Juden in Kleinsteinach

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Juden in Kleinsteinach lassen sich seit der Mitte des 15. Jahrhunderts nachweisen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Kultusgemeinde verwahrte bis 1936 das Registerbuch der Heiligen Brüderschaft von 1730 bis 1857 und die Gemeindeprotokollbücher bis 1919.

Synagoge

Die Synagoge in Kleinsteinach wurde 1736 erbaut und im Jahr 1903 letztmals renoviert. Im Jahr 1938 wurde das Innere, wie auch die Gedenktafel für die 17 jüdischen Gefallenen im 1. Weltkrieg dieser und der umliegenden Gemeinden, zertrümmert. Das Gebäude selbst blieb im Pogrom des Jahre 1938 erhalten. In den 1950er Jahren zerstörte ein Blitzschlag die ehemalige Synagoge, die Ruine wurde dann bis auf einige Grundmauerreste abgebrochen. Eine Gedenktafel weist auf den Standort der ehemals hier stehenden Synagoge und der ausgerotteten jüdischen Gemeinde hin. Der Standort der Synagoge befindet sich neben dem Anwesen Nr. 89.

Schule

Das Anwesen Kleinsteinach 47, das ehemalige jüdische Schulhaus, hat sich über die Zeit erhalten und befindet sich heute im Besitz der Evang.-Luth.-Gemeinde, die darin eine Wohnung und einen Betsaal für die evangelische Bevölkerung Kleinsteinach einrichtete. Eine Gedenktafel weist auf die ehemalige und nunmehrige Nutzung hin.

Persönlichkeiten

  • Walter Maier, von 1906 bis 1933 Mitglied des Gemeinderates

Friedhof

In diesem Friedhof, welcher 1453 angelegt wurde, befindet sich als älteste steinerne Urkunde ein Grabmal aus dem Jahr 1596. Dieser Friedhof nahm auch die Toten von fünf umliegenden Gemeinden (wie z. B. Aidhausen) auf. Das Tahara-Haus blieb mitsamt dem fast kompletten Inventar erhalten. Auf dem Friedhof befindet sich auch ein Kriegerdenkmal für die jüdischen Gefallenen aus dem Weltkrieg 1914-1918.

Vereine

  • Heilige Brüderschaft
  • Bikkur Chollim, ein Wohltätigkeitsverein, der sich auf Krankenbesuche spezialisierte.
  • Ma´ariv Bismano, eine religiöse Gemeinschaft zur gemeinsamen Verrichtung des Abendgebetes nach Sonnenuntergang.

Literatur

  • Steinerne Zeugen jüdischen Lebens in Bayern; Seite 79-80
  • Baruch Z. Ophir und Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945, Seite 340-341

Siehe auch

Weblinks