Kaiserpfalz Forchheim

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Burg Forchheim - Kaiserpfalz - 2012

Die Kaiserpfalz der Stadt Forchheim in Oberfranken ist eine Stadtburg aus dem späten 14. Jahrhundert. Sie diente in dieser Zeit dem Bamberger Bischof Lambert von Brunn als fürstbischöfliche Residenz. Die Kaiserpfalz ist mit vielen spätgotischen Wandmalereien verziert und beherbergt heute drei Museen: Das Trachtenmuseum, das Stadtmuseum sowie das Archäologiemuseum Oberfranken.

Inhaltsverzeichnis

Kaiserpfalz, Burg oder Schloss?

Die Forchheimer Pfalz wird zwar als Kaiserpfalz bezeichnet, jedoch ist diese Begrifflichkeit nicht korrekt. Mittelalterliche Urkunden zeigen, dass es in Forchheim eine Pfalzanlage gegeben haben muss, diese wurde aber bisher noch nicht gefunden. Bei der Stadtburg Forchheim handelt es sich um die ehemalige Residenz der Bamberger Bischöfe.

Kurzbeschreibung

Die Forchheimer Stadtburg ist ein fast quadratischer Gebäudekomplex mit einer Grundfläche von ca. 35 x 40 m. Sie ist an drei Seiten von einem Graben umgeben, im Westen ist die Pfalz mit der Festungsanlage, der Stadtmauer, verbunden. Die Kaiserpfalz umfasst vier Gebäudeflügel, die über ein Tor und eine Brücke erreichbar sind. Zudem besitzt sie massive Mauern, die früher zusätzlich mit Wehrgängen ausgestattet waren. Die Wehr- und Hofmauern sind zumeist mit Fachwerk versehen. Heute beinhaltet die Kaiserpfalz nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen das sogenannte Pfalzmuseum.

Geschichte

Vermutlich am 17. Januar 1377 erwarb der Bamberger Fürstbischof Lambert von Brunn (ca. 1320 – 1399) ein Haus in der Stadt Forchheim nahe der Stadtmauer. Der Kaufbrief besagt, dass er dieses für 255 Pfund Heller erwarb. Das Haus war zur damaligen Zeit in einem guten Zustand und konnte bis zur Fertigstellung seines Neubaus, die große Kemenate im Osten sowie die beiden hohen Hof- und Wehrmauen, genutzt werden. Der Begriff Kemenate steht allgemein für das Hauptwohngebäude, welches z.T. beheizt werden kann. Dieser Neubau im gotischen Stil umfasst eine Fläche von 35 x 13 m und beinhaltete fünf Stockwerke: ein Kellergeschoss, ein Erdgeschoss sowie drei Obergeschosse. Eine weitere Besonderheit stellt die Steinkammer-Luftheizung in diesem Gebäudetrakt dar.

1398 veranlasste der Bischof einen Umbau, vermutlich, um sich dort seinen persönlichen Alterswohnsitz einzurichten. In seinem Ruhestand nutzte Lambert von Brunn eines der Geschosse privat, bis er 1399 in seiner Residenz verstarb.

Eines ist jedoch auffällig: Da das Wappen seines Nachfolgers Fürstbischof Albert von Wertheim über dem Kapellenprotal zu finden ist, könnte es sein, dass die Umbauarbeiten erst durch ihn fertig gestellt wurden. Dies wäre eine der wenigen Baumaßnahmen, die womöglich im 15. Jahrhundert stattgefunden haben.

Im 16. Jahrhundert gab es eine Vielzahl von An- und Umbauten. Bereits 1517 wurde die bischöfliche Burg durch Bischof Georg III. von Limpurg erweitert. Zwischen 1516 und 1518 wurden die Obergeschosse mit Fachwerkbauweise neu errichtet. 1558 wird der nördliche Teil dieses Gebäudes gebaut, wobei sich im Erdgeschoss ein Pferdestall befand.

Bischof Georg IV. von Rügheim ließ die die nördliche Wehrmauer 1559 mit einem gangartigen Aufbau versehen. Anders als im Norden wurde auf die südliche Mauer kein Wehrgang gebaut, sondern ein neuer Gebäudeflügel, der im östlichen Bereich des Erdgeschosses die Küche aufnahm. Dieser wurde unter Bischof Veit II. vollendet, der zeitgleich den südlichen Westflügel umbaute. Der Westflügel erhielt zwei zweigeschossige Erker.

Johann Philipp von Gebsattel ließ die Burg in seiner Amtszeit als Bischof im 17. Jahrhundert besonders aufwändig sanieren. Hierzu zählen beispielsweise der Neubau des Treppenturms zum Hauptgebäude und der Ausbruch des Gewölbes in der 1. Etage. Auch die Kemenate wurde renoviert. Es wurde eine große Wappentafel mit Hochstifts- und Gebsattelwappen in der Ostfassade eingesetzt und wahrscheinlich auch ein Außenputz mit Eckquaderung, wozu sämtliche Buckelquader abgearbeitet werden mussten.

Ab dem 18. Jahrhundert verlor die Forchheimer Residenz ihre Bedeutung für die Bischöfe. Diese konzentrierten sich nun mehr auf Bauprojekte im Bamberg und Pommersfelden. Nur in Zeiten der Gefahr war die Kaiserpfalz zum Schutz vor Kriegen und Kämpfen gefragt.

Ab 1711 wird aus der großen Kemenate in der Bischofsresidenz ein Kasten- bzw. Rentamt. Das Walmdach, das bis heute besteht, wurde im Jahre 1786 auf das Gebäude gesetzt. Die Kaiserpfalz beherbergt bis etwa 1905 das bayerische Rentamt.

1905 kam den Forchheimer Bürgen zu Ohren, dass die bayerische Regierung die Pfalz zu einen Irrenhaus oder einem Lagerhaus umgestalte möchte. Dies wollten die Forchheimer verhindern und gründeten den „Historischen Verein Forchheim“, der dazu beitrug, dass die Kaiserpfalz zum Museum wurde.

1989 erwarb die Stadt Forchheim die Burg, die vom bayerischen Kultusministerium als Denkmal nationaler Bedeutung eingestuft worden war. Von 1998 bis 2004 wurde die Kaiserpfalz umfassend saniert und steht seitdem der Bevölkerung wieder zur Verfügung. Unter anderem wurde für einen behindertengerechten Zugang gesorgt. Das Pfalzmuseum im Ostflügel beinhaltet drei Spezialmuseen auf 1.300 m² Ausstellungsfläche: Das Archäologiemuseum Oberfranken, das Stadt- sowie das Trachtenmuseum.

Öffnungszeiten

Die Museen der Kaiserpfalz sind unter dem Begriff Pfalzmuseum zusammengefasst und haben folgende Öffnungszeiten:

Von November bis März

Mittwoch und Donnerstag von 13:00 Uhr – 16:00 Uhr
Sonntag 13:00 Uhr – 17:00 Uhr
zusätzlich Besichtigung nach Vereinbarung möglich

Von April bis Oktober

Dienstag bis Sonntag von 10:00 Uhr – 17:00 Uhr
zusätzlich Besichtigung nach Vereinbarung möglich

Weblink

Quellen

  • Kohnert, Tillmann: Die Forchheimer Burg genannt „Pfalz“, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2008
  • Burggeschichte auf der Website der Stadt Forchheim, abgerufen am 04. Mai 2013
  • Dr. Martin Gückel: Der ehemalige Königshof und die fürstbischöfliche Burg in Forchheim, Verlag von F. A. Streit