Gisela Elsner

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Gisela Elsner (* 2. Mai 1937 in Nürnberg, † 13. Mai 1992 in München) ist eine der wichtigsten Autorinnen der deutschen Nachkriegszeit. Sie war aber nicht unumstritten.

Gisela Elsner
© Michael Matejka/NN

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Leben und Wirken

Die Herkunft war bürgerlich-gehoben. Ihr Vater war Ingenieur bei Siemens, die Familie lebte im feinen Nürnberger Stadtteil Erlenstegen. Nach dem Abitur 1957 verließ Gisela Elsner die Stadt, studierte in Wien (Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaften) und begann ein internationales Jetset-Leben zwischen Rom, London, Paris und New York.

1958 heiratete sie den Lektor Klaus Roehler und bekam 1959 einen Sohn von ihm, Oskar Roehler. Er ist heute bekannt als provokanter Filmemacher. Er setzte seiner Mutter im Jahr 2000 ein filmisches Denkma, "Die Unberührbare" mit der Namensvetterin Hannelore Elsner in der Hauptrolle.

Als Autorin debütierte Gisela Elsner 1963 mit dem Roman "Die Riesenzwerge", der bereits bei Rowohlt herauskam und ihre groteske Sicht auf alles Bürgerliche erfolgreich vermittelte. Elsner liebte sperrige Formulierungen und forderte vom Leser größte Geduld, in ihrem boshaften Humor verweist sie jedoch bereits auf einen radikal kritischen Stil, den Autorinnen wie Elfriede Jelinek später perfektionierten. Elsner sympathisierte eine Zeitlang mit der DKP und klammerte sich, zunehmend verzweifelt, an falsche sozialistische Utopien wie die DDR. Mauerfall und Vereinigungsjubel setzten ihr ideologisch stark zu.

Gisela Elsner starb am 13. Mai 1992 in ihrer Wahlheimat München durch Selbstmord. Sie sprang aus dem Fenster des Münchener Klinikums, in das man die seelisch Verwirrte am Vortag eingeliefert hatte.

Zur Wiederentdeckung der Autorin lädt der kleine Berliner Verbrecherverlag ein, der ihre Werke neu herausgibt und mit der Jagdgroteske "Heilig Blut" im Jahr 2007 sogar eine Erstveröffentlichung vorlegen kann.

Literatur

  • Nino Ketschagmadse: Abrechnung mit Altnazis. In: Kulturküche.de vom 6. Mai 2007 - im Netz

Siehe auch

Weblinks