Ivo Hennemann

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Ivo Hennemann ist wohl der bekannteste der Staffelberg-Eremiten.


Leben

Der Eremit Ivo wurde als Johann Hennemann am 26. Februar 1824 in Oberleiterbach, Haus Nr. 1 geboren als Sohn des Bauern Nikolaus Hennemann und seiner Frau Anna Maria.

Johann Hennemann ist der Eremiten-Kongregation beigetreten und nahm den Namen Ivo an. Nach einem Noviziat bei Vilsbiburg bewarb sich Ivo Hennemann am 8. November 1855 beim Bürgermeister von Staffelstein um die Kirchnerstelle auf dem Staffelberg, mit welcher eine Eremitage verbunden war. Er versprach, die Klause auf seine Kosten einzurichten und testamentarisch 500 Gulden für die Existenz künftiger Kirchner und Eremiten zu stiften. Außerdem wollte er von seinem eigenen Vermögen, immerhin 2.000 Gulden, geben.

Am 8. Februar 1857 wurde Johann Hennemann in Vierzehnheiligen von P. Superior Bartholomäus Schoenach eingekleidet. Um dieselbe Zeit dürfte Frater Ivo die Klause auf dem Staffelberg bezogen haben. Er blieb vier Jahrzehnte auf dem Berg.

1881 wurde an die von ihm betreute Adelgundiskapelle ein Turm angebaut, die baufällig gewordene Klause aus dem 17. Jahrhundert wurde 1883 durch einen Neubau ersetzt, den Ivo überwiegend durch Sammlungen in den umliegenden Tälern finanziert hatte.

1859 besuchte Victor von Scheffel den Staffelberg und die Einsiedler-Klause. Doch "Einsiedelmann war nicht zu Haus". Es entstanden die beiden Einsiedelmann-Strophen von "Wohlauf die Luft geht frisch und rein" des Frankenliedes. Damit wurde Frater Ivo in ganz Deutschland eine Berühmtheit. Er zog sogar Touristen aus dem ganzen deutschen Sprachraum an, wie die Staffelberg-Gästebücher ausweisen.

Am 9. Oktober 1897 kehrte Ivo zurück nach Oberleiterbach. Dort lebte er im Haus seines Bruders drei Jahre, bis er 11. September 1900 im Alter von 76 Jahren verstarb. Das Grab Ivos ist an der alten Wehrkirchen-Mauer bei der Kirche in Oberleiterbach zu finden.

Die Hinterlassenschaft des Eremiten Ivo Hennemann befindet sich im Heimatmuseum in Bad Staffelstein und besteht aus: dem Gebetbuch, einem Kreuz und einem geschnitzten Totenschädel aus Lindenholz.

Persönlichen Papiere Ivos, die in seinem Sterbehaus verhanden waren, sind verloren gegangen. Der Heimatforscher Georg Gunzelmann aus Zapfendorf hat aus Aufzeichnungen von Zeitzeugen Informationen und Eindrücke vom Leben und Wesen des Eremiten zusammengetragen.

Literatur

  • Günter Dippold: Der Staffelberg. Band 2: Die Staffelberg-Eremiten. CHW-Zwischengabe 1994