Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

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Das Germanische Nationalmuseum (GNM) in Nürnberg ist das größte kulturhistorische Museum Deutschlands.

Germanisches Nationalmuseum (GNM)
© Roland Fengler/NZ

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Germanische Nationalmuseum befindet sich in der Kartäusergasse in der Nürnberger Altstadt auf der Lorenzer Seite innerhalb der Frauentormauer zwischen Hauptbahnhof und Plärrer. Es unterhält Dependancen auf der Nürnberger Kaiserburg und in Schloss Neunhof im Knoblauchsland.

Leitung und Finanzierung

Direktor ist Ulrich Großmann. Als Stiftung öffentlichen Rechts wird das GNM von der Bundesrepublik Deutschland, dem Freistaat Bayern und der Stadt Nürnberg finanziert.

Zur Geschichte und Namensgebung

Das GNM wurde 1852 von dem fränkischen Adeligen Hans Freiherr von und zu Aufseß gegründet. Weil Hans von Aufseß in seinem Museum alle Kunst und Kultur zeigen wollte, die mit dem germanischen Sprachraum zu tun haben, erhielt es den Namen „Germanisches Nationalmuseum“.

Zu den Sammlungen

Alter Eingang des Germanischen Nationalmuseums

Inzwischen verfügt das GNM über rund 1,3 Millionen Objekte - vom vorgeschichtlichen Faustkeil über Gemälde von Albrecht Dürer bis zu Kunst und Design der Gegenwart. Rund 25000 Exponate werden dauerhaft ausgestellt, andere sind in den Studiensammlungen auf Anfrage zu besichtigen.

Der Sammlungsbestand des immer wieder erweiterten Hauses ist untergliedert in Gemälde bis 1800 (u. a. Hans Holbein der Ältere, Albrecht Altdorfer, Lucas Cranach der Ältere) sowie Skulpturen bis 1800 (u. a. von Adam Kraft). Das Museum verfügt über eine hochkarätige Graphische Sammlung, ein Münzkabinett, die Sammlungen Vor- und Frühgeschichte, Kunsthandwerk des Mittelalters sowie der Neuzeit, Spielzeug, historische Musikinstrumente, wissenschaftliche Instrumente, Volkskunde und historische Bauteile. Zum GNM gehört eine Bibliothek sowie ein hauseigener Verlag.

Ehemalige Direktoren

  • 1852-1862 Freiherr Hans von und zu Aufseß
  • 1862-1866 Andreas Ludwig Michelsen
  • 1866-1891 August Ottmar Essenwein
  • 1894–1920 Gustav von Bezold
  • 1920–1936 Ernst Heinrich Zimmermann
  • 1937-1945 Heinrich Kohlhaußen (1894-1970)
  • 1945–1951 Ernst Günter Troche
  • 1951–1962 Ludwig Grote
  • 1962-1980 Erich Steingräber
  • 1980-1993 Gerhard Bott
  • seit 1994 Georg Ulrich Großmann

Literatur

  • Adolf Schwammberger: Germanisches Nationalmuseum. In: Adolf Schwammberger: Fürth von A bis Z. Ein Geschichtslexikon. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 143
  • Bernward Deneke und Rainer Kahsnitz (Hrsg.): Das Germanische Nationalmuseum Nürnberg 1852 - 1977. Beiträge zu seiner Geschichte. München, Berlin: Deutscher Kunstverlag, 1978, 1242 S., 455 Ill., ISBN 3-422-00684-2
  • Peter Strieder: Der Aufstieg aus geistigen und materiellen Trümmern. Peter Strieder skizziert die Nachkriegsgeschichte des Germanischen Nationalmuseums. Mit dem 125. „Geburtstag“ konnte auch der vollendete Wiederaufbau gefeiert werden. Bundespräsident Walter Scheel gratulierte an der Spitze prominenter Gäste. In: Nürnberg Heute. Eine Halbjahreszeitschrift. Hrsg.: Stadt Nürnberg, Heft 25, Dezember 1977, S. 23-29
  • Bernward Deneke: Volkskunst. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Führer durch die volkskundlichen Sammlungen. Photos Jürgen Musolf. München: Prestel, 1979, 159 S., ISBN 3-7913-0467-4
  • Ursula Mende: Das germanische Nationalmuseum in Nürnberg und die Anfänge der deutschen Nationalbibliothek. Berlin: DBI, 1981, 9 S. (Vortrag Leipzig IFLA Coucil 1981)
  • Bernward Deneke (Hrsg.): Siehe, der Stein schreit aus der Mauer. Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Eine Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 25. Oktober 1988 - 22. Januar 1989, veranstaltet vom Germanischen Nationalmuseum und vom Haus der Bayerischen Geschichte. Nürnberg: Germanisches Nationalmuseum, Hauptband: 1988, 525 S., ISBN 3-926982-03-9 (Ausstellungskataloge des Germanischen Nationalmuseums)
  • G. Ulrich Großmann: GNM - Germanisches Nationalmuseum. In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, ISBN 3-921590-69-8 - online
  • Clara Grau (Text) und Roland Fengler (Fotos): Führung zu Handwerks- und Zunftzeichen. GNM: Rund um Ochse, Brezel und Distelkarde. In: Nürnberger Zeitung Nr. 85 vom 14. April 2009, Nürnberg plus, S. + 1 - NZ
  • Isabel Lauer: Der echte «Struwwelpeter» liegt im Germanischen Nationalmuseum. Über so viel Frechheit lacht die Welt. In: Nürnberger Zeitung Nr. 149 vom 2. Juli 2009, S. 8 - NZ
  • Anabel Schaffer: Familientag im GNM: Rund ums Kinderbuch. Im Bann von Struwwelpeter. In: Nürnberger Zeitung Nr. 152 vom 6. Juli 2009, S. 11 - NZ
  • Anabel Schaffer (Text) und Harald Sippel (Fotos): Germanisches Museum: Germanisches Museum: Meisterwerke im glanzvollen Zuhause. In: Nürnberger Zeitung Nr. 63 vom 17. März 2010, S. 3 - NZ
  • Birgit Ruf: Glanzvoller Auftritt der Meisterwerke. Germanisches Nationalmuseum eröffnet Galeriebau mit neuem Konzept. In: Nürnberger Nachrichten vom 17. März 2010 - NN
  • Anabel Schaffer: Mit Skulpturen fast auf Kuschelkurs. Ausstellungseröffnung im Germanischen Nationalmuseum. In: Nürnberger Zeitung Nr. 65 vom 19. März 2010, S. 9 - NZ
  • Marco Puschner: «Kunst oder Krempel» im GNM. Alte Stücke auf dem Prüfstand. In: Nürnberger Zeitung vom 26. November 2007 - NZ
  • Claudine Strauber: Kultur tanken: Germanisches wirbt an der Autobahn. Die Straße der Menschenrechte und der Museumseingang als Motiv. In: Nürnberger Nachrichten vom 16. Juni 2010 - NN
  • Hans-Peter Klatt: Kommentar: Ist der Name noch vertretbar? Hinweisschilder aufs Germanische Nationalmuseum. In: Nürnberger Zeitung Nr. 135 vom 16. Juni 2010, S. 2 - NZ
  • Herbert Heinzelmann: Mauern, Türme, Träume. Warum Burgen bis heute begeistern. In: Nürnberger Zeitung vom 2. Juli 2010 - NZ
  • Magnus Zawodsky: «Mythos Burg» im Germanischen - Von Artus bis Harry Potter. In: Nürnberger Zeitung Nr. 153 vom 7. Juli 2010, S. 3 - NZ

Siehe auch

Weblinks