Jörg Graff

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Jörg Graff (* um 1480; † 26. Mai 1542 in Nürnberg) war ein Landsknecht, Poet, Liederdichter, Bänkelsänger.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jörg Graff wurde um 1480 wohl in Dachsbach, nach anderer Lesart im Württembergischen geboren. Er trat zu unbekannter Zeit bei den Landsknechten unter Kaiser Maximilian I. ein. Nach einer Verwundung musste er das Kriegshandwerk aufgeben. Er lebte hierauf in Nürnberg, Straßburg, und Augsburg.

Die älteste seiner Dichtungen ist aus dem Jahr 1517, als er sich noch im Reichsheer befand. Nach 1525 findet sich kein von ihm unterzeichnetes Werk mehr vor. Jörg Graff verdiente sich nach dem Ausscheiden aus dem deutschen Heer seinen Lebensunterhalt als fahrender Sänger. Mit der nürnberischen Obrigkeit kam er des öfteren in Konflikt, so 1519 wegen Totschlags. Nach seiner Erblindung war er auf Almosen und Gönner angewiesen und bat 1542 um Aufnahme in das Heilig-Geist-Spital zu Nürnberg, wo er dann auch am 26.Mai 1542 verstarb und im Totenbuch als "aus Dachsbach" bezeichnet wird.

Werke

Seine Werke tragen eine Doppelcharakter, auf der einen Seite die des Volksliedes, die andere dagegen steht auf dem Boden des Meistergesangs und lassen nicht denselben Produzenten vermuten. Auch dichtete er Kirchenlieder.

Zwanzig seiner Werke haben sich erhalten.

Auswahl

Zeit Anlass - Titel usw.
1517 Zur Vermählung Kaiser Karl V.
1518 Mahnung an Kaiser Maximilian I., den Türkenkrieg zu beginnen
1519 "Von der Kriegsleut Orden"
Lied vom "Heller"
"Lied von einer Fischerin, welche vier Morde stiftete"

Nachlass

  • Lieder finden sich im der Katalog der Universität Navarra

Ehrungen

  • Lieder von ihm sind zu finden im "Altdeutschen Liederbuch 1877 (neugedruckt 1966)
  • und in "Acht Lieder aus der Reformationszeit, 1910, herausgegeben von Johannes Bolte

Einzelnachweise

  • Allgemeine Deutsche Biographie, Band 9, Seite 570 (überholt)
  • Neue deutsche Biographie, Band 6, Seite 731
  • Deutsche Biographische Enzyklopaedie, Band 4, Seite 96

Siehe auch

Weblinks

  • Wikipedia: Jörg Graff
  • Bibliothekskatalog der Universität Navarra: [1]