Hans Meyer

Aus Franken-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hans Meyer

Hans Meyer (* 3. November 1942 in Briesen) war bis zum 11. Februar 2008 Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg.

Inhaltsverzeichnis

Zum Wirken

Den Club übernahm Hans Meyer am 9. November 2005, rettete ihn zunächst vor dem Abstieg aus der Bundesliga und feierte am 26. Mai 2007 mit dem fränkischen Traditionsverein den Gewinn des DFB-Pokals. Außerdem gelang dem 1. FCN unter Meyers Regie nach 19 Jahren das Comeback im UEFA-Pokal. Bei der Wahl zum „Trainer des Jahres 2007“ landete Hans Meyer hinter Meistercoach Armin Veh (VfB Stuttgart) auf Rang zwei.

Mit dem Pokalsieg schaffte der einstige Verteidiger ein kleines sporthistorisches Kunststück: Er ist nunmehr der einzige Trainer, der sowohl den FDGB-Pokal der ehemaligen DDR als auch den DFB-Pokal gewonnen hat. „Wurde ja auch Zeit, denn viele sind ja nicht mehr in der Lage dazu. Wir sterben ja langsam aus“, kommentierte er den 3:2-Finaltriumph nach Verlängerung über den VfB Stuttgart mit einem seiner süffisanten Sprüche, für die er in der Bundesliga berühmt und berüchtigt ist.[1]

Es dauerte ziemlich lange, bis Meyer nach der Wende im Profifußball des wiedervereinten Deutschland Fuß fasste. Dabei hatte er große Erfolge vorzuweisen. Meyer, als Spieler bei Motor Dielas, Motor Suhl, Motor Jena und FC Carl Zeiss Jena aktiv, übernahm 1971 mit 29 Jahren als jüngster DDR-Oberligatrainer den Chefposten in Jena; später coachte er im Osten noch Rot-Weiß Erfurt, den FC Chemnitz und Union Berlin. Fünfmal wurde er Vizemeister, mit Carl Zeiss Jena gewann er dreimal den FDGB-Pokal und zog 1981 sogar ins Europacup-Finale ein (1:2 gegen Dynamo Tiflis). „Da haben wir mit einer Bezirksauswahl ein paar Weltklasse-Teams geschlagen“, erinnerte er sich in der „NZ“ anlässlich seines 65. Geburtstags an große Siege über AS Rom, Benfica Lissabon und FC Valencia. Stolze Erfolge, die ihm den Beinamen „Udo Lattek der DDR“ eingebracht haben.

Erst über den Umweg Holland – von 1996 bis 1999 coachte Meyer den Erstdivisionär FC Twente Enschede – landete er schließlich bei Borussia Mönchengladbach. Er führte den rheinischen Traditionsklub zurück ins Oberhaus. Bei seinem ersten Einsatz als Bundesliga-Trainer (1:0 über Bayern München) war Meyer bereits 58 Jahre alt.

Als der Club im Herbst 2005 einen Trainer suchte, stand Meyer zunächst gar nicht auf der Liste. Nach einem erfolgreichen Gastspiel bei Hertha BSC Berlin hatte er sich zwischenzeitlich ins Privatleben zurückgezogen. Erst ein Tipp von Hertha-Manager Dieter Hoeneß an seinem ehemaligen Mitarbeiter Martin Bader, den Sportdirektor des 1. FCN, brachte den Stein ins Rollen.

Nachdem der Club am 9. Februar 2008 auf einem Abstiegsrang gegen Hansa Rostock im eigenen Stadion nur ein Unentschieden schaffte, wurde Hans Meyer als Clubtrainer beurlaubt. Nachfolger wurde Thomas von Heesen. Diesem gelang es allerdings auch nicht, den drohenden Abstieg zu verhindern. Am 17. Mai 2008 war für den Club der siebte Abstieg aus der Bundesliga besiegelt.

Meyer, der mit neuer Lebenspartnerin im Herzen der Nürnberger Altstadt lebt, hatte beim 1. FCN noch einen Vertrag bis 2009. Nach seiner Beurlaubung verklagte Meyer seinen ehemaligen Arbeitgeber auf Weiterzahlung seiner Bezüge. Der drohende Arbeitsgerichtsprozess nahm ein überraschendes Ende, als Meyer im Oktober 2008 Trainer bei seinem alten Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach wurde und damit keinen Anspruch auf Weiterzahlung von Bezügen aus dem Vertrag mit dem FCN hatte. Nach einem Vergleich wurde die Klage von beiden Seiten für erledigt erklärt.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Hinweis: Bisher sind keine Hans-Meyer-Zitate bei Wikiquote hinterlegt.


Artikel in der NZ

Vorlage:NZ:Hans Meyer