Gernot Leistner

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1. Vorsitzender des MCN und früherer Rennleiter am Norisring: Gernot Leistner
Foto: Roland Fengler/NZ

Gernot Leistner (* 7. Mai 1934 in Oeslau bei Coburg) ist 1. Vorsitzender des MotorSportClubs Nürnberg (MCN) und Rennleiter am Nürnberger Norisring.

Inhaltsverzeichnis

Zum Leben und Wirken

Nach Jahren als Motorrad-Werksfahrer bei Ardie, NSU, Zündapp, DKW und Hercules musste Leistner nach einem Unfall mit Knöchelbruch bei einem Lauf zur Deutschen Meisterschaft im Jahr 1960 seine Karriere aufgeben. Zuvor war der begeisterte Motorrad-Rennfahrer im Jahr 1957 als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft der Geländefahrer bei den Sixdays in der ehemaligen CSSR Weltmeister geworden.

Nach dem erzwungenen Ende der Zweiradlaufbahn blieb der mittlerweile Wahl-Nürnberger dem Motorsport treu und fuhr Rallyes. Zusammen mit seinem Co-Piloten und langjährigen Freund Jochen Freiberger gewann er 16 Goldmedaillen und errang neun Klassensiege. Auf einem Opel Kadett gelangen dem Duo auch drei Gesamtsiege, darunter bei der „Winterfahrt Marktredwitz“. 1964 bei der „Tour d'Europe“ endete auch die Vierrad-Laufbahn, als Leistner und Freiberger auf ihrem Opel Rekord Coupe auf Grund von Manipulationen im Reglement nur Vierte wurden. Sieger wurde ein Ford, der als Sponsor der Veranstaltung auftrat.

1962 übernahm Gernot Leistner den Posten des Rennleiters beim Nürnberger Norisringrennen. Zweifellos hängt das immense Ansehen der Motorsportveranstaltung in Nürnberg mit dem großen Engagement Leistners zusammen. Die „200 Meilen“ wurden zur Nummer eins der Sprintrennen in Europa. In Stuttgart war Leistner einer der Mitbegründer der „Interserie“, der höchstdotierten Rennserie in Europa. Die Namen Lola, March, Porsche, McLaren und Ferrari mit ihren 1.100 PS lockten damals mehr Zuschauer an als die Formel 1. Alljährlich ist Leistner am Nürnberger Norisring verantwortlich für eines der größten Motorsportereignisse in Europa: früher „200 Meilen von Nürnberg“, heute „Norisring Speedweekend“. Das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) ist regelmäßig Gast an der Steintribüne und trägt jedes Jahr seinen Saisonhöhepunkt in Nürnberg aus. Für seine Verdienste ist Leistner vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Von der Stadt Nürnberg erhielt Leistner die Bürgermedaille aus der Hand von Oberbürgermeister Ulrich Maly.

Stets hat Leistner beteuert, dass der Erfolg des Norisringrennens nicht allein sein Verdienst sei. Er verweist immer auf die vielen Helfer des MCN, ohne die die Organisation eines solchen Großereignisses nicht möglich sei. Inzwischen will Leistner, der nach seiner Rennsportkarriere Chef eines großen Porsche-Hauses in Nürnberg war und mittlerweile im „Un“-Ruhestand ist, etwas kürzer treten. Als 1. Vorsitzender im MCN wird er auf jeden Fall noch bis Ende der Wahlperiode im Amt bleiben, als Rennleiter will er zumindest einen Schritt zurücktreten. Aber in Sachen Organisation wird er auch in Zukunft ein gewichtiges Wort mitreden. Auf jeden Fall ist Leistners Name untrennbar mit den „200 Meilen von Nürnberg“ und dem „Norisring Speedweekend“ verbunden.

Auszeichnungen

  • 1984 Goldener Ehrenring des MotorSportClubs Nürnberg (MCN)
  • 1997 Bundesverdienstkreuz am Bande

Siehe auch

Weblinks

  • Bürgermedaille der Stadt Nürnberg 2006 - im Netz
  • Ulrich Maly: Laudatio auf Gernot Leistner anlässlich der Verleihung der Bürgermedaille der Stadt Nürnberg 2006 am 16. Juli 2006 - PDF-Datei
  • Herr des Rings - Ein Portrait von Gernot Leistner - im Netz