhembach, Röthenbach an der Pegnitz, Roßtal, Roth, Strullendorf, Würzburg und Zirndorf.

Siehe auch

Georg-Simon-Ohm-Verein Erlangen

Weblinks

Literatur

  1. Ernst Leitner, Uli Finckh und Frank Fritsche („leifi“): Lebensgeschichte von Georg Simon Ohm
  • Peter May: Georg Simon Ohm – Leben und Wirkung, Georg Simon Ohm-Verein Erlangen, 1989
  • Heinrich von Füchtbauer: Georg Simon Ohm: ein Forscher wächst aus seiner Väter Art, VDI Verlag, 1939

Karte

Georg Simon Ohms Geburtshaus befindet sich in Erlangen, Fahrstraße 11.

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