Hermann Kesten

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Hermann Kesten
©: Erich Guttenberger/NZ

Hermann Kesten (* 28. Januar 1900 in Podwołoczyska, Galizien, Österreich-Ungarn, heute Pidwolotschysk in der Ukraine; † 3. Mai 1996 in Basel) war ein Schriftsteller jüdischen Glaubens.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Kesten kam 1904 mit seiner Familie nach Nürnberg. Er besuchte die Volksschule an der Bismarckstraße, ab 1909 das Melanchthon-Gymnasium, das er 1919 mit dem Abitur abschloss. Bis 1923 studierte er in Erlangen und Frankfurt, reiste danach durch Europa und Nordafrika, 1927 zog er nach Berlin, wo er beim Kiepenheuer-Verlag als Cheflektor arbeitete. Im März 1933 floh Kesten vor den Nazis, zunächst nach Frankreich und Holland, 1940 dann nach Amerika. Seit 1949 reiste er wieder nach Europa, weilte meist in Rom, ab 1977 bis zu seinem Tod am 3. Mai 1996 vor allem in Basel.

Kesten besticht durch einen feuilletonistischen, neusachlichen Stil, seine Themen reichen vom literarischen Porträt („Meine Freunde, die Poeten“) bis zum historischen Roman („Casanova“). Bereits 1954 hat die Stadt Nürnberg ihn mit einem Kulturpreis gewürdigt, 1980 wurde Kesten Ehrenbürger. Die Stadtbibliothek hat ihr Cafe nach ihm benannt, und jedes Jahr werden ausgesuchte ausländische Journalisten und Autoren als Hermann-Kesten-Stipendiaten in die Stadt geladen. Nach Hermann Kesten wurden das von der Stadt Nürnberg betriebene Hermann-Kesten-Kolleg und Zeitungs-Café Hermann Kesten in der Stadtbibliothek Nürnberg benannt.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)

  • 1954 Preis der Stadt Nürnberg
  • 1977 Nelly-Sachs-Preis
  • 1978 Ehrendoktor der Universität Erlangen-Nürnberg
  • 1980 Ehrenbürger der Stadt Nürnberg
  • Hermann-Kesten-Ring im Nürnberger Stadtteil Thon

Veröffentlichungen

  • Hermann Kesten: Mit Menschen leben. Ein Nürnberger Lesebuch. Hrsg. und mit einem Vorwort versehen von Wolfgang Buhl. Cadolzburg: Ars Vivendi, 1999, 214 S., ISBN 3-89716-088-9 (Anthologie) [In Leben und Werk des Büchner-Preisträgers Hermann Kesten spiegelt sich eindrucksvoll die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Diese Werkauswahl ist ein biographisch wie literarisch faszinierendes Zeitzeugnis. Inhalt: Der alte Dichter, Der Dichter im Cafè, Mit Menschen leben, Nürnberg, Der Auszug aus Ägypten, Johannes Kepler, Der Autor, Dürer, Landschaft Franken, Der Nürnberger Trichter, Brüder! Zur Sonne, zur Freiheit! u.v.m.]

Literatur

  • Für Hermann Kesten. Nürnberger Reden zum 75. Geburtstag. Nürnberg: Stadt Nürnberg, 1975, 30 S. [Enthält die Ansprachen auf dem Geburtstags-Symposion: Gert Kalow, Wolfgang Koeppen (Hermann Kesten, der Freund), Horst Krüger, Wolfgang Weyrauch, Wolfgang Buhl. Vorwort Hermann Glaser]
  • Walter Jens (Hrsg.): Kindlers Neues Literaturlexikon, Band 9, München: Kindler, 1988, S. 326 f.
  • Anja Herrmann: Hermann Kesten als Journalist. Universität Erlangen-Nürnberg, Magisterarbeit, 1994
  • Ulf von Dewitz (Hrsg.): Unter uns: Hermann Kesten. Gedenkveranstaltung der Stadt Nürnberg am 14. Juli 1996. Nürnberg: Bildungszentrum der Stadt Nürnberg, 1997, 38 S.(BZ-Materialien; Band 4)
  • Wolfgang Buhl und Ulf von Dewitz (Hrsg.): „Ich hatte Glück mit Menschen“. Zum 100. Geburtstag des Dichters Hermann Kesten; Texte von ihm und über ihn. Stadtbibliothek Nürnberg. Nürnberg: Edelmann, 2000, 191 S., ISBN 3-87191-279-4 (Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg; Band 24)

Siehe auch

Weblinks

  • Norbert Sedghi: Hermann Kesten: Stationen - im Netz
  • Harald Geiger: Hermann Kesten. 2001 - im Netz
  • Hermann Kesten - Wikipedia

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