Johann Andreas Graff

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Johann Andreas Graff (* 1. Mai 1636 in Nürnberg, † 6. Dezember 1701 ebenda) war ein Nürnberger Maler, Zeichner, Kupferstecher und Verleger.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er war Sohn des Rektors des Egidiengymnasiums, Johann Graff. Ersten Zeichenunterricht erhielt er bei dem wenig bedeutenden Leonhard Heberlein ( 1584-1656). 1653-58 war er Schüler des Frankfurter Stillebenmalers Jakob Marrell (1614-81). Nach der Rückkehr aus Frankfurt nach Nürnberg ging er von 1660-64 nach Venedig und Rom. Zurück in Frankfurt heiratete er die Stieftochter seines Lehrers Marell, Maria Sibylla Merian (1647-1717). Bis 1670 wohnte das Paar in Frankfurt, bezog dann am Nürnberger Milchmarkt das Haus „Zur goldenen Sonne“ (Bergstraße 10).

1670-81 war Graff an der Herausgabe der Werke seiner Frau, Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumen=nahrung (1679-83) und Neues Blumenbuch (1680), tätig.

Nach dem Tod Marells zog die Familie wieder nach Frankfurt, wo es zu einer Entfremdung des Paares kam. Nachdem Maria Sybilla ihren Mann 1685 verlassen hatte, kehrte er nach Nürnberg zurück und betrieb die 1694 vollzogene Scheidung.

Vor allem in seinen letzten Nürnberger Jahren schuf Graff zahlreiche Ansichten von Nürnberger Straßen und Plätzen, Innenansichten von Kirchen, Herrensitze und Veduten in der Umgebung, von denen die meisten von Johann Ulrich Kraus radiert im Augsburger Verlag von Jeremias Wolff erschienen.
Innenansicht der Nürnberger Frauenkirche, datiert rechts unten 1696

Mit Johann Andreas Graff setzt die Reihe bedeutender Nürnberger Vedutisten (siehe unten) ein, die uns ein lebendiges und umfassendes Bild der Reichsstadt und ihrer Umgebung im späten 17. und im 18. Jahrhundert geben.

Werke

  • Dodecas oder 12 Abgezeignete schöne Landtschäfftlein um Nürnberg, in Augspurg bey Jeremias Wolff Kunsthandl zu finden (Anzusehen im Virtuellen Kupferstichkabinett).
  • Nürnberger Straßen und Plätze: Der Neue Bau (Maxplatz), Die Peunt, St. Egidienkirche und Platz, Ruine der St. Egidienkirche, Museumsbrücke mit dem ehem. Viatishaus, Museumsbrücke gegen das Heilig-Geist-Spital, Deutschordenshaus mit Weißem Turm und St. Jakob, heutige Königstraße mit St. Klara, Mauthalle und St. Lorenz, im Verlag von Jeremias Wolf, Augsburg, gestochen von Johann Ulrich Kraus.
  • Innenansichten Nürnberger Kirchen: Barfüßerkirche (Blick vom Chor in den begonnenen Neubau des Langhauses, vollendetes Inneres mit Blick in den Chor), Frauenkirche, St. Lorenz und St. Sebald, im Verlag von Jeremias Wolf, Augsburg, gestochen von Johann Ulrich Kraus.

Literatur

  • Erich Mulzer, Maria Sibylla Merian und das Haus Bergstraße 10, in: Nürnberger Altstadtberichte Nr. 24/1999, S. 27-56.
  • Doris Gerstl, Art. Graff, Johann Andreas, in: Stadtlexikon Nürnberg, hg. von Michael Diefenbacher u. Rudolf Endres, Nürnberg: W. Tümmels Verlag, (2. Aufl.) 2000, S. 375.
  • Art. Graff, Johann Andreas, in: Nürnberger Künstlerlexikon, hg. von Manfred H. Grieb, München: K. G. Saur Verlag, 2007, Bd. 1, S. 499 f.

Siehe auch