Herbert Erhard

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Herbert Erhard (* 6. Juli 1930 in Fürth, † 3. Juli 2010 Fürth)  abweichend von der Geburtsurkunde häufig „Erhardt“ geschrieben. War ein Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft, der SpVgg Fürth und des FC Bayern München.

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Inhaltsverzeichnis

Leben

Der gebürtige Fürther mit dem Spitznamen „Erlt“ absolvierte im Laufe seiner Fußballerkarriere 50 A-Länderspiele, rund 800 Einsätze für die Spielvereinigung Fürth und zwei Spielzeiten für den FC Bayern München. 1964 mit 34 Jahren beendete er seine Laufbahn und kehrte in seine Heimatstadt zurück. Bis zuletzt lebte er mit seiner Frau, die ihm zwei Töchter schenkte, in seinem Haus in der Nähe des Sportparks Ronhof. Nach 1964 arbeitete er kurzzeitig als Trainer, anschließend bis zu seiner Pension als Sportlehrer an der Fürther Pfisterschule. Seinem Heimatverein der Spielvereinigung Greuther Fürth blieb der Sportler stets treu und war, solange es seine Gesundheit zuließ, regelmäßiger Gast im Stadion. Und wenn schon nicht im Stadion, dann fieberte die Fürther Fußballlegende eben vor dem Fernseher mit. Erhard war ein Familienmensch und wird heute noch für seine Bescheidenheit und Volksnähe in seiner fränkischen Heimat hoch geschätzt. Im Jahr 2007 brachte seine Heimatstadt dies durch einen Stein am Ehrenweg in der Fürther Fußgängerzone zum Ausdruck. Seine Wahl in die Elf des Jahrhunderts der Spielvereinigung Greuther Fürth im November 2010 erlebte der ehemalige Sportler leider nicht mehr. Er verstarb am Jahrestag des 4:0-Triumphs der deutschen Nationalmannschaft über Argentinien.

Karriere

SpVgg Fürth 1942–1962

Der erfolgreiche und vereinstreue Sportler war schon während des zweiten Weltkriegs Spieler in der Jugend der Spielvereinigung Fürth. Er durchlief dort alle Jugendmannschaften. Sein Debüt in der ersten Mannschaft gab Erhard beim 3:0 Heimsieg am 20. Juni 1948 im Spiel gegen Wacker München. Den Abstieg der Weiß-Grünen 1948 konnte er jedoch nicht mehr verhindern. Doch als zuverlässiger und zweikampfstarker Abwehrspieler galt Erhard bald als Chef der Abwehr und wurde Spielführer der Spielvereinigung, für die er rund 800 Einsätze absolvierte. Zu seinen Erfolgen mit der Kleeblatt-Elf zählten der direkte Wiederaufstieg in die Oberliga Süd 1949, das Erringen der Süddeutschen Meisterschaft 1950 und der Vizemeistertitel 1951.

Deutsche Fußballnationalmannschaft 1953–1962

Erhard überzeugte Bundestrainer Sepp Herberger von sich, als er am 4. Juni 1953 in Augsburg bei einem Spiel einer DFB Auswahl gegen Süddeutschland als rechter Verteidiger auflief. Berufen wurde er im August 1953 und gehörte im Spiel gegen Norwegen erstmals zum Aufgebot der A-Mannschaft, kam bei dem 1:1 in Oslo jedoch nicht zum Einsatz. Sein Debüt auf dem Feld als Nationalspieler feierte der Abwehrspieler zusammen mit den Fürther Kameraden Karl Mai und Richard Gottinger zwei Monate später am 11. Oktober im WM-Qualifikationsspiel gegen das damals autonome Saarland in Stuttgart. Bei dem 3:0 Sieg der Deutschen spielte der Defensiv-Allrounder als linker Verteidiger. Bei der WM 1954 gehörte Erhard zu den 22 Auserwählten, war jedoch am überraschenden Titelgewinn nicht beteiligt. Danach zählte er fest zum Stamm der Nationalelf. Während seiner Zeit bei der Spielvereinigung nahm er an zwei weiteren WM-Endrunden (1958, 1962) und 49 Länderspielen teil. Im Mai 1959 im Spiel gegen Polen lief Herbert Erhard erstmals als Spielführer der Deutschen Nationalmannschaft auf und bekleidete dieses Amt für insgesamt 20 Spiele. Zu seinen Qualitäten zählten neben der hervorragenden Technik sein unerschütterlicher Kampfgeist, den er durch viel Sondertraining, also zusätzliche Waldläufe und unzählige Extrastunden am Kopfballpendel zum Ausdruck brachte. Das fünfzigste und letzte Mal trug Erhard das Trikot mit dem Adler nach seinem Wechsel zum FC Bayern München, am 30. September 1962 in Zagreb im Spiel gegen Jugoslawien. (3:2)

FC Bayern München 1962–1964

Trotz verlockender Angebote anderer Vereine ist Erhard seiner Spielvereinigung treu geblieben. Erst nach 20 Jahren zog es den Zweikampf starken kompromisslosen Abwehrspieler doch noch einmal zu einem anderen Verein. In den zwei Jahren beim FC Bayern München spielte der gebürtige Fürther unter anderem auch mit Sepp Maier und Franz Beckenbauer und erlebte dort die Anfänge des Vollprofitums. Beim FC Bayern, berichtete er, „habe ich zum ersten Mal in meinem Leben richtig Geld verdient“. Nachdem er mit den Bayern nur knapp den Aufstieg in die 1964 noch junge Bundesliga verfehlte, beendete der damals 34-Jährige seine Fußballkarriere und kehrte zurück nach Fürth.

Ehrungen

  • 1954 Goldmedaille Fußballweltmeister
  • Goldene Länderspielnadel 1962
  • Ehrenschild des DFB
  • Ehrenbrief der Stadt Fürth 1960
  • Ehrenmitglied der SpVgg Greuther Fürth
  • 2007 Ehrenweg Fürth
  • November 2010 Elf des Jahrhunderts

Weblinks