Gunther

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Gunther von Bamberg; Kanzler für Italien unter Kaiser Heinrich IV.; 1057 bis 1065 Bischof von Bamberg und eine bedeutende politische Gestalt seiner Zeit.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geistliche Politik

Gunther, der an der Domschule zu Bamberg studierte, war Studienkollege des späteren Erzbischofs von Köln, Anno. Diesem wird er auch seine Wahl an Ostern des Jahres 1057 zu verdanken haben, da er Gunther zum Bischof von Bamberg gewählt und noch am selben Tag geweiht hatte.

1059 hielt Gunther die erste Diözesansynode ab. Um 1060 wurde durch den Edelfreien Reginold von Walpot das Kollegiatstift St. Gangolf gegründet.

weltliche Politik

Er war ein Vertrauter von Anno von Köln, dem mächtigsten Kirchenfürsten dieser Zeit, der am Anfang seiner Laufbahn an der Bamberger Domschule gelehrt hatte. Dadurch kam Gunther in Kontakt mit Kaiser Heinrich III., der ihn 1054 zum Kanzler für Reichsitalien ernannte. 1056 wurde Gunther Propst des Stifts St. Simon und Judas in Goslar und ein Jahr später Bischof von Bamberg. Da das Bistum in Kärnten über große Besitzungen verfügte, konnte es die Alpenüberquerung mit kontrollieren, was Gunthers Einfluss weiter steigerte.

Nach dem Tod Heinrichs III. Ende 1056 verschlechterte sich das Verhältnis Gunthers zur Kaiserinwitwe und Regentin Agnes von Poitou rasch, vor allem weil Anno von Köln ebenfalls in Opposition zu Agnes stand und weil Gunther mit Agnes' Vertrautem Heinrich von Augsburg verfeindet war. 1059 berief Gunther eine Synode ein, die die Slawenmission voran treiben sollte.

In Bamberg gründete Gunther das Stift St. Gangolf. In seinem Herrschaftsgebiet trieb er den Landesausbau vor allem mit zahlreichen Marktgründungen voran, nach außen versuchte er sein Territorium durch zahlreiche Fehden auszudehnen. Er stellte Meinhard von Bamberg an der Domschule ein und förderte die mittelhochdeutsche Dichtung. So ließ er den Sagenkreis um Etzel und Amalung niederschreiben.

Auf seiner Reise nach Jerusalem begleitete ihn der Dichter Ezzo, bekannt durch seine Heldenepik. Auf dieser Reise verstarb er und wurde nach Bamberg überführt.

Er wurde in ein byzantinisches Seidentuch eingehüllt, welches nach Öffnung seiner letzten Ruhestätte daraus entnommen wurde, das Gunthertuch ist heute neben dem Papstornat und den kaiserlichen Gewändern ein weiterer Höhepunkt in der Textil-Sammlung des Diözesanmuseums Bamberg.

Literatur

  • Johannes Kist, Fürst- und Erzbistum Bamberg, Bamberg 1962.

Weblinks